Schusterstraße

Polizisten retten 78-Jährige

Joachim Röderer und Simone Höhl

Von Joachim Röderer & Simone Höhl

Di, 12. Februar 2019

Freiburg

Mieterin trotz beherzten Eingreifens bei Brand in Altstadt schwer verletzt / Feuerwehr im Großeinsatz.

FREIBURG-ALTSTADT. Zwei Polizeibeamte dürften einer 78-Jährigen das Leben gerettet haben, als sie die Frau aus ihrer brennenden Dachgeschosswohnung in der Schusterstraße trugen. Bei dem Brand in der Altstadt wurde der Speicher zerstört, zwei Wohnungen sind derzeit unbewohnbar. Wie hoch der Schaden ist, stand auch am Montag noch nicht fest. Klar ist: Die Feuerwehr konnte ein Ausbreiten des Brandes und damit Schlimmeres verhindern.

Die beiden Streifenpolizisten trafen noch vor der Feuerwehr am Haus in der Schusterstraße 50 ein, das am Sonntagabend in Brand geraten war. Der erfahrene Hauptmeister vom Revier Nord und seine Auszubildende fanden die 78-Jährige bewusstlos vor ihrer Wohnung liegend. "Sie hatte versucht, rauszugehen", erklärte Polizeisprecherin Laura Riske am Montag. "Und dann haben die beiden zugepackt." Die Polizeimeister-Anwärterin und ihr Kollege trugen die Mieterin vom dritten Obergeschoss nach unten und übergaben sie den Rettungskräften. Der Notarzt musste die 78-Jährige reanimieren. Als sie in die Uniklinik gebracht wurde, soll sie wieder bei Bewusstsein gewesen sein.

Hunderttausende Euro Schaden

Kurz nach 19.20 Uhr hatte ein Anrufer der Feuerwehr gemeldet, dass in der Zweizimmerwohnung mitten in der Altstadt der Rauchmelder piepse. Augenzeugen berichteten, dass da bereits Flammen aus dem Dachgeschoss schlugen. Fast 60 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr sowie – als schnell weitere Notrufe eingingen – der freiwilligen Abteilungen Oberstadt, Wiehre und Rieselfeld eilten in die Altstadt. Die gilt im Wortsinn als brenzlig, weil Feuer wegen ihrer verwinkelten und dichten Bebauung leicht auf weitere Gebäude übergreifen können. Tatsächlich gestaltete sich das Löschen aufgrund der Enge schwierig.

Ein Trupp ging mit Atemschutz über die Schusterstraße ins Haus, weitere Einsatzkräfte von hinten über die Herrenstraße, wie Einsatzleiter Johannes Glunk berichtete. Gegen 20.15 Uhr hatten sie das Feuer gelöscht. Die Nacharbeiten dauerten bis in die Nacht. In die beiden angrenzenden Häuser war kein Rauch gezogen, ergab die Kontrolle der Feuerwehr. Im Einsatz waren drei Löschzüge und zwei Drehleitern sowie Ralf-Jörg Hohloch, Leiter des Amts für Brand und Katastrophenschutz, und Vize-Stadtbrandmeister Roland Neininger, außerdem elf Angehörige des Rettungsdienstes und zwei Notärzte.

Zwei weitere Hausbewohner erlitten leichte Rauchgasvergiftungen. Sie wurden medizinisch untersucht, ebenso die beiden zuerst eingetroffenen Polizisten.

Warum der Brand ausgebrochen ist, war am Montag noch unklar. Die Ermittlung laufe, die Wohnung sei versiegelt, sagte Riske. "Wir haben keine Hinweise auf Brandstiftung." Genaue Erkenntnisse zum Schaden gab es noch nicht. Erste vorsichtige Schätzungen lagen laut Polizei bei etwa einer halben Million Euro.