Das alles steckt im Bleistift

Gabriele Zahn

Von Gabriele Zahn

Sa, 19. September 2015

Waldkirch

Am Sonntag beginnt die Ausstellung "Bleistift" von sieben Künstlern im Georg-Scholz-Haus.

WALDKIRCH. Am Sonntag wird im Georg-Scholz-Haus die Ausstellung "Bleistift" eröffnet mit Werken der Künstler Harald Herrmann, Martin Kasper, Dieter Maertens, Herbert Maier, Marianne Maul, Jürgen Meyer-Isenmann und Heinz Treiber. Die Ausstellung zeigt, wie vielfältig zeitgenössische Bleistiftzeichnungen sein können. Die Ausstellung kann bis 11. Oktober besichtigt werden. Die Vernissage ist um 11 Uhr.

Bleistiftzeichnungen werden selten gezeigt, informiert Kurator Roland Krieg, es sei die Idee von Jürgen Meyer-Isenmann gewesen, sich dem Thema Bleistift anzunehmen. Meist seien Bleistiftzeichnungen Beiwerk zu Gemälden und Kunstgegenständen.

Dieter Märtens nimmt Landschaften ins Visier. Bei der Umsetzung auf das Papier nimmt er sich sehr zurück und differenziert in Nuancen. Erst auf den zweiten Blick werden die Strukturen sichtbar und rufen Emotionen hervor. Seine Gestaltungsweise reicht von gegenständlich bis abstrakt.

Für Heinz Treiber steht im Zentrum der Kreis mit einem leeren zentrischen Bereich. Darüber legt er den Kreis in aufgesplitterter Form, Ovale, die wie um den Kreis herum rhythmisch tanzen. Mit Farbe setzt er gezielt und akzentuiert Gegenpole.

Harald Herrmann beschäftigt sich mit dem Thema Mensch. Seine Porträts sind aber nicht naturalistisch wie die von Martin Kasper, sondern in einer Einheit abstrakt und konkret. Herrmann bringt Linien, Flächen und Leerflächen in einen Zusammenhang und baut so Spannung auf.

Die Werke von Marianne Maul wirken naturalistisch. Sie führt Gegenständliches ins Abstrakte. Die Bilder zeigen abgebrochene Mauern oder anderes, das seinen Dienst für die Menschen getan hat; sie regen beispielsweise zum Nachdenken darüber an, wie mit der Umwelt umgegangen wird, ohne den Zeigefinger zu erheben.

Jürgen Meyer-Isenmann stellt aus seinem Zyklus "Memory, 19 Blätter 2009 bis 2014" die Zeichnungen aus. Mit seinen Zeichnungen versucht er Konzepte zu durchbrechen. In der absoluten Abstraktion assoziiert der Betrachter wieder Gegenständliches.

Herbert Maier hat extra für diese Ausstellung die Serie "Welle und Teilchen" geschaffen. Seine Bilder wirken sehr plastisch. Dabei reichen sie von abstrakt bis realistisch. Auch ein Selbstporträt findet sich unter seinen ausgestellten Werken.

Martin Kasper zeigt sieben Porträts. Alle abgebildeten Personen haben geschlossene Augen. Dies distanziert, anonymisiert die Person und lenkt den Blick den Betrachters stärker nach innen, als bei normalem Blickkontakt.

Begleitprogramm: Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, 20. September, um 11 Uhr. Volker Bauermeister wird in die Ausstellung einführen. Am 10. Oktober rezitiert Wolff-Ulrich Fenske aus den Werken des Dichters François Villon. Réne Boschert wird den Abend musikalisch begleiten. Beginn ist um 20 Uhr. Karten sind in der Buchhandlung Augustiniok erhältlich. Die Ausstellung kann bis 11. Oktober besichtigt werden, freitags und samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 15 Uhr.