"Neuen Akzent gesetzt"

Das Benefiz-Festival "Come Together" geht in Lahr in die zweite Runde

Mark Alexander

Von Mark Alexander

So, 16. Dezember 2018 um 16:21 Uhr

Lahr

BZ-Interview mit Wolfgang Richter von der Lahrer Rockwerkstatt über Premiere und Perspektiven des Benefiz-Festivals "Come Together"

LAHR. Das Benefizfestival der Lahrer Rockwerkstatt geht am zweiten Weihnachtsfeiertag in die zweite Runde. Vier Bands spielen ohne Gage, der Erlös geht an die Aktion Weihnachtswunsch der Badischen Zeitung. Mark Alexander hat mit Wolfgang Richter, dem Vorsitzenden der Rockwerkstatt, über die Premiere und die Perspektiven gesprochen.

BZ: Kreidlinger und Bäuerle gibt’s am 25. Dezember gleich im Dreierpack. Und wenn die Kult-Ermittler über die Leinwand stolpern, ist der Schlachthof traditionell prall gefüllt. Bleibt da noch Luft für ein Konzert am zweiten Weihnachtstag?
Richter: Wir machen das ja nicht zum ersten Mal so. Am 23. das Before X-mas-Konzert, am 25. Kreidlinger und Bäuerle und am 26. das Konzert nach Weihnachten. Das ist schon fast Tradition, wie Schäufele und Kartoffelsalat an Heiligabend. Kritische Stimmen kommen da höchstens von meiner Frau, weil ich über die Feiertage ständig im Schlachthof bin.
BZ: Aber die Resonanz auf die Konzerte am zweiten Weihnachtsfeiertag hatte zuletzt doch abgenommen.
Richter: Ja, das stimmt. Viele haben eben schon die Filmvorstellung am ersten Weihnachtstag als Treffpunkt im Schlachthof genutzt – und nicht mehr so viele das Konzert am Tag darauf. Mit dem Benefizkonzert haben wir dann einen neuen Akzent gesetzt.
BZ: Und das hat funktioniert?
Richter: Ich hätte nicht gedacht, dass so viele kommen. Das waren um die 200 Besucher, wir konnten 2000 Euro spenden. Für eine Premiere lief das gut. Aber natürlich freuen wir uns über eine noch größere Resonanz in diesem Jahr.
BZ: Gibt es Änderungen beim Konzept?
Richter: Wir bleiben bei vier Bands, jede spielt eine Dreiviertelstunde. Das passt genau, das ist nicht zu viel und nicht zu wenig. Es gibt an diesem Abend keine Vor- oder Hauptbands mit unterschiedlichen Spielzeiten, alle haben die gleichen Voraussetzungen. Und wir fangen um 20.30 Uhr an. Pünktlich!
BZ: Wie läuft die Bandauswahl?
Richter: Wir schauen schon, dass jetzt nicht vier Heavy-Metal-Bands oder vier Schmusebands spielen (lacht). Die Band "von Welt" hat beispielsweise im Sommer gefragt, ob sie drei Tage über unsere Anlage im Schlachthof proben kann. Und jetzt revanchiert sie sich eben durch den Auftritt beim Benefiz-Konzert. Mit Dominik Büchele können wir den Publikumsradius noch erweitern. Ma’ma Lala sprechen dann noch einmal ein anderes Publikum an, vielleicht eher Leute in meinem Alter. Und ein Platz ist ja immer für den Emmendinger Come-Together-Verein reserviert, der uns eine Band vorschlägt. Diesmal ist das Seven Purple Tigers.
BZ: Stichwort Vorbild Emmendingen – inwieweit ist diese Idee auch in Lahr umsetzbar?
Richter: Dort gibt es schon seit einigen Jahren ein Benefiz-Open-Air auf dem Tafelberg. Das ist ein wunderschönes Gelände, eine richtige Freiluftarena, dazu noch stadtnah gelegen. Letztes Jahr war schon viel los, dieses Jahr war es sogar noch voller. Die Veranstaltung ist in Emmendingen etabliert. Das ist auch hier unser Ziel.
BZ: Auch ein Sommer-Open-Air nach Emmendinger Vorbild war schon im Gespräch. Klappt das nächstes Jahr?
Richter: Die Idee gibt es. Dieses Jahr hatten wir allerdings die Landesgartenschau. Und nächstes Jahr ist schon wieder Stadtfest. Aber übernächstes Jahr wäre das eine Option. Da hätten wir dann auch genügend Vorlauf, um Sponsoren zu finden wie in Emmendingen.
BZ: Wäre dafür auch das Landesgartenschau-Gelände eine Option?
Richter: Ja. Wenn die Stadt das auch will, dann haben wir bestimmt nichts dagegen.
BZ: Und was wäre dann mit dem Konzert am zweiten Weihnachtsfeiertag?
Richter: Der bleibt für das Benefizkonzert reserviert. Dann gäbe es eben alle zwei Jahre zwei Benefizveranstaltungen. Das schadet ja nicht, ganz im Gegenteil.

Wolfgang Richter (50) ist Vorsitzender der Lahrer Rockwerkstatt.

Die Bands



von Welt:

Die vierköpfige Formation mit Mitgliedern aus Lahr und Oberschopfheim bezeichnet ihren Stil als Post-Pop. Im vergangenen Jahr ist ihre erste EP mit Titel "Milliardenstadt" erschienen. Bekannt wurde die Band, die aktuell durch ganz Europa tourt, durch ihre "Stillen Konzerte".
Dominik Büchele:
Der Singer/Songwriter aus Kappel-Grafenhausen hat im Frühjahr sein Album "The Journey" veröffentlich, auf dem er seine 3500 Kilometer lange Wanderung auf dem Pacific Crest Trail verarbeitet. Bekannt wurde er 2009 durch seine Teilnahme an der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar".
Ma’ ma Lala:
Groovige Rockmusik mit deutschen Texten, die ohne erhobenen Zeigefinger auskommen, müssen nicht zwangsläufig vom Schmerz der Liebe handeln. Das wollen die fünf Musiker von Ma’ma Lala um Sängerin Sabine Veit in ihren Liedern beweisen.
Seven Purple Tigers:
Seven Purple Tigers kommen aus dem Emmendinger Raum. Die deutsch-amerikanische Alternative-Rock-Band kommt über den Emmendinger Partnerverein, der die Come-Together-Festivals aus der Taufe gehoben hat, nach Lahr.

Weitere Infos zum Konzert gibt es unter http://www.rockwerkstatt.de. Infos zum Emmedinger Verein gibt es unter cometogether.webflow.io