Das erste Mal beim EHC Freiburg

Christoph Giese

Von Christoph Giese

Mo, 19. Februar 2018 um 17:01 Uhr

EHC Freiburg

Warum trägt der Spieler einen goldenen Helm und was singen da eigentlich die Fans? fudder-Mitarbeiter Christoph Giese war am vergangenen Freitag zum ersten Mal bei einem Spiel des EHC Freiburgs. Was hat er erlebt?

Für Eishockey habe ich mich bislang nicht besonders interessiert, es wenn überhaupt vereinzelt im Fernsehen wahrgenommen. Am vergangenen Freitag jedoch habe ich kurzerhand mit ein paar Freunden beschlossen, ein Spiel des EHC Freiburg in der Franz-Siegel-Halle zu besuchen.

Stadionerfahrung konnte ich vom Fußball zwar schon reichlich vorweisen, im Eishockey aber nicht – sowieso würde man mich wohl als Laien bezeichnen. So stellten sich während des Spiels natürlich ein paar Fragen für jemanden, der zum ersten Mal gewissenhaft ein komplettes Eishockeyspiel sieht: Inwiefern unterscheiden sich die vier Schiedsrichter? Warum trägt jeweils ein Spieler pro Team einen goldenen Helm? Und wieso wurde diese oder jene Aktion abgepfiffen?

"Man sollte sich also warm anziehen – und das auch im übertragenen Sinn."

Das Wichtigste zu Beginn: Von der Tatsache, dass Eishockey in einer Halle, also drinnen stattfindet, sollte man sich nicht täuschen lassen. Die Temperaturen in der Halle unterscheiden sich gefühlt fast gar nicht von den winterlichen Außentemperaturen. Man sollte sich also warm anziehen – und das auch im übertragenen Sinn, denn neben den eisigen Temperaturen geht es sowohl auf dem Eis als auch auf den Rängen ruppig zu, und man bekommt den einen oder anderen Spruch unter der Gürtellinie zu hören.

Etwa eine Stunde vor Spielbeginn waren wir an der Halle und kauften uns die Eintrittskarten. Für Studenten kostet ein Stehplatz 10 Euro, ein angemessener Preis. Da ich aus den Fußballstadien sonst etwas größere Dimensionen gewohnt bin, war das Eisstadion doch eine nette Abwechslung. Die Wege sind kurz und lange Wartezeiten gibt es weder bei den Tickets noch bei den Toiletten oder der Verpflegung. Zum Thema Verpflegung: 6,80 Euro kostet die Grillwurst mit Bier. Generell erscheint eine Eishockeypartie mit ihren zwei Pausen zum Bierholen deutlich geeigneter als ein Fußballspiel.
"Hilfreich waren die Durchsagen des Stadionsprechers beispielsweise bei Zeitstrafen."

Kurz vor Spielbeginn hat sich die Halle dann auch sehr gut gefüllt, die Stimmung war von Anfang an super, und natürlich darf in Freiburg auch beim Eishockey das Badnerlied nicht fehlen. Das Spiel war schnell, und schnell ging’s auch mit dem ersten Freiburger Tor. Das beflügelte die Stimmung noch zusätzlich. Insgesamt sollte an diesem Abend drei Mal die Tor-Musik von Scooter durch die Halle dröhnen, denn der EHC gewann am Ende 3:0 gegen die Kassel Huskies. Einige der Fangesänge kamen mir vom Fußball bekannt vor, allerdings werden die Spieler beim Eishockey vom siebten und nicht vom zwölften Mann angefeuert.

Zu meiner Überraschung konnte ich den Puck über den Großteil der Zeit gut verfolgen, nur ab und zu verlor ich ihn kurz aus den Augen. Hilfreich waren die Durchsagen des Stadionsprechers beispielsweise bei Zeitstrafen. Der Sprecher gibt durch, wenn ein Spieler das Feld verlässt und wenn er es wieder betritt. Sobald die gegnerische Mannschaft wieder vollzählig ist, kommentiert der Freiburger Anhang das relativ unbeeindruckt: "Die Kassel Huskies sind jetzt wieder komplett", vermeldet der Sprecher. Worauf die Nordkurve einstimmig "Na und?" antwortet.
"Die Sprüche waren letztlich eher zum Lachen als tief verletzend."

Beim Eishockey geht es grundsätzlich hart zu. Mehrere Male sind die Akteure kurz davor, Unstimmigkeiten mit ihren Fäusten zu klären. Dazu skandieren die Fans "Auf die Fresse, auf die Fresse". Dennoch war es keine unangenehme, sondern eine über das gesamte Spiel friedliche Atmosphäre, trotz einiger Beleidigungen und Sprüche in Richtung der Schiedsrichter wie der Spieler. Die Sprüche waren letztlich eher zum Lachen als tief verletzend.

Alles in allem war es ein tolles Erlebnis und hat großen Spaß gemacht. Die Stimmung war super, unser Stehplatz ebenso. Das Spiel war gut, und mit der Zeit und der Hilfe einiger Fans in der Halle wurden manche Aktionen auf dem Platz noch logischer - und so klärten sich schließlich auch alle Fragen:

Die Schiedsrichter mit den roten Armbinden sind die Hauptschiedsrichter, die Spieler mit dem goldenen Helm sind die derzeit besten Schützen und es gibt Abseits im Eishockey. Ein sowohl lehrreicher als auch spannender und interessanter Abend. Ich werde sicher wiederkommen.

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