Schweighausen

Das große Jahr im Bergdorf beginnt

Theo Weber

Von Theo Weber

Fr, 11. Januar 2019 um 16:48 Uhr

Schuttertal

Mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen feiern die Schweighausener in diesem Jahr den 800. Geburtstag des Bergdorfs. Auftakt ist am Sonntag.

Mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen feiern die Schweighausener in diesem Jahr den 800. Geburtstag des Bergdorfs, Auftakt ist am Sonntag. Cuno von Sweichusen wird dabei in diesem Jahr besonders zu Ehren kommen, sein Name oft genannt werden. Dabei ist der Name Cuno eher von geringerer Bedeutung. Weit bedeutungsvoller ist der Namenszusatz "von Sweichusen".

Über Cuno ist über den Namen hinaus bis heute auch herzlich wenig bekannt, was Gerhard Finkbeiner im Heimatbuch Schweighausen belegt. Weit bedeutungsvoller ist der Namenszusatz "von Sweichusen". In einer Urkunde vom 16. November 2019, mit der Rudolf I. von Üsenberg das Kloster Tennenbach mit Äckern und Wiesen belehnt, wird besagter Cuno von Sweichusen als Zeuge (siehe Dokument-Foto unten) genannt. Damit taucht Schweighausen erstmals nachweisbar in einer Urkunde als Ortsname auf. Die Besiedlung der heutigen Gemarkung Schweighausen hat aber bereits früher begonnen. Ob allerdings bereits die Kelten sich ausgerechnet hier mitten in der Wildnis angesiedelt haben, daran sind Zweifel durchaus erlaubt.

Der Beginn der Rodung und damit die Besiedlung des oberen Schuttertals, ist auf das 10. und 11. Jahrhundert zu datieren. Grundherr war bereits damals das Kloster Ettenheimmünster. Bernhardus Stöber, der von 1775 bis 1795 Pfarrer in Schweighausen mit den Filialen Dörlinbach und Wittelbach war, schreibt über den "Ursprung der Pfarrei Schweighausen" in seinem Vorbericht: "Das ist ganz sicher, dass der ganze Ort, der jetzt Schweighausen genannt wird, im Jahr 900 noch eine völlige Wildnis gewesen ist, und dass es erst von dieser Zeit hat angefangen, bewohnt zu werden".

Am Beginn der Geschichte Schweighausens stand eine "Schweige", ein Viehhof. Um ihn herum siedelten sich nach und nach Menschen an. Bernhardus Stöber schreibt weiter: "Es ist auch gewiss, dass die Einwohner sowohl hier als auch zu Dörlinbach, welcher Ort älter ist als Schweighausen, was das Seelenheil betrifft von den Religiosen unseres Klosters anfänglich sind versehen worden. Gleichwie sie im Zeitlichen dem Kloster unterworfen waren. Nachdem sich das Volk an beiden Orten vermehrte, so haben sie hier eine Kirche gebaut gleichwie die zu Dörlinbach eine Kapelle." 1132 konsekrierte der frühere Bischof Ulrich von Konstanz, ein Bruder des Abts von Ettenheimmünster, die beiden Gotteshäuser in Dörlinbach (9. Juli) und Schweighausen (11. Juli).

Allerdings ist das Datum der Weihe der Kapelle in Schweighausen nicht urkundlich nachweisbar dokumentiert, sondern nur in einem Eintrag in einem Kopialbuch des Klosters von 1564 überliefert. Deshalb kann Schweighausen (ebenso wie Dörlinbach) auch nicht das Jahr als Jahr der Ersterwähnung des Ortsnamens und damit als Gründungsjahr nehmen, sondern eben das Jahr 1219.

» Den Auftakt zum Jubiläumsjahr macht der Neujahrsempfang der Gemeinde morgen, Sonntag, um 10 Uhr in der Bergdorfhalle in Schweighausen.

Die Frauenfasent des Frauenbundes am Freitag, 1. März, steht zum Jubiläumsjahr unter dem Motto "Schön war die Zeit".

» "Alphorn meets Gospel" heißt es am Sonntag, 17. März, in der Romanuskirche. Das Alphornbläserquartett Edelweiß lädt zusammen mit dem Gospelchor "Go2gether" aus Wagenstadt zu einem besonderen Konzert ein.

Mit dem Festbankett mit lokalen Akteuren in der Bergdorfhalle feiert die Gemeinde am Samstag, 30. März, den offiziellen Einstieg in die Jubiläumsfeierlichkeiten.

» Zum Kirchenkonzert lädt der Musikverein für Mittwoch, 17. April, in die Romanuskirche ein.

Ein besonderer Höhepunkt ist der Kohlemeiler, der am Samstag, 11. Mai, angezündet wird. Aus 25 Ster Holz soll dann bis zum 24. Mai Holzkohle werden. Die Waldservice Ortenau, deren Chef der Schweighausener Kurt Weber ist, bringt dieses Schmankerl ins Bergdorf. Rund um den vor sich hin glimmenden Meiler sind jeden Tag in den Abendstunden Veranstaltungen geplant. Die am Ende (hoffentlich) übrig bleibende Holzkohle wird übrigens an Interessenten verkauft.

Oldtimer stehen hoch im Kurs: Der Motorsportclub Schweighausen bringt sich in die Jubiläumsfeierlichkeiten ein und richtet am Freitag und Samstag, 17. und 18. Mai, die ADAC Südbaden Historic aus: Die Ankunft von 70 bis 80 Oldtimern wird zu diesem Anlass im Bergdorf erwartet.

» Das große Jubiläumsfest steigt dann von Samstag, 8. bis Montag, 10. Juni rund um die Bergdorfhalle. Höhepunkte des vorwiegend musikalisch geprägten Programms sind die Auftritte der "Allgäu Power" am Samstagabend und der Formation "Alpenblech" am Sonntagabend. In der Bergdorfhalle findet am Festwochenende eine Ausstellung statt, die Schweighausen gestern und heute zeigt. Über die Festtage ist, wie auch das ganze Jahr über, die Kräuterspirale, die im Gelände bei der Kirche angelegt worden ist, anzuschauen.

Nostalgie ist am Samstag, 27. Juli, bei der Enduro-Klassik angesagt. Die Älteren erinnern sich noch an die legendären Geländefahrten "Rund um Schweighausen", an Namen wie Erwin Schmider aus Wolfach oder Karl Bräutigam aus Lahr, Cross-Legenden der 1960er und -70er Jahre. Auf einer verkürzten Rennstrecke des MSC soll an dieses Schweighausener Sportereignis erinnert werden.

Der Kreis schließt sich mit einem großen Fest

» Der 90. Geburtstag des Schützenvereins Schweighausen, das er von Samstag, 10. bis Montag, 12. August, begeht, ist ebenfalls in das Dorfjubiläum eingebunden.

Ein Badischer Tag ist am Samstag, 20. Oktober, im Schützenhaus. Ihn richten der Schützenverein und der Frauenbund gemeinsam aus.

Zum guten Schluss: Am 16. November 1219 ist der Ortsname Schweighausen erstmals in einer Urkunde erwähnt. Genau 800 Jahre später, am 16. November 2019, schließt sich der Kreis der Veranstaltungen im Jubiläumsjahr mit dem Abschlussfest und der Geburtstagsfeier in der Bergdorfhalle.



Weitere Informationen gibt es unter
http://mehr.bz/schweighausen800