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29. März 2010

Das große Schülersportfest

Fast 2000 Jungen und Mädchen laufen mit ihren Klassenstaffeln auf der Strecke des Marathons.

  1. Banges Warten und Daumendrücken: Wo bleibt der Klassenkamerad? Foto: Rita Eggstein

  2. Beim Chipwechsel geht es um Sekunden. Foto: Rita Eggstein

Während die Großen auf die Baumänner und Kenianer schauen, ist für die Jüngeren der Freiburg-Marathon ein außerschulisches Sportfest. Und es wird immer beliebter. Fast 2000 Kinder und Jugendliche rannten gestern mit ihren klasse Klassenstaffeln je ein Siebtel Halbmarathon. Ein Ereignis für die ganze Familie – denn Logistik und Transport sind eine echte Herausforderung in einer abgeriegelten Stadt.

Bereits lange vor dem Start bestimmen kurzhosige Jungen und Mädchen das Stadtbild. Väter radeln durch die Straßen, um Kinder-Bikes von einem Standort zum anderen zu rollen. Denn es bedarf strategischer Überlegungen, die Schüler zu ihren sieben Wechselstellen zu bringen und abzuholen. Dort finden sich fast so viele Eltern wie Läufer ein, die entweder mit Rad oder Cityroller kommen oder ihr Auto so zu parken versuchen, dass sie anschließend irgendwie in die Nähe des Messegeländes gelangen können. Dort ist Anfang und Ende aller Wettbewerbe.

Auch so mancher Brummifahrer auf der B 31 hat so seine Schwierigkeiten. Denn die Umleitung über den Schlossbergring (wegen der wackligen Dreisamufermauer) brauchte wegen des Marathons eine Umleitung durch die Talstraße. Die Beschilderung gab da durchaus Rätsel auf.

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In der Mozartstraße im Stadtteil Herdern ist die sechste Wechselstelle des "S’cool Run". Hier müssen die Fünftklässler bis Abiturienten den Chip tauschen, der die Zeit misst. Im Durcheinander können wertvolle Sekunden verstreichen. Deshalb signalisieren routinierte Eltern ihrem sportlichen Nachwuchs schon von weitem, wo es lang geht. Das Berthold-Gymnasium in der Oberau setzt Pappschilder mit den blauen Buchstaben "BG" ein, das Staufener Faust-Gymnasium schwenkt lila Plastikwimpel, das Marie-Curie-Gymnasium Kirchzarten hisst orangene Krepppapierfahnen.

Die Spannung steigt, als die ersten Marathoni vorbeikommen. Ihnen verschafft der fröhliche Pulk einen Adrenalinschub. Je näher der Moment rückt, zu dem die Klassenkameraden erwartet werden, um so enger wird die Gasse in der Mozartstraße.

Anna Nagel vom Kepler-Gymnasium im Rieselfeld wollte für ihre Premiere gleich eine lange Strecke. Die Kunstturnerin hat eifrig trainiert: "Ich geh’ immer mit meiner Mutter im Seepark laufen", sagt die Elfjährige. Sie fiebert ihren 3,4 Kilometern bis zur letzten Wechselstelle in der Zähringerstraße entgegen.

Meist sind es die Sportlehrer und vorwiegend an Gymnasien, die die Staffeln melden. So wie im Rotteck-Gymnasium in der Wiehre. Vor allem Fußballer sind im Einsatz, so wie der Fünfklässler Damian Ljubec: "Ich brauch’ kein Konditionstraining", strotzt der Zehnjährige voller Zuversicht. Und Louis Lang, 12, aus der sechsten Klasse formuliert sein Ziel: "Gegen das Droste gewinnen."

Nun, es hat nicht sollen sein. Das Droste-Hülshoff-Gymnasium in Herdern räumt wieder einmal ab – auch in der sechsten Klasse. Nach dem "S’cool Run" findet in der Messehalle der Ehrungsmarathon für die Schüler statt. Während es draußen kalt zu nieseln beginnt, verdrücken verschwitzte Kinder riesige Nudelberge, und die besten drei Teams jeder Klassenstufe, getrennt nach Männlein und Weiblein, dürfen auf der Bühne zu dramatischer Filmmusik ihre Auszeichnung entgegen nehmen. Die Achtklässlerin Constanze Hopp von der Weiherhofrealschule in Herdern hat schwere Beine: "Aber es war toll, über die Wiwilibrücke zu laufen", schwärmt sie. Und keine Frage: Sie ist nächstes Jahr wieder dabei.

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Autor: Uwe Mauch