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09. März 2011

Das hat sich nur der Bernauer erlaubt . . .

Gelungene Schnitz-Zieschdig-Premiere mit kritischen Worten .

  1. In Trauer vereint: Zunftpräsident Armin Eschbach (links) und Ehrenpräsident Hans-Jürgen Dietrich Foto: Stefan Sahli

MURG. In Murg ist die Fasnacht 2011 Geschichte. Erstmals wurde sie gestern Abend bei einem Schnitz-Zieschdig e in einem würdigen Rahmen mit Trauerzug, Rede und Kehraushock zu Grabe getragen. An die 250 Trauernde werden es wohl gewesen sein, die dem launigen Rückblick von Ehrenpräsident Hans-Jürgen Dietrich lauschten, der der Murger Fasnacht ein insgesamt gutes Zeugnis ausstellte – ganz im Gegensatz zu Bürgermeister Adrian Schmidle, der ihm ein bisschen zu oft durch Abwesenheit geglänzt hat.

Auch der Narrengötti, Dekan Peter Berg, fehlte bei der Trauerfeier vor dem alten Feuerwehrgerätehaus wie zuvor schon bei der Strabufa-Eröffnung, was Dietrich aber weitaus weniger erzürnte als das wiederholte Fehlen des Bürgis: "Adrian Schmidle, überall trifft man ihn, nur nicht in Murg." "Adrian auf der Suche nach neuen Böcken", so ein Slogan des Ehrenpräsidenten, der dem Rathauschef kein gutes Ende prophezeit. So sei er seit Norbert Bernauer der erste Bürgermeister gewesen, der heuer die über ihn verhängte Strafe nicht angetreten habe – "und was aus Bernauer geworden ist, weiß man ja", sagte er in Erinnerung an den 1991 abgewählten Bürgermeister. Der Bürgi dürfte auch die Schirmherrschaft für das Narrentreffen der Vereinigung Hochrheinischer Narrenzünfte nächstes Jahr in Murg los sein, sollte er sich den Narren weiter verweigern: "Dann werden wir die Schirmherrschaft meistbietend versteigern."

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Ein Kehraus nach Maß war’s gleichwohl für die Narrenzunft. Angeführt von Musikern der Feuerwehrmusik ging es mit getragenen Weisen von der Halle vors alte Gerätehaus. Anschließend wurden noch etliche Tränen vergossen. Nach dem Fasnachtsfeuer klang der Abend bei Speck, Brot, Birnenschnitzen und Musik versöhnlich aus. Und: "s’goht degege."

Autor: Stefan Sahli