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28. Juli 2012
Gentechnik
Das ist eine dreiste Verdrehung der Tatsachen
Zu: "Eine kleine Demo und ein Platzverweis", Beitrag von Jürgen Schickinger (Land und Region, 21. Juli):
Das ist Lobbyismus pur: Da stellt sich ein Vertreter eines selbsternannten, von der Gentechnik-Industrie finanzierten "Forums", das sich noch das Attribut "grün" umhängt und so vom positiven Image der grünen Politik profitiert, vor die Kirche und gibt vor, sich um die Kinder, die auf unserem Globus an Hunger sterben, zu sorgen mit der Behauptung, dass die Agro-Gentechnik den Kindern helfen kann.
Genau das Gegenteil ist der Fall. Denn Agro-Gentechnik wird vor allem eingesetzt, um die Bauern abhängig von der Industrie und der Chemie zu machen und auf fruchtbaren Böden Pflanzen zur Produktion von Energie oder Industrierohstoffen anzubauen. In einer Welt, in der jeden Tag Millionen Tonnen industriell erzeugter Nahrungsmittel vernichtet und in der fruchtbare Böden in armen Ländern für den Anbau von Futterpflanzen für die Produktion von Billigfleisch in den Industrieländern missbraucht werden, sind Rehbergers Behauptungen eine dreiste Verdrehung der Tatsachen.
Es ist empörend, dass sich die Gentechnik-Industrie nicht zu schade ist, die hungernden Kinder zur Steigerung ihres Images zu missbrauchen. Dass Erzbischof Zollitsch ein Gespräch mit diesem Lobbyverband bis jetzt abgelehnt hat, zeugt von einer gewissen Unabhängigkeit der Kirche von der Industrie. Hoffentlich bleibt das so.
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Autor: Dietmar Ferger, Lörrach



