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17. März 2017

Das Leben, die Großstadt, das Jungsein

Das Lörracher Festival Between the Beats, das kleine Stimmen-Format, hat sich der jungen Popmusik verschrieben.

  1. Fusion aus Sido und Helene Fischer: der Berliner Sänger und Rapper Romano Foto: promo

"Stimmen" ist das etablierte Lörracher Musikfestival, aber nicht einzige. Seit 2013 pflegt der Burghof ein zweites, kleines Format, und zwar "Between the Beats". Dieses hat sich der jungen Popmusik verschrieben. Im April findet bereits die fünfte Ausgabe des Kleinfestivals statt und das zum zweiten Mal mit einem nächtlichen Konzertblock im Alten Wasserwerk.

Hoch gehandelt im Line-Up wird vor allem die 2012 gegründete Berliner Band Von Wegen Lisbeth. 2014 blitzte diese erstmals am deutschen Pophimmel auf. 2016 schaffte die Indiepop-Kombo um Sänger und Gitarrist Matthias Rohde mit dem Debütalbum "Grande" den Durchbruch. Das Quintett (Gesang, zwei Gitarren, Bass, Synthesizer, Schlagzeug) aus Steglitz, das die ersten musikalischen Gehversuche noch im Hardcorepunk machte, erinnert inzwischen eher an Jens Friebe oder Bosse und gilt als Belebung der Konzertlandschaft. Seine Themen sind das Leben, die Großstadt, das Jungsein, besondere Stärken aber sind Ironie und der Verzicht auf Pathos (8. April Burghof).

Musikalische Spannung verspricht auch Roosevelt; der Kölner DJ, Produzent und Multiinstrumentalist klingt nach amerikanischer Westküstendisco der 1970er und britischem Pop der 1980er, zusammengehalten von modernen Rhythmusgerüsten. Roosevelt "will Retro, aber nicht als Rekonstruktion, sondern als Rekombination", wie Der Spiegel einmal formulierte. Zu Between the Beats kommt Roosevelt mit seiner Liveband (7. April, Burghof).

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Romano liebt Rap, weil er gerne redet, Metal, da er gerne tanzt, Schlager, weil er gerne singt. Mit "Klaps auf den Po" hatte er zuletzt landesweit Erfolg. Das 2016 erschienene Debütalbum "Jenseits von Köpenick" sei "der Beweis, dass die Fusion aus Sido und Helene Fischer funktioniert", so der Musikexpress (Burghof, 7. April). Ebenfalls dabei ist die Kölner Formation Von Spar und ihr "kulturelles Vorwärts-Recycling" (Spex), das von Techno, Noise, Synthypop und Postpunk inspiriert ist (8. April, Burghof).

Vervollständigt wird das Tableau durch die Londoner Indierock-Band Clock Opera um Guy Connelly (7. April, Burghof) und die vier von Nihils, eine Band aus Tirol, die sich in Berlin neu erfunden hat und für tanzbaren Elektropop steht (7. April, Burghof). Im Alten Wasserwerk gastieren Faber, alias Julian Pollina, ein Twen aus Zürich und für die Zeit der vielversprechendste Newcomer der Schweizer Popszene, und Kafka (8. April, 22.30 Uhr).



7./8. April, Burghof und Altes Wasserwerk, Lörrach.
Vorverkauf: www. bz-ticket.de

Autor: alb