Fischer Küchen

"Das muss doch besser gehen!" – Raimund Fischer im Portrait

Do, 08. Juni 2017 um 13:14 Uhr

Anzeige Auf 25 Jahre Firmengeschichte kann Raimund Fischer zurückblicken. Aber die Geschichte seines Unternehmens ist auch die Geschichte seines Lebens. Ein Portrait:

Sein Vater hat ihm das Arbeiten beigebracht, sagt Raimund Fischer, wenn man ihn nach seiner Arbeitshaltung fragt. "Schaff’ was, dann hast du auch Geld" zitiert er zusammenfassend die Einstellung seiner Eltern. Und vielleicht ist es dieses simple Credo, das den Hauptschüler und Schreiner dort hingebracht hat, wo er heute als Unternehmer steht.

Nach seiner Schreinerausbildung arbeitete er selbstständig und bei der Firma Kramer, montierte mit gerade mal 21 Jahren schon eigenständig Metzgereien in ganz Europa. Als die Mauer fiel, kamen auch viele Aufträge in Ostdeutschland dazu. Schlimme Unterkünfte und fehlende Infrastruktur ließen in ihm allmählich den Entschluss reifen, so nicht mehr arbeiten zu wollen.

Fischer begann in Südbaden Küchen zu montieren, allerdings war der Frustrationsgrad auch in diesem Job hoch. Die angelieferten Küchen waren oft mangelhaft, falsch bestellt oder von schlechter Qualität. Keine Küche funktionierte einfach. "Da hab’ ich mir gedacht "Mensch, das muss doch besser gehen!’" sagt Fischer. "Also habe ich angefangen aus dem Wohnzimmer heraus Küchen zu verkaufen." Da war er 25 Jahre alt.

Mit "aus der Hüfte geschossen" beschreibt er sein erstes Küchenatelier in Winden im Elztal. 1996 mietete er die 60 Quadratmeter große Räumlichkeit und investierte 150.000 Deutsche Mark. Innerhalb von drei Jahren hatte er damit genügend Geld verdient, um sein großes Küchenatelier in Gutach zu bauen. Das wurde am 1. Weihnachtsfeiertag 1999 eröffnet, einen Tag später riss Sturm Lothar das komplette Dach weg.

Fischer arbeitete jeden Tag von morgens um sieben bis abends um zehn, steckte all sein Geld und seine Energie in das Unternehmen. Eine Geschäftspartnerschaft die er drei Jahre lang einging raubte ihm bald den letzten Spaß an der Arbeit. Im September 2004 wurde die Partnerschaft einvernehmlich aufgelöst, seither geht es wieder bergauf. Als "Luxus alleine Entscheidungen zu treffen" bezeichnet Fischer die zurückerworbene Freiheit.

Mittlerweile sind noch Filialen in Freiburg, Offenburg, Villingen und Waldshut-Tiengen dazu gekommen. Jetzt soll auch noch der Schweizer Markt erobert werden. Und die Expansionslust ist immer noch da, "aber es muss Sinn machen". Stillstand ist für Fischer keine wirkliche Option, auch privat nicht. Neben dem Aufbau seines Geschäfts hat er sich konstant weitergebildet, seinen Meister gemacht und dann ein Studium drangehängt. Seine Frau hält ihm den Rücken frei und ein Mal im Jahr geht es für 10 Tage zum Fasten. "Da finde ich mich dann immer wieder".

Gibt es Dinge, die Raimund Fischer bereut? Er muss eine Weile nachdenken. "Ich könnte Ihnen tausend Dinge auflisten, die ich falsch gemacht habe. Aber hätte ich die nicht gemacht, wäre ich nicht zu gewissen Erkenntnissen gekommen." Nach hinten zu schauen ist Fischers Sache nicht. Nach vorne geht’s. Und weiter.