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30. Dezember 2016

Ettenheim

Das Programm für den Ettenheimer Musiksommer 2017 steht

Musiksommer perfekt / Besondere Begegnung mit Künstlern.

  1. Sichern die Finanzen des Musiksommers: Eugen Weber (links) und Paul Jensen Foto: Olaf Michel

  2. Vorfreude steht in den Gesichtern geschrieben nach der Vorstellung des Programms für den ersten Musiksommer 2006: Bernd-Volker Harting (damals Vorsitzender der Musikfreunde), Wolfgang Ewald (Beirat), Verena Fütterer (L’art du Bois, Premieren-Ensemble), Bürgermeister Bruno Metz und Urte Lucht (Beirat). Foto: FOTOS: SANDRA DECOUX-KONE

ETTENHEIM. Das Programm für den Ettenheimer Musiksommer 2017 steht. "Die Verträge mit den Künstlern konnten noch vor Weihnachten geschlossen werden", erklärte Paul Jensen, der Vorsitzende der Musikfreunde Ettenheim, im BZ-Gespräch. Der Verein plant und organisiert seit seiner Gründung 2007 die jährliche Klassik-Reihe. Im nächsten Jahr ist es die elfte. Eine Sorgenfalte bleibt indes – für den traditionellen Abschluss des Jahres mit einem Sonderkonzert für Kinder fehlt es noch an Sponsoren. Überhaupt: die Finanzen!

Um die Konzertreihe Jahr für Jahr auch finanziell auf solide Füße zu stellen, muss der Finanzchef der Musikfreunde, Eugen Weber, ziemlich viele Klinken putzen – gemeinsam mit dem Vorsitzenden. Volksbank und Sparkasse, Sponsoren der ersten Stunde, sagen ihre finanzielle Unterstützung für einen Zeitraum und mit konkretem Betrag fest zu. Und die Sparkassen-Stiftung hat in der Vergangenheit auch schon die gesamten Kosten für zwei Konzerte übernommen. Bei den notwendigen anderen Partnern indes, ist eine sich jährliche wiederholende Ansprache vonnöten. Der eine oder andere namhafte Sponsor des Musiksommers hat inzwischen auch schon seine Unterstützerrolle abgelegt. Ein Grund mag wohl sein, dass der Reiz des Neuen, der von den Musikfreunden bei deren Gründung im März 2007 noch ausging, als sie als eines ihrer Ziele formulierten, mit der Konzertreihe Klassik und Barock als neue Marke in der Stadt zu etablieren, nach zehn erfolgreichen Konzertzyklen etwas verloren ging. So darf inzwischen mit Fug und Recht beim Musiksommer von einer Tradition gesprochen werden, finanziell bleibt er gleichwohl kein Selbstläufer. Das Budget von rund 20 000 Euro pro Spielzeit für Künstlergagen, Gema-Gebühren, Beiträge für die Künstlersozialkasse sowie das Marketing aufzustellen, bleibt ein mühsames Geschäft.

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Nach der Musik gab’s eine Spätzlepresse als Geschenk

Motivation erfahren die Spitzen des Vereins und der musikalische Beirat mit Urte Lucht, Ernst Scholz, Wolfgang Ewald und Erika und Helmut Salomon nicht nur durch meist gutbesuchte Konzerte und einem Publikum, das inzwischen sogar aus der grenznahen Schweiz nach Ettenheim anreist, sondern durch die Erfahrungen mit den renommierten Künstlern selbst. "Dass Echo-Preisträgerin Dorothee Oberlinger, die vor drei Jahren ein Konzert bei uns gab, vor wenigen Tagen selbst angefragt hat, ob sie wieder bei uns ein Konzert geben kann, weil ihr die Atmosphäre in Ettenheim so sehr gefallen hat, hat uns natürlich gefreut und auch ein stolz gemacht", gesteht Paul Jensen. Für das kommende Jahr sei die Reihe schon perfekt, aber für 2018 werde die Blockflöte-Virtuosin bei der Programmgestaltung zur festen Größe.

Solche Erfahrungen mit Künstlern seien nicht singulär. Eugen Weber erinnert auch daran, dass der eine oder andere Künstler nach dem Konzert nicht gleich in Richtung nächstem Gastspielort abreist, sondern Ettenheimer Gastfreundschaft genieße, nicht selten auch im Heim eines Musikfreundes. "So sind aus einem flüchtigen Garderoben- oder Probengespräch um ein Konzert herzliche Bekanntschaften geworden", erzählt Weber und hat auch gleich eine kleine Anekdote parat. Nach dem gemeinsamen Konzert von Dorothee Oberlinger und Giampetro Rosato war das Duo noch Gast im Hause Weber. Der Cembalist und Pasta-Experte aus Italien begeisterte sich so sehr für Webers hausgemachte Spätzle, dass er tags darauf als verspätetes Gastgeschenk von Heide Weber eine Spätzlepresse geschenkt und mit nach Bella Italia nahm.

Solche Begegnungen und die Kontakte der Mitglieder des künstlerischen Beirats seien es schließlich, die große und internationale Künstler für "in deren Verhältnisse eher bescheidenere Gagen" (Jensen) nach Ettenheim kommen lassen. Zu diesen zählt inzwischen auch die Chopin-Interpretin Aleksandra Mikulska aus Warschau, die 2009 als damals in Deutschland noch unbekannte Pianistin den neuen Förster-Flügel im Bürgersaal mit einem Chopin-Konzert einweihte. Sie wird am 8. Januar mit einem Neujahrskonzert im Bürgersaal (17 Uhr) das Klassik-Jahr der Musikfreunde Ettenheim eröffnen.

Die vier Konzerte des 11. Ettenheimer Musiksommers finden zwischen dem 16. Juni und 5. Juli im Bürgersaal des Rathauses (3) und der ehemaligen Synagoge in Altdorf (1) statt.

Autor: Klaus Fischer