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15. Juni 2012 17:38 Uhr
Moratorium
Debatte um SWR-Orchester: Städte sollen sich finanziell engagieren
Wie geht es weiter mit den beiden SWR-Orchestern aus Baden-Baden/Freiburg und Stuttgart? Ein neuer Vorschlag sieht vor, dass die Klangkörper zur GmbH werden – und Städte wie Freiburg sich finanziell beteiligen.
"Die Orchester sind aufs Äußerste gefährdet, wenn es nicht zu einer gemeinsamen Anstrengung kommt", bringt Hermann Wilske im Gespräch mit der BZ den Ernst der Lage sehr deutlich auf den Punkt. Wilske, Präsident des Landesmusikrats Baden-Württemberg, ist Mitglied im SWR-Hörfunkausschuss, der am Donnerstag in fünfstündiger Sitzung getagt hat. Man einigte sich dabei auf ein Moratorium. Vorgesehen ist, die Trägerschaft der Orchester auf weitere Schultern zu verteilen. So sollen Städte wie Freiburg, Baden-Baden und Stuttgart aufgefordert werden, sich künftig an der Finanzierung zu beteiligen. Die Orchester könnten dann als GmbH geführt werden. Es soll eine Art Grundetat zur Verfügung stehen, der sich aus diversen Quellen speist. Zuverlässige kommunale Geldgeber werden gesucht.
"Wir müssen überlegen, wie wir mit den Forderungen politisch umgehen." Ulrich von Kirchbach
Und wie reagiert die Stadt Freiburg aufs Ansinnen, dass auch sie zur Kasse gebeten werden könnte? "Wir haben ja immer gesagt: Wir wollen das Orchester hier halten", betonte Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach auf BZ-Anfrage. "Wir müssen überlegen, wie wir mit den Forderungen politisch umgehen." Mit Forderungen, die eine kulturpolitische Dimension haben. Für Kirchbach ist es jedenfalls "ein gutes Signal", dass keine schnellen (Fusions-)Entscheidungen getroffen werden. Eine solche Finanzierung lässt sich natürlich nicht kurzfristig stemmen. Die städtischen Instanzen müssen befragt werden. Wie dem auch sei: Was der SWR-Hörfunkausschuss beschließt, gilt als Empfehlung für den Rundfunkrat. Und der tritt das nächste Mal am 29. Juni zusammen.
Unterdessen musste die CDU im Landtag zur Kenntnis nehmen, dass die Regierungsfraktionen aus Grünen und SPD mitnichten bereit sind, eine Solidaritätsaktion zugunsten der beiden Rundfunkklangkörper zu unterstützen. Mit Hinweis auf die Entscheidungsfreiheit des Senders hieß es, weder Regierung noch Parlament dürften sich in die Orchesterangelegenheit einmischen.
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Autor: Johannes Adam
3 Kommentare
Die veröffentlichten Kommentare geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
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Rene Gobert
Registriert seit: 04.11.2010
Kommentare: 320
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15. Juni 2012 - 18:05 Uhr
Wozu zahlen wir eigentlich GEZ-Gebuehren? - Etwa nur fuer den Dudelfunk und Fernsehprogramme, die sich an das Niveau der Privatsender angepasst haben?
Es ist schon skandaloes, dass dann fuer die Aushaengeschilder nichts mehr uebrig bleibt.
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Martin Rotzinger
Registriert seit: 19.11.2010
Kommentare: 587
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15. Juni 2012 - 19:34 Uhr
@Rene Gobert: Wollte gerade ähnliches schreiben.
Wo gehen die 7,6 Mrd Gebühren hin? Davon 1 Mrd für den SWR?
Die wirklich kulturell hochwertigen Dinge, u.a. auch Sender wie Arte und 3Sat sehen wohl das wenigste davon.
mfg
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Uwe Drescher
Registriert seit: 08.07.2009
Kommentare: 713
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16. Juni 2012 - 09:13 Uhr
Interessant auch, wie die Regierungsfraktionen in Baden-Württemberg sich scheinheilig hinter Unabhängigkeitargumenten verstecken um sich nicht eindeutig positionieren zu müssen.
Liebe Politiker/innen der Grünen und der Roten,es geht darum was euren Bürgern in Zukunft an Kultur angeboten wird. Im Übrigen wird es wohl auch Arbeitsplätze gehen. Aber jetzt geht es nicht um Schleckerfrauen Herr Schmid, nicht wahr? Da kann man sich ja mal raushalten. Sind ja nur Musiker/innen. Die machen das eh nur weil es Ihnen Spaß macht Musik zu machen. Es ist unglaublich wie man in einem Land, das einige der größten Komponisten hervor brachte mit Musik und Musiker/innen umgeht.
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