Degen erstrahlt im neuen Glanz

Bastian Henning

Von Bastian Henning

Do, 14. Juni 2012

Friesenheim

Erdfund vom vergangenen Jahr beim Pfarrhaus Heiligenzell ist restauriert und kann nun in der Ortsverwaltung betrachtet werden.

FRIESENHEIM-HEILIGENZELL. Was am 11. August 2011 als vermeintlich verrosteter Stab aus der Erde geholt wurde, glänzt jetzt in einer Glasvitrine in der Ortsverwaltung Heiligenzell. Ein Offiziersdegen aus den Tagen des 30-jährigen Kriegs ist fertig restauriert und übergeben worden. Es darf gemutmaßt werden, unter welchen Umständen der Degen um 1640 verloren ging.

Einige Wochen lang soll der restaurierte Degen in der Ortsverwaltung Heiligenzell ausgestellt werden – gemeinsam mit verschiedenen anderen Exponaten aus der Zeit des 30-jährigen Kriegs in Friesenheim. Vom Heimatmuseum Oberweier stammen zum Beispiel zwei Hufeisen oder eine Kanonenkugel.

Bei der Übergabe des Degens wurde das Finderehepaar Selma und Manfred Gaubies von allen Seiten gelobt: "Schön, dass sie den Schatz erkannt und den Fund dann auch gemeldet haben", sagte Friesenheims Bürgermeister Armin Roesner. Dem schloss sich Ekkehard Klem vom Historischen Verein für Mittelbaden an: "Oft genug enden solche Kostbarkeiten als Wohnzimmerschmuck. Das ist hier zum Glück nicht passiert." Heiligenzells Ortsvorsteher Gerold Eichhorn zeigte sich froh, dass ein Fund aus Heiligenzell auch in Heiligenzell ausgestellt werden könne. "Es ist ein Relikt aus Zeiten, wo es hier heiß hergegangen sein muss", so Eichhorn.

Gegen ein Honorar von 500 Euro hat die Restauratorin Sarah Mitsching aus Teningen die Aufarbeitung der historischen Waffe im Auftrag des Historischen Vereins übernommen. Sie schwärmte bei dem Übergabetermin vor allem für die Messingdrahtwicklung am Griff des Degens. "Das ist sehr schön gearbeitet und noch gut erhalten."

Der Degen war am 11. August vergangenen Jahres am Pfarrhaus in Heiligenzell gefunden worden. Die Gärtnerei Gaubies hat dort ein Topflager, das umgeräumt wurde. Als eine Palette, die sich ins Erdreich gedrückt hatte, angehoben wurde, kam der Degen zum Vorschein. "Wir haben erst gar nicht erkannt, was es ist", berichtete Manfred Gaubies damals der Badischen Zeitung. Vorsichtig wurde dann freigelegt, was zunächst wie ein verrosteter Stab aussah. Dass der Degen ein Offiziersdegen aus der Zeit des 30-jährigen Kriegs sein muss, hatten laut Ekkehard Klem Vergleiche der Denkmalpflege mit ebenso gearbeiteten, aber exakt datierten Degen ergeben. Die Vorstellung des Funds an die Öffentlichkeit hatte noch der Anfang des Jahres tödlich verunglückte Ortsvorsteher Gustel Schrempp in die Wege geleitet.