Den Zusammenhängen des Lebens auf der Spur

Anne Freyer

Von Anne Freyer

Mi, 15. März 2017

Staufen

Werke von David Stegmann im Haus der Modernen Kunst in Grunern / Galeristen spenden 4000 Euro an Staufener Risse-Stiftung.

STAUFEN-GRUNERN. Ein Jubiläum der besonderen Art begeht Staufen in diesem Jahr: Der Beginn der Erdwärme-Sondierungsbohrungen, die das Hebungsrisse-Problem auslösten, jährt sich zum zehnten Mal. Das Ziel, die Schäden einzudämmen, womöglich gar zu beheben, verfolgt die "Stiftung zur Erhaltung der historischen Altstadt". Zu ihren Unterstützern gehört das Haus der Modernen Kunst in Grunern. Bei der jüngsten Ausstellungseröffnung überreichten die Galeristen Manfred Kluckert und Monika Hoinkis einen Scheck über 4000 Euro.

Dabei handelt es sich um die Hälfte des Gewinns aus einer Versteigerungsaktion Ende vergangenen Jahres. Bürgermeister Michael Benitz nahm den Scheck entgegen. Das Geld werde Härtefällen zugutekommen, also besonders stark von Risseschäden betroffenen Hausbesitzern. Das Interesse an der Ausstellungseröffnung war groß. Gezeigt werden Werke von David Stegmann. Die Verletzlichkeit der Erde, nicht zuletzt durch den Umgang des Menschen mit der Natur, ist auch weitgehend das Thema des mittlerweile in Staufen beheimateten Malers.

Geboren in Freiburg und dort aufgewachsen, hat sich der heute 35-Jährige schon früh mit dem Leben des Menschen auf der Erde und den Folgen daraus beschäftigt. Ausgehend von der Street- und Urban-Art-Szene, entwickelte er seine Bild- und Formensprache über Surrealismus und Neosurrealismus bis zur Abstraktion, in der aber immer noch, und das auch in den jüngsten Arbeiten, ein Bezug zur Realität zu beobachten ist.

Schon früh war Stegmann damit dem Freiburger Galeristen Franz Armin Morat aufgefallen, der ihn bei der Vernissage im Haus der Modernen Kunst als einen der hoffnungsvollen Nachwuchskünstler in der Region vorstellte. Morat zufolge hat Stegmann konsequent und beharrlich seinen Weg verfolgt: Von der angewandten zur reinen Malerei, der er sich seit rund fünf Jahren widmet. Morat regte die Besucher dazu an, sich auf ein Experiment einzulassen: Die Betrachtung eines um 180 Grad gedrehten und damit "auf den Kopf" gestellten Bildes, wodurch eine überraschend neue Sicht auf das Motiv und seine Aussage entstand.

Der Künstler selbst deutet seine "Explosionsbilder", die einen ganzen Raum in der Galerie beherrschen, als Annäherung an real existierende Vorgänge im All, ohne die die Erde und alles Leben auf ihr nicht möglich wären. Diese Sichtweise ist für den Betrachter interessant, zeigt sie doch, dass nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Kunst bestrebt ist, den Zusammenhängen des Lebens und seiner Entstehung auf die Spur zu kommen.

Die Ausstellung im Haus der Modernen Kunst in Grunern, Ballrechter Straße 19, läuft bis 30. April. Geöffnet ist Donnerstag bis Sonntag und feiertags, 15 bis 18 Uhr, oder nach Vereinbarung unter Tel. 07633/929441.