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20. März 2017

Intiative

30 Helfer pflanzen 800 Bäume

Aktion am Mauracher Berg in Denzlingen mit Unterstützung von Waldarbeitern und dem Förster.

  1. Baumpflanztag - eine Aktion für alle Generationen, wie Elias (7 Jahre) und sein Opa Roland Zimmermann verdeutlichen Foto: Markus Zimmermann

DENZLINGEN. Ziemlich leergefegt sieht die Fläche an der Nordflanke des Mauracher Berges aus, als am Samstagmorgen rund 30 Helfer voller Tatendrang ans Werk gehen. Wo vormals Eschen standen, wird eine Kahlschlagsfläche beim Waldpflanztag auf rund 0,3 Hektar mit etwa 800 jungen Bäumen neu bestockt.

"Hier war keine Fläche, die wir eigentlich zur Bepflanzung vorgesehen hatten", erklärt Förster Klaus Scherer bei der Begrüßung im Wald. Doch das Eschentriebsterben hat auch hier die Planungen über den Haufen geworfen. "Weil die Bäume beschädigt waren, aber auch aus Verkehrssicherungsgründen, wurden sie geschlagen", so Scherer. Zumindest noch gut verkauft werden konnte das Holz, das jetzt auf dem Weg nach China ist, ergänzt er und betont: "Der Preis ist mittlerweile um 20 Prozent gefallen."

Bis auf der Fläche wieder geerntet wird, werden Jahrzehnte ins Land gehen. Die meisten der Teilnehmer am Waldpflanztag werden das wohl nicht mehr erleben. Der siebenjährige Elias wird dann wahrscheinlich in dem Alter sein, in dem heute sein Opa ist, mit dem er gemeinsam neben dem Pflanzloch sitzt und den jungen Baum tief in die Erde setzt. Darauf, dass das auch richtig gemacht wird, hat Forstwirt Wernherr Grünling ein Auge. Zwischenzeitlich ruft er die Helfer zusammen. "Fast alle sind zu hoch eingepflanzt", kritisiert er sachlich und rechtzeitig, bevor zu viele Jungpflanzen nochmals aus den Löchern ausgegraben werden müssen. Schließlich soll der Pflanztag ja nicht frustrieren, sondern Spaß machen. So wie dem achtjährigen Raphael, der schon zum zweiten Mal dabei ist.

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"Ohne die Waldarbeiter wäre ein Waldpflanztag nicht machbar", hebt Scherer das Engagement der Fachkräfte hervor. Nicht nur, weil diese die Helfer mit Sachverstand begleiten. Sondern auch, weil diese die Fläche in Vorfeld so vorbereitet haben, dass auch für Laien kaum Verletzungsgefahr besteht. Letztlich bedeutet eine solche Aktion einen deutlichen Mehraufwand im Vergleich zu einer professionellen Aktion. Wirtschaftlich ist der Waldpflanztag Scherer zufolge nicht.

Gesetzt werden vor allem deutsche Eichen, Esskastanien und Elsbeeren. Dazu ein paar Schwarznüsse. Kritikern, die diese als "nicht heimisches Gehölz" in Frage stellen, hält Scherer entgegen, dass auch Tomaten und Kartoffeln ursprünglich nicht von hier stammen. Für Bürgermeister Markus Hollemann spielt diese Thematik keine Rolle. Er betont dagegen die kommunale Kooperation des Aktionstages mit dem Landkreis. Letztlich diene der Waldpflanztag auch der Identifikation mit dem eigenen Wald und dem Gemeinschaftsgefühl. Ebendieses auskosten können die Teilnehmer am Ende beim gemeinsamen Grillen.

Autor: Markus Zimmermann