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11. März 2010

70 Häuser und 200 Ziegen für Afrika

Die Burundi-Hilfe der Kolpingfamilie hat knapp 35 000 Euro erbracht / Suppen-Aktion am Palmsonntag.

  1. Über Ziegen als neue Lebensgrundlage freuen sich die Mitglieder der Kolpingfamilien im afrikanischen Burundi so sehr, dass sie zur Übergabe gleich ihre schönsten Gewänder angezogen haben. Foto: privat

DENZLINGEN. "Wir würden es in jedem Fall wieder machen", sind sich Wolfgang Humpfer und Gabi Panterodt vom Vorstand der Kolpingfamilie Denzlingen einig beim Resümee der Aktion "Häuser und Ziegen für Burundi". Zum 50-jährigen Bestehen hatte die Kolpingfamilie beschlossen, dieses Entwicklungsprojekt in den Mittelpunkt ihres Wirkens zu stellen, nun ist man stolz auf eine Spendensumme von knapp 35 000 Euro.

Knapp ein Jahr, nachdem das Jubiläum im Oktober 2008 gefeiert worden war, konnten 70 Häuser von bedürftigen Familien und Bürgerkriegsflüchtlinge in einem der ärmsten Länder Afrikas bezogen werden. Rund 25000 Euro hat die Kolpingfamilie für das Projekt von Misereor in der Diözese Ruyigi bereitgestellt. In den Kosten von rund 375 Euro je Haus ist auch dessen Grundausstattung mit Tischen, Stühlen und Geschirr enthalten.

Parallel wurden mehr als 200 Ziegen für Kolpingfamilien in Burundi angeschafft. Dabei sind diese Tiere in erster Linie wegen ihres Dungs gefragt, denn chemische Dünger sind für die mittellose Bevölkerung nicht finanzierbar. Die von den Denzlingern finanzierten Ziegen sollen Keimzelle von größeren Herden sein. Dieses Projekt von Kolping-International wurde mit 10 000 Euro unterstützt. Dazu gehörte auch, dass im Nachbarland Tansania Erfahrungen in der Herstellung von Kompost und Dung kennen gelernt wurden.

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"Wir sind ein bisschen stolz auf die Summe, die wir hier zusammenbekommen haben", betont Wolfgang Humpfer. Anfangs war selbst das Ziel, 20 000 Euro zu sammeln, mit skeptischem Kopfschütteln quittiert worden. Als positiv habe sich erwiesen, dass es um ganz konkrete Hilfe ging, um eine Ziege oder ein Haus, ergänzt Gabi Panterodt: "Viele Spender haben ihre Überweisung direkt mit einem oder mehreren Tieren, einem oder mehreren Häusern verbunden." Zum Ergebnis habe eine große Zahl von Einzel- und Firmenspenden beigetragen. So erhielt die Kolpingfamilie auch 400 Euro aus der Nähe von Koblenz, wo ein Spender über das Internet von der Aktion erfahren hatte.

"Das Projekt Hausbau ist für uns abgeschlossen", erklärt Wolfgang Humpfer un. Für das Ziegenprojekt wolle er dies noch nicht abschließend behaupten. Für die Kolpingfamilie bleibe es Auftrag, den Blick sowohl auf die Bedürfnisse in der eigenen Gemeinde als auch auf die in der Welt zu richten. Nun wird abgewartet, welche Aufgaben sich aus dem Erdbeben in Chile ergeben. Davon seien Kolpingfamilien in der Partnerdiözese betroffen.

Getreu dem Motto "Kolping strahlt aus" wird die nächste Aktion am Palmsonntag in Denzlingen erfolgen. Eingeladen wird zur traditionellen Kolpingsuppe, und dieses Mal bekommen alle Kinder bis zum Alter von 15 Jahren kostenlos einen Teller Suppe. Beim Blick auf die Armut in der Welt dürfe die in der Nachbarschaft nicht übersehen werden.

Autor: Markus Zimmermann-Dürkop