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13. Mai 2009

Am Ende siegt immer die "Amicizia"

Denzlinger Sportler waren zur Mini-Olympiade dieses Jahr im umbrischen Città della Pieve zu Gast / Neue Ideen für die Zukunft.

DENZLINGEN. Seit fast 20 Jahren treffen sich Jugendliche aus den Partnerstädten, um gemeinsam Sport zu treiben. 1990 fand die erste "Mini-Olympiade" in Denzlingen statt. Für die vorerst jüngste Auflage zeichneten die Partner aus Città della Pieve als Organisatoren verantwortlich. Mehr als 40 junge Fußballer, Volley- sowie Basketballer und Leichtathleten Denzlinger Vereine und Schulen sowie deren Betreuer waren dort zu Gast.

Erstmals fehlten die Partner aus der provenzalischen Partnerstadt. "Bei uns gab es keine Fußballmannschaft, die bereit war, nach Città zu fahren", so Joelle Carlisi, die St. Cyrer Partnerschaftspräsidentin auf BZ-Anfrage. Mit dieser Kernsportart stehe und falle das Aufeinandertreffen, wenn ein großer Bus eingesetzt werde.

Keine Mühe, Teams zu stellen, hatten die Denzlinger, die erstmals in Pieve aber in einer Jugendherberge untergebracht waren. "Dort habe ich das beste Hähnchen mit Kartoffeln gegessen", lobte eine der jungen Basketballerinnen, die sich im "Palazzo dello Sport" aber wunderten: Ihnen gegenüber standen adrette italienische Jungs. "Wir haben kurzerhand die Teams gemischt", so Georg Remmert. Der Sprecher des Sportarbeitskreises trägt seit Jahren die Verantwortung für diese Begegnungen. Denn für alle Teilnehmer gilt schon seit Jahren, dass der Wettkampfgedanke in den Hintergrund tritt. Nicht der "nationale Sieg", sondern die Freundschaft, die "Amicizia", soll beherrschendes Element der sportlichen Begegnung sein.

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Die "dezimierten" Denzlinger Fußballer erhielten von jungen deutschen Volleyballern Unterstützung. Immerhin unentschieden ging die Partie in eine Verlängerung. Die Italiener wollten es wissen – und "verloren" das Match, gewannen aber an Sympathie. Als gute Gastgeber, ließen sie somit den Gästen den Vortritt, was Robert Reichinger schmunzelnd zur Kenntnis nahm. Während zu Hause die Denzlinger Leichtathleten Gastgeber der Saisoneröffnung waren, machte sich mit Betreuerin Edith Maciosek-Krause eine kleine Delegation – vorrangig junger Damen – in einem ganz und gar untypischen Mehrkampf ans Werk. Doch bot sich ihnen kaum Konkurrenz. Medaillen für alle waren der Lohn. Spannend war es auch beim Volleyball, wo beide Mädchenteams lange ebenbürtig waren. Am Ende war Trainerin Martina Vavra aber auch mit den zweiten Platz zufrieden. Insgesamt war Improvisation angesagt, denn die heimische Jungenmannschaft war gar nicht angetreten.

Sprachlich war der Aufenthalt für die Denzlinger Schüler, die bereits wenige Wochen zuvor in Gastfamilien ihr Italienisch erprobt hatten und bei der Mini-Olympiade, privat untergebracht, gleich wieder auffrischen konnten.

Sowohl in St. Cyr wie auch in Denzlingen machen sich die Verantwortlichen Gedanken, wie dem Sport – ohne nationalem Wettkampfgedanken – Platz in der Jumelage eingeräumt werden kann. "Bisher hat es immer gut funktioniert. In Pieve hatten wir immer mehr Kontakt mit den St. Cyrern und in St. Cyr immer mehr mit den Pievesern, die dafür in Denzlingen mit den St. Cyreren länger zusammen waren, weil nicht immer alle Teilnehmer in Familien, sondern Gemeinschaftsquartieren untergebracht waren", so Remmert. Die Zukunft wird neue Wege bringen, spätestens beim Weihnachtsmarkt, wenn die Komitees wieder gemeinsam tagen.

Autor: Frank Kiefer