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04. Februar 2012

Diskussion um Schulformen

CDU-Bildungspolitik im Land.

DENZLINGEN/ Glottertal (BZ). Der Landtagsabgeordnete Marcel Schwehr sowie der CDU-Kreis- und der Ortsverband Denzlingen mit Peter Sommer an der Spitze hatten jüngst im Denzlinger "Belvedere" über die Bildungspolitik der neuen Landesregierung diskutiert.

Mit Marcel Schwehr war auch der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Volker Schebesta, der auch Mitglied des Schulausschusses ist, bereit, mit Zuhörern über die grün-roten Planungen und Änderungen im Bereich der schulischen Bildung zu diskutieren. "Obwohl sich das Bildungssystem des Landes bisher durch Top-Platzierungen bei Bildungsvergleichen zwischen den Bundesländern und durch eine europaweit niedrige Jugendarbeitslosigkeit auszeichnete, nimmt die neue Regierung Änderungen vor, die eine deutliche Verminderung dieser hohen Qualität befürchten lassen", so Schebesta. Anhaltspunkte seien unter anderem die freie Wahl des Zeitpunktes der Hauptschulabschlussprüfung in den Werkrealschulen oder das Einführen eines parallelen G9 an den Gymnasien, wobei letzteres offenbar selbst in der grün-roten Koalition umstritten war. Die Diskussionsteilnehmer sahen mit Blick auf die neue Bildungspolitik viele offene Fragen.

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Mit dem Wegfall der Grundschulempfehlung droht Haupt- und Werkrealschulen ein Rückgang der Schülerzahlen, wird in CDU-Kreisen befürchtet. Es sei wahrscheinlich, dass die Kinder zukünftig erst einmal an der Realschule oder sogar am Gymnasium angemeldet würden, auch wenn die Empfehlungen der Grundschule anders lauten sollten. Auf Nachfrage, wie die Schulen die Plätze vergeben werden, wenn die Anmeldungen die freien Plätze an den Gymnasien übersteigen, verwies Schebesta auf das Losverfahren in Berlin.

Schulleiter: Energie zu Gelingen verpufft

Ein anwesender Schulleiter bedauerte, dass die von Lehrern, Eltern und auch Schülern zum Gelingen der Werkrealschulen eingesetzten Energien nun verpuffen.

Auch bezüglich der Einführung der Gemeinschaftsschule, die von der Kultusministerin angepriesen wurde, hatten die Diskussionsteilnehmer starke Bedenken. Vorgesehen ist die Einführung dieser Schulen fast nur an bisherigen Haupt- oder Werkrealschulen. Fraglich ist, woher die Gymnasial- und Realschullehrer kommen sollen. Eltern, deren Kinder eine Gymnasial- oder Realschulempfehlung haben, müssen also damit rechnen, dass ihre Kinder zunächst von Werkrealschullehrern unterrichtet würden, was keine Motivation für Eltern sei, Ihre Kinder an einer Gemeinschaftsschule anzumelden. Als bedenklich wurde auch die Frist von nur einem halben Schuljahr zur Vorbereitung der Einführung der Gemeinschaftsschulen angesehen. Für die damit verbundene neue Pädagogik brauche man Jahre.

Autor: bz