Eine körperliche und mentale Herausforderung

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Di, 12. Juni 2018

Denzlingen

Kreismeisterschaften der Schützen in Denzlingen.

DENZLINGEN. Vorsicht war am Sonntag in der Bogenschießanlage der Denzlinger Schützengilde geboten: 4608 Pfeile flogen dort auf die 16 Zielscheiben in bis zu 70 Meter Entfernung. Während die Scheiben gestaffelt nebeneinander standen, reihten sich die Schützen auf einer Linie nebeneinander auf.

Als äußerst zielsicher erwiesen sich die Besten der 64 Teilnehmer an den Kreismeisterschaften. Der Sieger bei den Schützen mit dem Compound-Bogen erreichte 686 von 720 möglichen Punkten, bei den Schützen mit dem Recurve-Bogen lag die höchste Punktzahl mit 642 nur unwesentlich darunter. Dafür aber war die Scheibe 20 Meter weiter entfernt von den Schützen. "Von 72 Schüssen mehr als 40 mitten ins Schwarze – das ist schon sehr stark", würdigte Kreisbogenreferentin Christina Walter das sportliche Niveau.

"Seit mehreren Jahren richtet die Schützengilde in Denzlingen die Kreismeisterschaften aus", erklärte Walter. Die Anlage gleich neben der B 294 biete ideale Voraussetzungen, um solch einen Wettbewerb auszurichten. Aus Wyhl, Riegel, Emmendingen, Teningen, Herbolzheim und Denzlingen kamen die Teilnehmer, die ihre Kreismeister in verschiedenen Klassen zu ermitteln. "Es gibt zwar mehr Vereine im Kreis, doch nicht alle betreiben auch Wettkämpfe", so Walter.

Geschossen wurde in zwei Durchgängen, bei denen die Teilnehmer sechsmal jeweils sechs Schuss abgeben mussten: 72 Pfeile je Teilnehmer, die mit unterschiedlichsten Bögen beschleunigt wurden. Während Blank- und Langbogen dabei noch der landläufigen Vorstellung entsprechen, sind der olympische Recurvebogen und der Compoundbogen, bei dem die Sehne ähnlich einem Flaschenzug über Umlenkrollen geführt wird, regelrechte Hightech-Sportgeräte.

Pfeile mit einem Tempo von über 200 Stundenkilometern

Das Schießen bleibt, gleich welcher Bogen, eine körperliche Herausforderung, die Kondition und Kraft erfordert, da die Sehnen, mit denen die Pfeile auf über 200 Stundenkilometer beschleunigt werden, teils mit über 20 Kilo gespannt werden müssen. "60 Prozent des Erfolgs sind Technik und Kraft, 40 Prozent der Kopf", verwies Walter aber auch auf die mentale Herausforderung.

Zwei Tage lang hat der ausrichtende Verein die Anlage vorbereitet, erläuterte Jürgen Jendri. "Wir sind gerne Gastgeber für die Titelkämpfe", so Oberschützenmeister Werner Mellert.