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11. März 2010
Energisch in die Ehe – aber mit wem?
Badenova oder SWE: Der Gemeinderat reduziert die Zahl möglicher Partner für die Energieversorgung Denzlingen auf zwei.
DENZLINGEN. Am Anfang waren es fünf, nach dem Beschluss des Gemeinderats vom Dienstag bleiben nur noch zwei Partnerunternehmen in der Auswahl für die Energieversorgung Denzlingen. Mit der Badenova und den Stadtwerken Emmendingen sollen unterschriftsreife Verträge ausgehandelt werden, dann will der Gemeinderat entscheiden, mit wem die Energie-Ehe geschlossen wird.
Im Juli 2009 war beschlossen worden, eigene Gemeindewerke zu gründen und gemeinsam mit einem Partner die Netze zu erwerben. Gespräche über die Aufnahme als Mitgesellschafter wurden mit fünf Kandidaten geführt. Im Ergebnis stellten sich Badenova und die Stadtwerke Emmendingen als die Favoriten heraus. Mit beiden soll nun unvoreingenommen Verhandelt werden, wobei eine Tendenz bereits erkennbar ist. Nicht nur, weil Reiner Uehlin für die Fraktionsgemeinschaft erklärte, dass "wir klar in Richtung Emmendingen tendieren". Eine für Otto Frey (CDU) "merkwürdige Aussage", nachdem doch in nichtöffentlicher Beratung beschlossen worden sei, gleichrangig in die Verhandlungen zu gehen. Doch auch die Beratungsvorlage der Verwaltung ist keineswegs neutral formuliert. "Bei Berücksichtigung aller Entscheidungskriterien überwiegen aber die Vorteile des Angebots der Stadtwerke Emmendingen", ist dort zu lesen.Werbung
"Wir wollen ein gutes Ergebnis für Denzlingen", betonte Rudolf Wöhrlin (CDU), und Elfriede Behnke (SPD) konkretisierte, was sie darunter versteht. Gleich ob kommunaler oder regionaler Partner – "es geht um Daseinvorsorge und nicht nur um Gewinnmaximierung". Auch wenn die Gemeindewerke rentabel wirtschaften müssen. In den Aufsichtsrat der Gesellschaft wurden neben Bürgermeister Markus Hollemann, der diesem qua Amt angehört und den Vorsitz übernimmt, Guido Echterbruch, Ulrich Läßker, Christoph Höfflin und Reiner Uehlin berufen. Korrigiert wurde der Gesellschaftsvertrag, der ursprünglich vorsah, dass auch der Kämmerer Mitglied des Aufsichtsrates ist. Als Geschäftsführer kann er dies jedoch nicht sein.
Nicht einigen konnten sich die Gemeinderäte darüber, wo ein überdachter Treffpunkt für Jugendliche eingerichtet werden soll. Festgelegt wurde nur, dass er in den Kreuzungsbereich der Elz- und Glottertalstraße kommt. Mit den jungen Denzlingern soll nochmals die Alternative zwischen einem Platz westlich und einem östlich der Elzstraße diskutiert werden – auch um zu vermeiden, dass ein neuer Platz wieder Konflikte mit der Nachbarschaft weckt. Befürchtet wurden aber auch Konflikte mit Landwirten. Michael Dick (FG) bezweifelte, dass der Platz überhaupt angenommen wird. Eine Garantie dafür gebe es nicht, so Jugendpfleger Frank Adler. Walter Schwaab (FG) betonte aber auch, dass Jugendliche, wenn sie sich im Rahmen der Gesetze benehmen, mitten in die Gesellschaft gehören und nicht an ihren Rand.
Möglichst im April soll über die mögliche Partnerschaft mit Konstancin in Polen entschieden werden, waren sich die Gemeinderäte nach dem Bericht der aus Polen zurück gekehrten Ratskollegen einig, dass die Entscheidung nicht auf die lange Bank geschoben wird. Klärungsbedarf besteht aber noch bei den Fragen, welche Personen in Denzlingen ein Partnerschaftskomitee bilden und welche Vereine, eventuell auch Schulen, einsteigen. Auch soll im Vorfeld noch mit den drei bestehenden Partnerschaftskomitees geklärt werden, wie sie sich zu einer vierten Städtepartnerschaft stellen.
Autor: Markus Zimmermann-Dürkop


