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06. Februar 2012 18:01 Uhr

Harz-Attacke in Herbolzheim

Entscheidender Wurf bleibt im Tordreieck kleben

Verpasste Olympia-Qualifikation, ein rebellierender Nationaltorwart, Ärger zwischen Liga und Verband: Der deutsche Handball hat Probleme. Aber keins ist so kurios wie der Harz-Ball von Herbolzheim.

So etwas haben weder Fans, Trainer, Spieler, Betreuer noch Schiedsrichter bis dahin gesehen: Im Handball-Landesliga-Spitzenspiel zwischen dem TV Herbolzheim und Verfolger SG Waldkirch-Denzlingen am Samstag steht es fünf Sekunden vor dem finalen Pfiff des Schiedsrichtergespanns Ganter/Buschmann 31:31. Es gibt Freiwurf für die Gäste, Sebastian Strübin packt seine linke Klebe aus, wirft den letzten Ball der Partie, ein Aufsetzer, TVH-Keeper Hagen Feth taucht ab, er ist schon geschlagen, der Ball steigt wieder, den Fans stockt der Atem, das Leder springt unters Lattenkreuz – und bleibt da dann einfach hängen. Feth steht auf, pflückt den Ball wie einen Apfel vom Baum, Schluss, Ende, Aus.

Am Spielgerät war so viel Harz, dass der mögliche Doppelpack für den Außenseiter gleichsam am Gehäuse backen blieb. Statt einem Zweier bleibt es bei der Punkteteilung. Die Liga ist um eine Kuriosität reicher. So etwas würde es in den harzfreien Hallen wie Pfullendorf oder Maulburg gar nicht geben. Auch Strübin will aber lieber weiter mit dem Haftmittel spielen. Auch wenn ihm das Zeug im Spiel gegen Herbolzheim einen triumphalen Abend verkleistert hat.

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Autor: Lars Bargmann