Erfolge und Wandel im Sport

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Sa, 09. Juni 2018

Denzlingen

Vorstandsteam und Abteilungsleiter des Denzlinger Turnvereins in Hauptversammlung bestätigt.

DENZLINGEN. Mit mehr als 1500 Mitgliedern ist der Turnverein der mitgliederstärkste Verein Denzlingens. Dass zur Hauptversammlung am Donnerstag von diesen gerade einmal 20 kamen, enttäuschte den Vorsitzenden Matthias Schubien jedoch keineswegs. Geht es ihm doch vor allem darum, dass die Menschen Sport machen, "egal welchen", und nicht darum, dass darüber viel geredet wird. Nach gut einer Stunde war die Tagesordnung abgearbeitet.

In dieser hatten die Anwesenden einen "beeindruckenden Einblick in einen Verein bekommen, der effektiv und auch konsequent geführt wird und in dem man sich auch nicht scheut, unangenehme Entscheidungen zu treffen", wie Bürgermeister Markus Hollemann sagte. Dem Führungsgremium bescheinigte er ein "super professionelles Arbeiten", auch in der Zusammenarbeit im Sportarbeitskreis und mit der Gemeinde.

Auf einige Eckpunkte hatte sich Schubien konzentriert, zumal, "diejenigen, die etwas über den Verein wissen wollen, regelmäßig in den Printmedien gut informiert werden." Weniger zu lesen war dort, dass es nach Unstimmigkeiten mit einem Trainer, von dem sich der Verein mittlerweile getrennt hat, bei den Leichtathleten eine "kleines Loch gab", dank neuer Jugendtrainer in dieser Abteilung jedoch viele Jugendliche aktiv seien.

Die Tischtennismannschaft habe ihre Klasse gehalten, wie auch die Handballer, "die es lieben, es spannend zu machen". Sollte den Handballern der Klassenerhalt trotz des Abgangs von Leistungsträgern auch in der kommenden Saison gelingen, wäre es für Schubien "ein noch größeres Wunder als in diesem Jahr". Viel Hoffnung mache eine gute Jugendarbeit. Volleyball als Ligensport "mussten wir beerdigen", doch sei damit Volleyball beim TV und in Denzlingen nicht tot. Erfreulich sei, dass auch die Nutzung des Beachvolleyballplatzes damit nicht aufgegeben werde. Auf dem spielen Freizeitteams, die Spielgemeinschaft eines anderen Vereins, und die Handballer haben auch Interesse angemeldet. "Beach-Handball soll olympisch werden", sagte Beisitzer Klaus Unmüßig. "Wartelisten gibt es beim Mutter-Kind-Turnen", betonte Schubien, der dies auf fehlende Hallenkapazitäten und zu wenig Übungsleiter zurückführt.

Den Übungsleitern sowie allen anderen Helfern und engagierten Eltern, ohne die ein so breit aufgestellter Sportbetrieb nicht möglich sei, zollte Schubien Respekt und Anerkennung. Dass andere Eltern den Verein eher als Kinderaufbewahrungsstation sehen, ohne sich zu engagieren, müsse hingenommen werden. "60 Prozent des Haushaltsvolumens von rund 100 000 Euro werden für die Übungsleiter ausgegeben", sagte Schubien. Das verdeutliche, wo der TVD seinen Schwerpunkt setze. "Zehn Prozent, gut 10 000 Euro, bezahlen wir für Hallen- und Stadionnutzung", betonte er. Dies auch als Replik an andere Sportvereine in der Gemeinde, von denen immer wieder zu hören sei, der TVD nutze die Sportstätten unentgeltlich. "Wir zahlen das gern, auch wenn die Kosten für die Gemeinde durch uns nicht wesentlich steigen", so Schubien, der darauf verwies, dass es sich um Schulsporthallen und -stadion handelt.

6000 bis 7000 Euro lässt sich der Verein seit einigen Jahren die Stelle eines Bundesfreiwilligen kosten. "Wir sehen das als soziale Aufgabe", sagte Schubien. Die Erfahrung habe verdeutlicht, dass die jungen Frauen und Männer auch eine Menge für sich lernen. Ein Zuschussangebot soll auch weiterhin das Feriencamp sein. "Wenn wir mehr Anmeldungen annehmen würden, könnten wir auch schwarze Zahlen schreiben", betonte Schubien. Doch soll 40 Teilnehmern lieber ein "gescheites" Angebot gemacht, als 90 nur betreut werden.

Alle Vorstände wurden einstimmig in ihre Ämtern wiedergewählt, die Abteilungsleiter formal bestätigt.