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11. März 2011

Frauen sprechen in der Politik mit

In Denzlingen wurde der 100. Internationale Frauentag mit einem parteiübergreifenden Treffen in der Rocca gewürdigt.

  1. Foto: Joanna Sykora

  2. Foto: Joanna Sykora

DENZLINGEN. Zum hundertjährigen Bestehen des Internationalen Frauentags veranstalteten am Dienstagabend der Grünen-Kreis- und Denzlinger Ortsverband gemeinsam ein Treffen für interessierte Frauen in der Rocca. Vertreten waren auch die Denzlinger Landfrauen durch Conny Schwaab. Von den Grünen waren Silke Höfflin, die Fraktionsvorsitzende im Denzlinger Gemeinderat, und Susanne Wienecke, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft "Frauenpolitik" und Zweitkandidatin für die Landtagswahlen im Landkreis Emmendingen, dabei.

Als die reservierten Tische in der Rocca sich langsam gefüllt und das Plaudern schon begonnen hatten, begrüßte Silke Höfflin die Gäste und kündigte einen Überraschungsgast an. "Bei der Weiberfasnet darf der Pfarrer anwesend sein, bei uns ist es eben der Landtagskandidat für die Wahlen im März, Alexander Schoch", erklärte Höfflin.

Nach einer musikalischen Einlage von Alina Derkach, die auf dem Klavier Werke von Clara Schumann spielte, stellte Schoch sich den Frauen vor, ohne sich in deren Diskussion einmischen zu wollen. Jedoch sei es ihm ein Anliegen, für die Rechte der Frauen einzustehen. So sei seiner Meinung nach die Einführung einer Quote sehr sinnvoll gewesen, da man an den drei Prozent Frauen in Vorstandspositionen ja merke, dass die Freiwilligkeit wenig nütze.

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Susanne Wienecke griff dies in einem Zitat von Hedwig Dohm auf, die bereits 1873 gesagt hatte: "Fordert das Stimmrecht, denn über das Stimmrecht geht der Weg zur Selbstständigkeit und Ebenbürtigkeit, zur Freiheit und zum Glück der Frau." An diesem 100. Frauentag könne man die Errungenschaften der frauenpolitischen Leistungen feiern, wie etwa das Frauenwahlrecht, den Acht-Stunden-Arbeitstag und den Mutter-Kind-Schutz. Doch dieser Tag sei heute noch genau so wichtig wie vor hundert Jahren.

Hohe Lohnlücke zwischen Mann und Frau

Denn noch immer sei die Forderung nach gleichem Lohn für Frauen und Männer aktuell. Gerade in Baden-Württemberg sei die Lohnlücke mit 28 Prozent sehr hoch. Und man müsse auch an all die Frauen in anderen Ländern denken, die es noch nicht so gut hätten wie die Frauen in Deutschland. Auch der Frauenanteil in der Politik, etwa im Landtag von Baden-Württemberg, sei niedrig. So liegt der Frauenanteil hier mit 23,7 Prozent sogar unter dem bundesweiten Durchschnitt der Länderparlamente von 32 Prozent. Der Anteil von Bürgermeisterinnen im Lande sei niedrig, gerade mal 34 Frauen seien in dieser Position: nur 3,3 Prozent. Wienecke betonte, dass es bei den Grünen schon lange eine Quote gebe, die sich nicht nur im 50-prozentigen Frauenanteil in der Bundestagsfraktion zeige.

Für Conny Schwaab von den Denzlinger Landfrauen, die ja parteiungebunden seien, zeigten sich dennoch Parallelen mit den Grünen; so die Forderung nach Ganztagsschulen und die e Ansichten zur Gentechnik. Der Denzlinger Verein der Landfrauen, der erst 1988 gegründet worden war, um einfach mal "rauszukommen", erfahre auch in jüngster Zeit großen Zuwachs. So zähle der Verein mehr als 160 Mitglieder – allein dieses Jahr schon zehn Neuanmeldungen. Bundesweit hat die Vereinigung der Landfrauen 550 000 Mitglieder, eine Zahl, die die große Aktualität des Vereins belege. Die Tätigkeiten mit den Frauen "macht auch einfach Spaß", sagt Schwaab. So stricke man zum Beispiel gemeinsam oder belege Kochkurse. Doch nicht nur für "Bäuerinnen" sei der Verein, er wolle allen Frauen vom Land gleiche Chancen ermöglichen.

Wohnortnahe Betreuung für ältere Familienmitglieder

So fordern die Landfrauen von Wirtschaft und Politik den Ausbau familienfreundlicher Rahmenbedingungen, um den Frauen dort gleichberechtigte Teilhabe am Erwerbsleben zu ermöglichen. Dazu gehören neben dem Ausbau von ganztätigen Bildungs- und Betreuungsangeboten auch wohnortnahe Betreuungs- und Pflegeangebote für ältere Menschen. Denn gerade auf dem Lande würden Familienangehörige häufig zu Hause gepflegt, meist von den weiblichen Familienmitgliedern. Die anschließende Unterhaltung zwischen den Frauen war rege.

Autor: Joanna Sykora