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23. Mai 2011
Grund- und Förderschule kooperieren
Neues Modell für Denzlingen.
RAUM DENZLINGEN. Vom kommenden Schuljahr an wird an der Grundschule in Denzlingen eine integrative Grundschulklasse eingerichtet. 15 Schüler der Grundschule und fünf der Förderschule werden gemeinsam eine Klasse bilden. Daneben werden die 60 weiteren Erstklässler auf drei Klassen verteilt. Einstimmig ebnete die Gemeindeverbandsversammlung mit ihrer Zustimmung den Weg für diese Kooperationsklasse.
"Wir sind nicht die Erfinder dieser gemeinsamen Beschulung", erklärte Grundschulrektor Hartmut Nübling den Gemeinderäten aus Denzlingen, Vörstetten und Reute. In Waldkirch und Freiburg gebe es derartige Kooperationsklassen bereits, und die Erfahrung in der Kandelstadt habe gezeigt, dass das Interesse von Eltern, ihre Kinder in einer solchen Klasse unterrichten zu lassen, wachse. Umgesetzt werde mit der Klasse der Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention, in dem ausdrücklich betont wird, dass Menschen mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden dürfen. Noch die alte Landesregierung hatte darauf im Mai 2010 mit einem Ministerratsbeschluss reagiert und den Weg für solche Klassen geebnet. Vorerst als Schulversuch in Vorbereitung der Änderung des Schulgesetzes.
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Die 20 Schüler, die nach vorliegenden Anmeldungen alle aus den drei Verbandsgemeinden kommen, sollen gemeinsam in die Brückleackerschule gehen. Für den Schulträger, den Verwaltungsverband, seien somit keine Auswirkungen auf den finanziellen und räumlichen Bedarf mit der Kooperationsklasse verbunden.
Die 20 Kinder werden von einer Grundschullehrerin unterrichtet, zu der 15 Stunden in der Woche eine Förderschullehrerin dazu kommt. Neben dem Klassenzimmer stehe der Klasse ein weiterer Raum zur Verfügung, um differenzierte Lernangebote anzubieten, so Förderschulrektorin Heike Krüger. Angelegt sei der Schulversuch auf vier Jahre. Die Zusage des Schulamtes liege dafür vor. "Wir haben ein zusätzliches Deputat bekommen", so Rektor Nübling. Bei 75 Erstklässlern hätte der Klassenteiler für die Grundschule nur drei erste Klassen ergeben. Jetzt würden aber vier gebildet. "Diese Stunden fehlen anderen Schulen in der Raumschaft", wies Reutes Bürgermeister Michael Schlegel auf Auswirkungen auf andere Schulen hin. Das Deputat werde aus einem Pool von 200 Zusatzstunden genommen. Unterrichtet werden soll in gemeinsamen und getrennten Phasen und mit individuellen Plänen. "Das fordert die Akzeptanz unterschiedlicher Lern- und Leistungsstände", so Nübling, der darauf hinwies, dass es solche Unterschiede in allen Klassen gebe.
Wesentliche Voraussetzung dafür, dass es gelingt, ist eine positive Einstellung der Eltern, betonte Nübling. Eine inhaltliche Unterstützung von deren Seite sei unerlässlich. Selektion könne nicht weiterhin Aufgabe der Schule sein. "Das ist mit zu vielen negativen Erfahrungen verbunden", so der Grundschulrektor.
Autor: Markus Zimmermann
