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15. Mai 2017

Helfer arbeiten Hand in Hand

Feuerwehren Reute, Denzlingen und Vörstetten üben gemeinsam.

  1. Unter den Beobachtern der Übung war auch Kreisbrandmeister Jörg Berger (im weißen Hemd). Foto: Christian Ringwald

  2. Einerseits löschen, andererseits Verletzte versorgen – das war die Aufgabe der Übung von Wehren und DRK in Reute. Foto: Christian Ringwald

  3. Foto: Christian Ringwald

DENZLINGEN / VÖRSTETTEN / REUTE. Zu einer großen Gemeinschaftsübung trafen sich am Samstag die Feuerwehren aus Reute, Denzlingen und Vörstetten mit der sogenannten Schnelleinsatzgruppe Mitte der Rotkreuz-Ortsvereine Denzlingen, Emmendingen und Reute. In der Übung mussten die Rettungsorganisationen Hand in Hand arbeiten – somit war die Herausforderung, den Einsatz der drei Feuerwehren und der DRK-Helfer zu koordinieren.

Das Szenario: Aufgrund gesundheitlicher Probleme des Fahrers kommt ein Lastwagen von der Fahrbahn ab und vor der Scheune des alten Försterhauses in Reute zum Stehen. Ein entgegenkommender Bus kommt deshalb von der Fahrbahn ab und stößt gegen eine Litfaßsäule. Ein Autofahrer weicht aus und prallt mit seinem Fahrzeug gegen eine Gartenmauer. Und während die Verletzten in den Fahrzeugen durch Feuerwehrleute geborgen und dem DRK übergeben werden, raucht es plötzlich auf dem Areal der alten Försterei: Der Laster brennt – und die Flammen greifen auf das Ökonomiegebäude über.

Einsatzleiter der Übung war Reutes Kommandant Michael Ruf. Insgesamt waren 109 Helfer mit 20 Fahrzeugen, davon sieben vom DRK, im Einsatz. Zunächst wurden gleichzeitig die beiden Wehren aus Reute und Denzlingen alarmiert, und da das Alarmstichwort "Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person und Omnibus" hieß, auch gleich noch die Schnelleinsatzgruppe Mitte des Roten Kreuzes.

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Als dann aufgrund der Rauchentwicklung der Lkw-Brand und das Übergreifen der Flammen auf das Ökonomiegebäude bemerkt wurden, wurde die Wehr aus Vörstetten nachalarmiert. Während die Kameradinnen und Kameraden aus Reute und Denzlingen technische Hilfe leisteten und die Verletzten aus Bus und Pkw bargen, löschten die Feuerwehren aus Vörstetten – unterstützt von den Denzlingern – den Brand.

Die Übung habe eindrucksvoll verdeutlicht, welch enormes ehrenamtliches Potential Feuerwehr und DRK aufbieten können, sagte Kreisbrandmeister Jörg Berger. Die einzelnen Aufgaben wie das Bergen von Verletzten aus einem Unfallfahrzeug oder der Löschangriff seien Routine, "die funktioniert".

Kommunikation und Koordination

Die Herausforderung der Übung sei das Zusammenspiel der Rettungsorganisationen bei vielfältigen Aufgaben. Für die Kommunikation untereinander steht den Einsatzführern ein eigener Führungskanal zur Verfügung. Koordination und Kommunikation haben am Samstag zur absoluten Zufriedenheit von Jörg Berger funktioniert, und dafür gab es vom ranghöchsten Feuerwehrmann des Landkreises bei der Abschlussbesprechung in der Eichmattenhalle auch reichlich Lob. Vor ein paar Jahren, so Berger gegenüber der BZ, sei das noch nicht selbstverständlich gewesen: "Da haben wir in jüngster Zeit enorme Fortschritte gemacht." Zufrieden zeigte sich auch DRK-Kreisbereitschaftsführer Andrej Hog; die Einsatzleitung des Deutschen Roten Kreuzes lag bei Jens Ruppenthal.

Namens der gastgebenden Gemeinde sprach Bürgermeister Michael Schlegel. Auch er lobte die ehrenamtliche Arbeit von Feuerwehr und Rotem Kreuz und würdigte deren Ausbildungsstand. Neben Lob- und Dankesworten und einem stärkenden Vesper gab es bei der Abschlussbesprechung noch einen Scheck: Die Feuerwehr Reute bekam von dem BGV-Versicherungsverband 5000 Euro. BGV-Vorstandsmitglied Raimund Herrmann war zur Geldübergabe aus Karlsruhe angereist und beobachtete gemeinsam mit Bürgermeister Schlegel, dem stellvertretenden Bürgermeister von Denzlingen, Rudolf Wöhrlin und vielen Gemeinderäten die Übung. "Es ist uns ein sehr großes Anliegen, den ehrenamtlichen Einsatz mit diesem Zuschuss zu unterstützen", sagte Herrmann. Mit dem Geld der Spende ist der Kauf eines Wassersaugers geplant.

Das große Interesse von rund 200 Zuschauern hat die Rettungskräfte sicher gefreut, wollten sie doch mit dieser Übung ihren Ausbildungsstand und ihre Schlagkraft demonstrieren. Doch kann die Nähe von Zuschauern auch problematisch sein, etwa dann, wenn Personen oder Fahrzeuge trotz Absperrungen in den Einsatzbereich vordringen. So geschehen während der Übung in Reute: Da standen ungeplant auf einmal zwei Fahrzeuge mittendrin. "Was sollen wir noch machen?", fragten sich ratlos einige Wehrmitglieder.

Autor: Christian Ringwald