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11. März 2010
JUGENDKRIMINALITÄT: "Denzlingen ist nicht Oakland. Wir leben an einem schönen Ort"
BZ-UMFRAGE über Ärger mit Jugendgewalt und Jugendzentrum in Denzlingen / Mehr Eigeninitiative gefordert.
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Lea Wälde (16, Schülerin): „Von Jugendkriminalität lese ich eher in der Zeitung. Abgeschwächte Formen bekomme ich mit, wenn ich mit Freunden durch Denzlingen gehe. An der Realschule am Mauracher Berg wird zum Beispiel häufig randaliert. Außerdem gehe ich nachts nicht gerne durch Denzlingen, denn da treffen sich die Cliquen und man wird häufig dumm angemacht. Das Problem nimmt auch tagsüber zu. Oft wissen die Jugendlichen nicht, wo sie hinsollen. Oder sie trinken schon nachmittags harten Alkohol und werden dadurch immer aggressiver." Foto: Marius Uhl
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Klaus Göhrick (46, Angestellter): „Ich bekomme öfter mal den Krach vom Jugendzentrum mit, wenn Polizeiwagen mit Sirene dorthin fahren und wenn laut singende, pöbelnde Jugendliche vom oder zum Bahnhof kommen. Da gehen dann Sachen kaputt, aber mehr passiert nicht. Es gibt eben ein kritisches Alter. Bedroht ist dadurch eigentlich nur meine Nachtruhe. Was die Angebote hier in der Stadt angeht, ist mehr Eigeninitiative der Jugendlichen gefordert. Es gibt genug Vereine und andere Möglichkeiten, um überschüssige Energie loszuwerden.“ Foto: Marius Uhl
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Niklas Brinkmann (15, Schüler): „Heute wird viel mehr geklaut als früher, etwa in Supermärkten. Das höre ich immer wieder von Kollegen. Das liegt auch an den Cliquen, die Klauen als Mutprobe betreiben, oder weil die Jugendlichen immer weniger Geld haben. Für manche gilt Klauen heute schlichtweg als cool. Aber ich finde, das gehört sich echt nicht, denn man schadet damit denen, die in den Läden arbeiten. Außerdem gibt es in Denzlingen genügend Angebote für junge Leute, bei denen sie ihre Aggressionen abbauen können." Foto: Marius Uhl
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Ringold Wagner (43, Landwirt): „Also, ich möchte hier eine Lanze brechen für die Jugendlichen in Denzlingen, vor allem für die Verantwortlichen vom Jugendzentrum. Die geben sich wirklich Mühe. Schwierig sind die Jugendlichen von außerhalb, aus Müllheim, vom nördlichen Kaiserstuhl oder aus Freiburg. Es gibt immer ein paar Leute, die nicht sozialisierbar sind und die provozieren. Aber das ist ein kleiner Prozentsatz. Die Jugendlichen in Heidach muss ich loben, die sind in Ordnung. Und ich finde, mit 15 Jahren darf man auch 15 sein und seine Grenzen testen." Foto: Marlen Pfisterer
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Maximilian Scherberger (20, Schüler): „Es ist nicht so, dass hier auf einmal mehr Gewalt als früher herrscht. Es gibt ein paar Cliquen, die Unsinn machen und das wird dann einfach auf alle geschoben. Das Jugendzentrum wird deshalb als Sündenpfuhl angeprangert. Für mich ist das falsch, im Jugendzentrum selbst wurde auch schon eingebrochen und die Randalierer haben dort Hausverbot. Außerdem ist Denzlingen nicht Oakland. Wir wohnen doch an einem schönen Platz in Deutschland und auf der Welt gibt es viele andere Orte, wo wirklich Gewalt herrscht.“ Foto: Marlen Pfisterer
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Christiane Hilzinger (47, Kellnerin): „Man spricht hier schon von Problemen mit Jugendlichen, die sich im Neubaugebiet aufhalten. Die sind eben mal laut und haben zu viel getrunken. Gewalttätig sind sie aber nicht. Mal kommt ein blöder Spruch, aber den gibt’s auch zurück, dann ist Ruhe. Nach Feierabend habe ich auch keine Angst beim Nachhausegehen. Die Jugendlichen streiten eher unter sich. Ich glaube, viele Ältere haben Angst, weil die Jugendsprache oft heftig ist und teils nicht verstanden wird, wenn die Heranwachsenden neue Ausdrücke benutzen.“ Foto: Marlen Pfisterer
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Autor: Marlen Pfisterer und Marius Uhl (Texte und Fotos)


