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16. September 2009
Landesmeister am Netz trotz Größen-Defizit
Beachvolleyballer Heiko Steinkemper aus Denzlingen
DENZLINGEN. Nicht allein die Größe ist entscheidend. Bestes Beispiel für diese uralte Weisheit ist der Denzlinger Volleyballer Heiko Steinkemper, der trotz seiner knapp 180 Zentimeter Wettkampfkürze überraschend baden-württembergischer Meister im Beachvolleyball wurde.
"Verglichen mit den Zwei-Meter-Hühnen, die mir auf der anderen Seite des Netzes gegenüberstanden, zähle ich tatsächlich zu den kleineren Spielern", gibt der 24-jährige Steinkemper schmunzelnd zu. Auf dem Weg zum bisher größten Erfolg seiner Karriere spielte ihm jedoch genau dieses Defizit in die Karten. Die körperlichen Nachteile Steinkempers bedeuteten nämlich Sympathiepunkte bei den Zuschauern in Reutlingen "und so war das Publikum ab dem Halbfinalspiel auf meiner Seite".
Bis dorthin hatte der Physikstudent allerdings noch einen langen Weg mit so manchem Hindernis hinter sich zu bringen. Zunächst musste der Denzlinger einen Ersatzmann für seinen verletzten etatmäßigen Partner Ralph Müller finden. Dieser war in Lukas Lampe vom Turnverein Bühl recht schnell gefunden, jedoch mangelte es an gemeinsamer Trainingszeit. So musste das erste Turnierspiel zum Einspielen herhalten. Logischerweise mit Erfolg.
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Nach einer herausragenden kämpferischen Leistung wurden im Halbfinale sogar zwei U -19-Nationalspieler aus Hausen ausgeschaltet, um schließlich im Finale das Duo der Freiburger Turnerschaft deutlich mit 2:0 zu schlagen.
"Unser Ziel war das Erreichen des Halbfinals. Danach hatten wir nichts mehr zu verlieren", resümiert der frisch gebackene Champion aus Denzlingen. Bei seinem Heimatverein, dem Turnverein Denzlingen, ist der Wahl-Freiburger übrigens nur noch selten zu sehen. "Seit meinem Wechsel zur SG Breisach/Gündlingen in die Oberliga spiele ich nur noch privat auf den Denzlinger Anlagen", erklärt Steinkemper. Der Reiz des Beachvolleyballs ist indes immer noch derselbe: "Es ist ein intensives Laufspiel, bei dem ich mit Intelligenz und Athletik sogar meinen Größennachteil ausgleichen kann".
Wenn der Denzlinger Vorzeigeathlet sich mal nicht im Sand wälzt, büffelt er für seine Diplomprüfungen oder es ist Winter und somit Hallensaison. Ziele für seine sportliche Zukunft hat Steinkemper auch zur Genüge. "Ich will versuchen, in die nächste Turnierstufe, nämlich die Deutschlandserie, zu kommen", gibt sich der 24-Jährige sich kämpferisch. Große Kulissen und noch größere gegnerische Namen seien Ansporn genug für ihn. Dass danach eine weitere Steigerung aufgrund der Körpergröße nicht möglich ist, weiß auch Heiko Steinkemper. Irgendwann kommt es eben doch auf das Körpermaß an.
Autor: Roman Kiener
