Mehr Fläche und mehr Laufkundschaft

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Sa, 11. März 2017

Denzlingen

Denzlinger AWO-Ortsverein weiht seine neue Geschäftsstelle ein / Gemeinde braucht bisherige Räume für Obdachlose.

DENZLINGEN. In der ersten Januarwoche ist die Geschäftsstelle des Arbeiterwohlfahrt Ortsvereins umgezogen. Damals noch in eine "Baustelle", so der Vorsitzende Detlef Behnke anlässlich der offiziellen Einweihung des neuen Domizils an der Stuttgarterstraße am Donnerstag. Und schon nach etwas mehr als zwei Monaten trauert niemand mehr den alten Räumen nach. "Wir haben viel gewonnen, optimale Bedingungen", sagte Behnke.

Überrascht sei der Vorstand der AWO schon gewesen, als er im Sommer 2016 erfuhr, dass die Geschäftsstelle das fast schon historische Domizil an der Hindenburgstraße 83 verlassen solle. "Wir haben gestutzt, es hat auch weh getan, doch heute sind wir glücklich." Behnke spricht von einer echten Win-win-Situation. Der Impuls sei von der Gemeinde gekommen, die in den bisher genutzten Räumen Wohnraum schaffen will, insbesondere für die Obdachlosen, die aus der bisherigen Unterkunft am Raiffeisenplatz ausziehen müssen. Die AWO habe dafür jetzt helle Räume, die nicht nur rund ein Drittel mehr Fläche bieten, sondern "logistisch ein 100-prozentiger Gewinn sind".

Die neuen Räume in der früheren Bankfiliale seien deutlich heller, weil große Schaufenster für viel Licht sorgen. Zugleich sei die Geschäftsstelle jetzt ebenerdig zugänglich und somit barrierefrei und nicht zuletzt an einem sehr exponierten Platz. "Was wir früher überhaupt nicht kannten, wir haben jetzt Laufkundschaft", berichtet Behnke von neuen Erfahrungen in den ersten Wochen am neuen Standort. Die alte Geschäftsstelle war im Obergeschoss über Holzstiegen zu erreichen und von außen kaum erkennbar. Jetzt weisen großflächige Werbebanner auf die Räume hinter den ehemaligen Schaufenstern hin. "Der große Besprechungsraum ist durch eine zweite Tür auch getrennt von den Büroräumen nutzbar", so Behnke. So könne der Raum auch anderen Gruppen überlassen werden.

"Man sieht euch", betonte Sören Funk, AWO-Geschäftsführer für die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen. Die Geschäftsstelle in den ehemaligen Filialräumen biete die einmalige Chance zu mehr Begegnungen. "Ihr habt jetzt hervorragende Bedingungen euer vielfältiges Engagement weiterzuführen und weiter zu entwickeln", so Funk. Auch Bürgermeister Markus Hollemann wies auf den Blickfangcharakter der neuen Räume hin. "Ich hoffe, dadurch wird Neugier auf die AWO geweckt und dies wirkt sich positiv auf die Zahl der ehrenamtlich Engagierten aus." Ihnen dankte Behnke für ihren Einsatz, denn letztlich sei wichtig, was die AWO tue, auch wenn gute Rahmenbedingungen dazu beitrügen. Tag für Tag werde mit Herzblut viel geleistet. "Von der Gemeinde kam der Impuls zur Veränderung, wir haben aber auch viel Unterstützung bekommen", würdigte Behnke Bauamtsleiter Carsten Müller für Ideen und die fachliche Begleitung sowie Michael Fiedler vom Bauhof "als geborenen Problemlöser". Neben Karl Brucker und Michael Berling vom AWO-Team hätten auch die beiden hauptamtlichen Sekretärinnen Christa Neunzig und Andrea Eisenbeis großen Anteil am Gelingen. Gekostet hat der Umzug rund 35 000 Euro. Der Gemeinderat hatte einen Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro beschlossen. Der AWO-Ortsverein hat rund 160 Mitglieder. Zentrale Aufgaben sind der Hort an der Schule, die Schülermensa, die Nachmittags- und die Hausaufgabenbetreuung, die individuelle Lernbegleitung sowie Essen auf Rädern.

Kontakt: AWO-Geschäftsstelle, Stuttgarterstraße 1 in Denzlingen: Tel. 07666 / 948370, oder per E-Mail, info@awo-denzlingen.de; http://www.awo-denzlingen.de.