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17. Juni 2009

Pons und Kröger kandidieren

Am Montag gaben kurz vor Ende der Bewerbungsfrist zur Bürgermeisterwahl zwei weitere Kandidaten ihre Unterlagen ab.

DENZLINGEN. "Kurz vor Toresschluss" gingen am Montag noch zwei Kandidaturen für die Bürgermeisterwahl am 5. Juli bei Hauptamtsleiter Lars Brügner im Denzlinger Rathaus ein. Gegen 11.30 Uhr reichte der in Denzlingen lebende Exportleiter André Pons seine Bewerbung ein, am Nachmittag dann der Freiburger Anwalt Stephan Kröger.

In Stuttgart ist André Pons geboren, in Düsseldorf ist er aufgewachsen, hat Abitur und seine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann gemacht. Viele Jahre war André Pons, der am Montag um 11.30 Uhr seine Bewerbung für das Amt des Bürgermeisters einreichte, anschließend in München tätig.

In den Südwesten Deutschlands hatte es den heute 46-jährigen Exportleiter gemeinsam mit Frau und Tochter aus beruflichen und persönlichen Gründen gezogen. "Wir wollten in den Raum Freiburg", so Pons gegenüber der Badischen Zeitung. Durch Zufall wurde Denzlingen 2007 dann ihr Wohnort.

Berufliche Erfahrungen sammelte Pons vor allem als Exportleiter für japanische und deutsche Unternehmen in der Branche der Antriebstechnik. "Ich hatte dabei mit europäischen Partnern vor allem in Frankreich, der Türkei, Österreich und der Schweiz zu tun", so Pons.

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Darüber hinaus habe er aber auch Kontakte mit Firmen auf allen Kontinenten gepflegt. Fließend spreche er Französisch und Englisch. Als Projektmanager sei er aktuell auch im nahen Frankreich tätig, gemeinsam mit seiner 44-jährigen Frau, die Architektin ist. Die 19-jährige Tochter lege momentan in Freiburg das Abitur ab.

Bei der Bürgermeisterwahl tritt Pons als unabhängiger Kandidat an. "Das ermöglicht mir, mich völlig frei auf das Wesentliche zu konzentrieren", erklärt der Außenhandelskaufmann.

Als wesentlich erachtet er in der Gemeindepolitik, durch das Generieren von Einnahmen Spiel- und Gestaltungsräume zu schaffen. "Je besser eine Gemeinde finanziell dasteht, desto besser kann sie auch die Interessen ihrer Bürger umsetzen", betont Pons.

Bei der Suche von Investoren und der Neuansiedlung von Firmen bringe er seine Erfahrungen im internationalen Umfeld ein. Neben seiner betriebswirtschaftlichen Erfahrung betont er seine Kenntnisse im Marketing und der Unternehmensorganisation. "Stärken habe ich in der Analyse von Defiziten und sich daraus ergebenden zielgerichteten Problemlösungen", so Pons.

Dabei lege er großen Wert auf das Vermitteln zwischen und Zusammenführen unterschiedlicher Interessengruppen. Kundenorientiertes Handeln, zum Wohl der Firma, kenne er aus seinem bisherigen Berufsleben. Als Bürgermeister sieht er sich in der Pflicht des bürgerorientierten Handelns, zum Wohl der Gemeinde, denn Bürger seien Kunden und die Gemeinde die Firma.

Stephan Kröger, dessen Bewerbung als letzte einging, ist 41 Jahre alt, in Freiburg geboren und aufgewachsen. In Stegen hat er sein Abitur gemacht. Der Freiburger Rechtsanwalt hat in seiner Geburtsstadt Jura studiert, wobei er sein Referendariat bei der Stadt Konstanz und im Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald absolvierte. Unter anderem war er da mit Baurecht und auch Vergabemodalitäten in Stadtverwaltungen beschäftigt. Nach dem Examen hat er sich wissenschaftlich mit juristischen Themen an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften befasst.

Kröger, der mit Lebensgefährtin und deren Kindern lebt, sieht die Struktur und Größe Denzlingens als ausschlaggebend für seine Kandidatur: "Hier sehe ich Themen, die ich anpacken will", sagte er gestern im BZ-Gespräch. Er will die vorhandene Infrastruktur stärken, schließlich stehe die Gemeinde an der Schwelle zum Mittelzentrum. Um die finanzielle Sicherheit der Gemeinde zu gewährleisten, gelte es nicht nur Gewerbe anzusiedeln, sondern "im Energiebereich etwas zu tun". Kröger denkt an eigene Netze: "Stadtwerke sind ein Bereich, mit dem ich mich auseinandergesetzt habe".

Weitere Themen sind für den Freiburger Anwalt, "jungen Familien entsprechende Einrichtungen zur Verfügung zu stellen", damit den unter Dreijährigen ein Platz garantiert werden könne. Die Vereinsarbeit – "eine Säule der meisten Gemeinden" – und dort das Ehrenamt mit dem Schwerpunkt auf der Jugendarbeit – liegt ihm nach eigenen Worten am Herzen. Was die Sozialarbeit angehe, sieht er, dass Lothar Fischer "einiges vorgelegt hat; diesen Weg will ich weitergehen", sagt der parteilose Bewerber.

Gerade im Hinblick auf ein weiter zu erwartendes Wachstum der Gemeinde hält er es für notwendig, begonnene Projekte wie das Feuerwehrhaus oder auch die Sporthalle fortzuführen: "Das hat die Gemeinde zu leisten".

Im Bezug auf die eigene Persönlichkeit glaubt er, "im ausgleichenden Sinne nach Lösungen zu suchen. Wichtig ist, einen weiten Blick zu haben und nicht nur in eine Richtung zu schauen", damit er auch auf die Gesamtstruktur des neuen Gemeinderates blickt. "Gerade in diesem Amt kommt es auf die Persönlichkeit an", sagt der 41-Jährige und bezieht dies auf sonst übliche Parteizugehörigkeiten im Rat. Er schätzt aber den Umgang mit Menschen. "Ich habe die Chance, innovativ etwas Neues zu machen, was ich in meinem jetzigen Beruf nicht könnte".

Die wenige Zeit, die dem Freiburger Rechtsanwalt bleibt, verbringt er gerne mit Radfahren und Wandern: "Wir leben in einer einmaligen Region".



Autor: Markus Zimmermann-Dürkop und Frank Kiefer