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13. September 2017

Sattes Grün – nicht immer umsonst

Wie die Fußballvereine in Gundelfingen, Glottertal, Heuweiler, Denzlingen und Vörstetten ihre Anlagen in Schuss halten und die Gemeinden sie dabei unterstützen.

  1. Rasen mähen und Linien ziehen: Sportplätze sind nicht von alleine in Topzustand. Foto: Jonas Hirt

BREISGAU. Der englische Rasen – darauf will jeder Spieler von der Kreis- bis zur Bundesliga kicken. Damit die Plätze dieses Ideal erfüllen, müssen Vereine einiges leisten, Ehrenamtliche als Platzwarte zu finden, wird schwieriger. Auch die Unterhaltung der gesamten Anlage fordert die Vereine. Gemeinden unterstützen sie durch Zuschüsse oder Bereitstellung der Plätze.

Gundelfingen
Gleich zwei Sportstätten gibt es für die Spvgg Gundelfingen/Wildtal. Zuschüsse zur Platzpflege zahle die Gemeinde nicht, nur für die Jugendförderung, gibt Rechnungsamtsleiter Harald Binz an. Ein Rasen und ein Hartplatz befinden sich beim Obermattenbad. Diese würden auch von anderen Vereinen und der Schule genutzt. Auch das Waldstadion hat je einen Rasen und einen Hartplatz. Die Kosten für die Bewässerung, Düngung und Regenerationsarbeiten übernehme dafür die Gemeinde. Der Bauhof mähe auch den Rasen. Dieter Kanzler, der Vorsitzende der Spvgg, gibt an, dass sich der Verein um Kleinigkeiten an den Anlagen kümmere, Unkrautbeseitigen zum Beispiel. Größere Sachen wie Heckenschneiden erledige der Bauhof. Das Verhältnis zur Gemeinde habe sich verbessert: "Im Moment sind wir zufrieden," sagt Kanzler. In der Vergangenheit habe es Beschwerden gegeben, dass der Bauhof nicht oft genug mähe. Für das Waldstadion habe der Verein jemanden für die direkte Spielvorbereitung, Streuen und Tore richten, angestellt. "Es ist schwierig, jemanden ehrenamtlich zu finden", sagt Kanzler.

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Glottertal
Ein Rasen und ein Hartplatz stehen für die Kicker vom SV Rot-Weiß Glottertal zur Verfügung. Erwin Schillinger, Vereinsvorsitzender, gibt an, dass die Gemeinde das Gelände von einer Privatperson gepachtet habe und es den Kickern kostenlos zur Verfügung stelle. Zuschüsse für Pflege und Unterhalt gebe es keine. Der Verein beantrage auch keinen Jugendzuschuss. 2010 habe man von der Gemeinde großzügige Hilfe für den Bau des Clubheims erhalten. Der Verein ist für den Unterhalt des Geländes und der Spielfelder verantwortlich – keine leichte Aufgabe (siehe Text unten). "Das ist eine riesen Leistung", sagt hierzu Bürgermeister Karl-Josef Herbstritt.

Heuweiler
Auch in Heuweiler ist das Gelände mit einem Rasen- und einem kleinen Hartplatz in privater Hand. Die Gemeinde zahlt dem Verein keinen Zuschuss zur Pflege des Rasenplatzes, so Kämmerin Steffi Seiler. 500 Euro gebe es als allgemeine Förderung. Ansonsten stelle der Verein Einzelanträge für größere Arbeiten. "Die Gemeinde ist immer offen, das funktioniert wunderbar", sagt der Geschäftsführer der DJK Heuweiler, Ralf Heitzmann. Für das Gelände sei der Verein verantwortlich. Der Verpächter helfe beim Rasenmähen aus. Was aber fehle seien Ehrenamtliche, die sich fest um den Platz oder das Gelände kümmern. Der Verein wäre bereit, jemanden dafür anzustellen. "Ehrenamtlich, wie früher – das funktioniert nicht mehr", meint Heitzmann. Den Platz vor Spielen streue jemand von der zweiten Herrenmannschaft und bekomme dafür eine kleine Entschädigung.

Denzlingen
20 000 Euro sind jährlich im Denzlinger Haushalt für den FC zur Pflege der Sportplätze enthalten, teilt Rechnungsamtschef Martin Ziegler mit. 2016 seien 17 000 Euro abgerechnet worden, 2015 19 000 Euro. Das Gelände umfasst zwei Rasenplätze und einen Kunstrasenplatz. Im Januar forderte der Verein zusätzliche Unterstützung für die Pflege der Außenanlagen. Seinerzeit hieß es, dass das Pflegeteam geschrumpft sei und die Aufgabe nicht mehr vollends leisten könne. 15 000 Euro wollte der Verein pro Jahr, um zwei Teilzeitstellen mitzufinanzieren, 3000 Euro wollte der FC selbst beisteuern. Die 15 000 Euro gewährte der Gemeinderat einmalig. Mit diesem Zuschuss habe der Verein zwei Arbeiter anstellen können, so Michael Kuwert, der Vorsitzende: "Der Aufwand, das Gelände zu pflegen, ist enorm." Jetzt habe sich der Zustand der Anlage verbessert. Seit Mitte der 1980er Jahre spielt der FC dort. Damals hätten noch bis zu zehn Ehrenamtliche für die Pflege der Anlage gesorgt, nun seien es noch zwei. Kuwert lobt das Verhältnis zur Gemeinde. Für ihn sei es keine angenehme Situation, vor den Gemeinderat zu stehen und um Geld zu bitten. Der Verein sei weiterhin bereit, kleinere Arbeiten selbst zu erledigen. Jedoch benötige er die Hilfe des Bauhofs. Im Januar schnitt dieser Bäume ab. Laut Michael Kuwert müssten diese bald wieder gekürzt werden.

Vörstetten
6000 Euro bekommt der VfR Vörstetten von der Gemeinde zur Pflege der zwei Rasenplätze, gibt Bürgermeister Lars Brügner an. Vor einigen Jahren habe man die Summe erhöht, da ein Hartplatz in einen Rasen umgewandelt wurde. "Der Pflegeaufwand ist höher", begründet Brügner. Die Fläche befindet sich in Gemeindeeigentum. Der Bauhof unterstütze den Verein und kümmere sich um das Schneiden der Hecke und um den Unterhalt der Weitsprungbahn. Beim VfR verteilen sich die Pflege des Platzes und des Geländes auf mehrere Schultern, teilt Jürgen Bieber, Bereichsleiter Administration, mit. "Es sind schon zehn verschiedene Personen auf dem Rasenmäher gesessen", so Bieber. Auch er selbst. Bieber möchte mit der Gemeinde über einen höheren Zuschuss verhandeln, weil die Summe nicht für zwei Rasenplätze reiche. Den neueren habe der Verein jüngst für 5000 Euro pflegen lassen. Der Verein ist auf der Suche nach einem festen Platzwart. "Wir hoffen auf eine interne Lösung." Bieber glaubt aber nicht, dass eine einzelne Person bereit wäre. Das könne eigentlich nur ein Rentner machen, der nicht berufstätig ist. Im Verein zeige aktuell aber keine die Bereitschaft hierzu.

Autor: Jonas Hirt