VERBANDSLIGA KOMPAKT

Fritz Bierer

Von Fritz Bierer

Mo, 10. September 2018

Verbandsliga Südbaden

FSV ROT-WEIß STEGEN

Auf dem Zahnfleisch

Kehler FV – FSV Rot-Weiß Stegen 2:1 (1:1). Knapp, aber hochverdient, setzten sich die Gastgeber im Rheinstadion durch. Damit hat sich der KFV nach der 1:4-Pleite eine Woche zuvor gegen den FC Radolfzell wieder in die Erfolgsspur gebracht. Die Gäste, die mit viel Einsatz und Zweikampfstärke über 90 Minuten gefielen, ließen deutliche Schwächen in der Offensive erkennen. Der Aufsteiger wartet damit weiter auf den ersten Sieg. Die Elf von Trainer Karim Matmour vergab gleich in der Anfangsphase Großchancen durch David Göser (2./7.), Dejan Zdraveski (4.) und Anis Bouziane (8.). Anschließend kam Kehl aus dem Rhythmus. So gingen die Gäste mit ihrem ersten gefährlichen Angriff in Führung, als Nicolas Ganter von der Grundlinie Clemens Buhl bediente, der aus zehn Metern Keeper Daniel Künstle keine Chance ließ. Erst nach dem 1:1-Ausgleich durch den stark spielenden David Assenmacher (27.) waren die Kehler wieder im Spiel. Im zweiten Durchgang ging es über weite Strecken im Einbahnverkehr Richtung Gehäuse des guten Stegener Keepers Rafael Rammo. Der eingewechselte Kevin Sax (nach Hochzeitsurlaub wieder im Kader) öffnete die Tür zum Kehler Heimerfolg. Zunächst scheiterte er noch an Rammo (50.), dann erzielte er nach Pass von David Assenmacher technisch brillant das 2:1 (61.). "Der Kehler Sieg war verdient", räumte der Stegener Trainer Stefan Schwär ein. "Zurzeit gehen wir personell durch Urlauber und Verletzungen etwas auf dem Zahnfleisch."

Stegen: Rammo, Scholpp, Struthoff, Wiese, Fischer, Hermann (66. Mai), Duffner, Ganter (58. Kürner), Buhl (61. Denzel), Krusenotto, Knobelspies (79. Skorski). Tore: 0:1 Buhl (19.), D. Assenmacher 1:1 (27.), 2:1 Sax (61.). Schiedsrichter: Ebe (Friedrichshafen). Zuschauer: 240.

FC DENZLINGEN

Treffer kurz vor Schluss

FC 03 Radolfzell – FC Denzlingen 0:1 (0:0). Jetzt hat es auch den FCR erwischt. Im sechsten Spiel ging man erstmals als Verlierer vom Platz. Der Denzlinger Sieg war etwas glücklich, aber auch verdient. Die erste Möglichkeit hatten in der 5. Minute die Gäste: Erdem Bayram, an diesem Tag Dreh- und Angelpunkt der Denzlinger, schoss aufs Tor, aber ein Radolfzeller Verteidiger konnte den Ball gerade noch vor der Linie klären. Danach kam Radolfzell besser ins Spiel und hatte in der 17. Minute seine erste Chance durch Krüger, der den Ball knapp neben das Tor köpfte. Die wohl größte Möglichkeit für Radolfzell vergab Alexander Stricker: Von Robin Niedhardt schön freigespielt, zieht Stricker aus der Drehung ab, aber ein Denzlinger Spieler klärte den Ball ebenfalls noch auf der Torlinie. In der Folge hatte Radolfzell mehr vom Spiel, aber die Gäste gefielen immer wieder mit gefährlichen Aktionen. Hellwach kamen die Mannschaften aus den Kabinen – und erarbeiteten sich jeweils gute Möglichkeiten. Aber die Schlussmänner Daniel Tkacz (Radolfzell) und Paul Kinder (Denzlingen) waren auf dem Posten. In der 82. Minute hatte der beste Spieler auf dem Platz, Erdem Bayram, die Möglichkeit zum Führungstreffer. r umspielte einen Radolfzeller Verteidiger, aber sein Abschluss ging an den Pfosten. In der 89. Minute dann aber doch die Entscheidung für die Breisgauer: Nach einem Eckball kam Frank Lengner frei zum Kopfball und nickte ein. Radolfzell setzte jetzt alles auf eine Karte, brachte aber nichts mehr zustande. Zu gut standen die Gäste in der Abwehr. In der 93. Minute dann nochmal Glück für den FCR, als der eingewechselte Tim Lettgen nur den Pfosten traf. In der Pressekonferenz räumte der Radolfzeller Trainer Steffen Kautzmann ein, dass die Gäste seiner Mannschaft an diesem Tag physisch überlegen gewesen waren. Denzlingen habe sein Team zu langen Bällen gezwungen. Das sei aber nicht das Spiel des FCR. Kautzmann gestand ein, dass der Gäste-Erfolg verdient war. Der Denzlinger Trainer Dino Saggiomo war glücklich über den Sieg und bescheinigte seiner Mannschaft die beste Leistung in den vergangenen Wochen.

Denzlingen: Kinder, Cope, Koberitz, Dettmar, Dichtel, Lengner, Saggiomo, Aldemir (87. Torres), Fiand (67. Mandzo), Vrazalica, Bayram (90. Lettgen). Schiedsrichter: Pacher (Bräunlingen). Tor: 0:1 Lengner (89.). Zuschauer: 130.

FREIBURGER FC

Unnötig gezittert

1. SV Mörsch – Freiburger FC 0:1 (0:1). Auch wenn der FFC bei seinem dritten Pflichtspiel im nordbadischen Mörsch ungeschlagen bleibt (zwei Siege, ein Remis) – nach dem Schlusspfiff mussten alle Freiburger Verantwortlichen und Anhänger erst einmal kräftig durchatmen. Wieder einmal wurden die Nerven über Gebühr strapaziert. Dabei war der Sieg der Freiburger hochverdient. Wenigstens eine Stunde lang veranstalteten sie mit den Mörschern ein Katz-und-Maus-Spiel. Oft konnten sich die Gastgeber nur mit unfairen Mitteln zur Wehr setzen. Das Führungstor des FFC ließ aber bis in die Schlussphase von Halbzeit eins auf sich warten: Nach präziser Flanke von Matthis Eggert köpfte Marco Senftleber sehenswert zum 1:0 ein. Kurz nach Wiederanpfiff bot sich der Eckert-Elf die große Chance zum vorentscheidenden 2:0, als der Ex-Freiburger Leon Beckmann den Ball an der Strafraumgrenze an Mike Enderle verlor, dessen Zuspiel der unermüdlich rackernde Kapitän Fabian Sutter aber an die Unterkante der Latte schoss. Bei der einzigen Mörscher Chance scheiterte Kapitän Christof Leiss am aufmerksamen Freiburger Schlussmann Niklas Schindler (54.). Der FFC schaffte es bis in die insgesamt siebenminütige Nachspielzeit nicht, seine Dominanz in weitere Treffer umzumünzen FFC-Trainer Ralf Eckert stellte jedoch zufrieden fest: "Hier muss man erst mal so eine Leistung bringen." SVM- Coach Patrick Anstett bezeichnete den FFC als "superstarken Gegner mit Ballstaffetten zum Träumen".

Freiburg: Schindler, Sutter (77. Neu), Enderle, Marco Senftleber (82. Qorraj), Novakovic, Martinelli (85. Huber), Garcia Stein, Gehring, Amrhein, Dreher, Eggert (50. Wettlin). Tor: 0:1 Marco Senftleber (39.). Schiedsrichter: Schmidt (Frankfurt). Zuschauer: 350.

FC WALDKIRCH

Punkt nach Eigentor

TuS Oppenau – FC Waldkirch 2:2 (2:0). In einem Spiel mit zwei verschiedenen Halbzeiten schaffte der FC Waldkirch durch ein Eigentor des TuS Oppenau in der 90. Minute noch den Ausgleich. Oppenau dominierte die erste Halbzeit und lag verdient mit 2:0 vorne. In der zweiten Hälfte kam Waldkirch insbesondere über Standards besser ins Spiel und sicherte sich noch einen Punkt. Nach anfänglichem Abtasten übernahm Oppenau mit zunehmender Spieldauer die Kontrolle. Florian Müller verwertete eine Hereingabe von Ali Abdalla mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze zur 1:0-Führung. Oppenau war nun am Drücker und erhöhte bereits in der 26. Minute auf 2:0: Fabian Zefferer legte den Ball von der Grundlinie zurück auf Tobias Keller, der aus sechs Metern den Ball über die Linie drückte. Bis zur Halbzeitpause hatte Oppenau weitere Möglichkeiten. Nach dem Wechsel machten die Gäste mehr Druck. Insbesondere über die linke Seite wurden mehrere gefährlich Angriffe vorgetragen. In der 54. Minute verpasste Sandro Rautenberg per Kopf knapp das Oppenauer Tor. Kurz darauf verfehlte Kristian Disch nach einer Freistoßflanke ebenfalls per Kopf das Tor. In der 68. Minute verkürzte Waldkirch auf 1:2: Nach einem kurz ausgeführten Eckball stieg der eingewechselte Niclas Hug im Zentrum am höchsten. Waldkirch ließ nicht locker und hatte in der Schlussminute Erfolg: Einen hohen Ball köpfte Oppenaus Abwehrspieler Jonas Schäuble unglücklich über Keeper Julian Fischer ins eigene Tor.

Waldkirch: Lindl, Armbruster, Müller, Tischer (78. Kassassir), Disch, Rieger, (86. Dufner), Frassica, Tippmar (35. Hug), Baumer, Rautenberg, Schützler, (68. Matt). Tore: 1:0 Müller (20.), 2:0 Keller (26.), 2:1 Hug (68.), 2:2 Schäuble (90./ET). Schiedsrichter: Faißt (Renningen). Zuschauer: 200.