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19. September 2011

Von der Schulbank zum Schraubstock

Insgesamt 17 Schüler und eine Schülerin aus Denzlingen und Freiburg erhalten in der Schüler-Ingenieur-Akademie Einblick in Technik.

  1. Der Denzlinger Schulleiter Bernhard Läufer übergibt den Ordner mit den Unterlagen an Rick Egetemaier. Foto: mrs

DENZLINGEN/FREIBURG. Insgesamt 18 Schüler aus Freiburg und Denzlingen werden in diesem Herbst als erste in die Schüler-Ingenieur-Akademie (SIA) einziehen. In einer feierlichen Stunde im Denzlinger Erasmus-Gymnasium wurden ihnen die Ordner mit den notwendigen Unterlagen überreicht. Im Oktober geht es mit dem Studium los, das den Schülern zwei Semester lang einen Überblick über die Berufsmöglichkeiten im technischen Bereich bieten soll.

Die 17-jährige Sabrina Nöthling vom Freiburger Kepler-Gymnasium hat eine Sonderstellung im Pionierjahrgang der Freiburger und Denzlinger SIA-Teilnehmer – sie ist die einzige Schülerin, die sich für den berufsorientierenden Rundumschlag durch die Welt der Schaltkreise und Sensoren begeistern konnte. "Normal ist das eigentlich nicht", betont Peter Mayer vom Unternehmensverband Südwest-Metall, der das Projekt initiiert hat und es weiterhin unterstützt.

44 solcher Akademien hat der Verband mittlerweile in Baden-Württemberg ins Leben gerufen und fast überall sind auch die Mädchen in größerer Zahl beteiligt. "Die Jungs bei uns waren da forscher und die Mädchen etwas zu zurückhaltend", erklärt Bernhard Läufer, der Schulleiter des Denzlinger Erasmus-Gymnasiums. In Zukunft wolle man aber die Schülerinnen gezielter ansprechen. Denn das nun begonnene Projekt soll auch in Zukunft fortgesetzt werden.

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Ingenieure und technische Auszubildende werden nach wie vor gesucht. Bereits im Kindergarten sind Verbände wie Südwestmetall aktiv: "Wir wollen einfach die Neugierde an der Technik wecken und die Kinder und Jugendlichen dazu motivieren, sich mit ihr zu beschäftigen", betont Mayer. Viele Schüler benutzen Handys und Smartphones, aber interessant sei doch die Frage, was da eigentlich an Technik alles dahinterstecke.

Zusammen mit den Projektpartnern – der technischen Fakultät der Freiburger Universität und den mittelständischen Unternehmen Sick, Micronas und Hekatron – werden von Oktober an jeden Freitagnachmittag 18 Schüler aus dem Freiburger Rotteck- und dem Kepler-Gymnasium sowie dem Denzlinger Erasmus-Gymnasium an dem einjährigen Programm teilnehmen. Neben Betriebsbesichtigungen dürfen sie bei den beteiligten Betrieben auch selbst einmal Hand anlegen und so ein Gefühl für die Arbeit an Robotern und Sensoren bekommen. Die beteiligten Schüler, davon sechs aus Denzlingen, freuen sich über diese Möglichkeit.

"Wir nehmen die ganze Technik einfach so hin, aber kaum einer weiß, wie sie eigentlich funktioniert. Ich find’s geil, wenn man weiß, was dahintersteckt", erklärt der 16-jährige Rick Egetemaier seine Motivation für die Teilnahme. Ganz ohne Druck wird das Ganze aber nicht ablaufen. Über jeden Projekttag müssen die Schüler Tagebuch führen, die Betriebe sind angehalten, die Schüler in ihrer Motivation und ihrem Verständnis zu bewerten. Am Ende wird es dann auch eine Note geben, die direkt in die Abiturnote mit einfließen wird.

Der Leiter des Erasmus-Gymnasiums, Bernhard Läufer, freut sich, dass seine Schüler die Möglichkeit zur Teilnahme haben. Vor sieben Monaten erst hatte er das Angebot erhalten, spontan zugesagt und die notwendigen Rahmenbedingungen innerhalb dieser Zeit geschaffen.

"Für schulische Dimensionen war das eine unheimlich kurze Zeit". Aber es habe sich gelohnt, betont Oberstudiendirektor Läufer, denn beim Kampf der Betriebe um die heutigen Schüler möchte er seine Abiturienten gut aufgestellt sehen. "Dann sehen sie auch einmal, wie sie das, was sie in der Schule lernen, auch anwenden können."

Musikalisch unterrahmt wurde die Feierstunde von der Schülerin Elisabeth Erber, die auf dem Cello ein Stück von Johannes Brahms darbot und dabei von ihrem Vater Wolfgang auf dem Klavier begleitet wurde.

Autor: Michael Saurer