Großbaustelle

Der Ausbau der Höllentalbahn verzögert sich

Peter Stellmach

Von Peter Stellmach

Mi, 17. Oktober 2018 um 20:49 Uhr

Titisee-Neustadt

Zum 1. November geht der Zugverkehr zwischen Freiburg und Himmelreich wie geplant in Betrieb. Doch um bis nach Titisee zu kommen, müssen Fahrgäste einen weiteren Monat lang auf Busse umsteigen.

Auf der westlichen Höllentalbahn wird am 1. November nur der Abschnitt zwischen Freiburg und Himmelreich wieder in Betrieb genommen. Der weitere Streckenverlauf bis Titisee beziehungsweise von Titisee nach Seebrugg braucht voraussichtlich vier Wochen länger. Dies hat die Deutsche Bahn auf Anfrage der Badischen Zeitung bestätigt. Sie begründet die Verzögerung damit, dass auch Sonderschichten nicht ausgereicht hätten, um in der neuen Stellwerkstechnik die Verkabelung rechtzeitig fertigzustellen.

Für Pendler und Reisende bedeutet dies, dass sie vom Hochschwarzwald bis Himmelreich und in der Gegenrichtung einen weiteren Monat lang die Busse nutzen müssen, die im Schienenersatzverkehr vorgehalten werden.

Seit Tagen kursieren Gerüchte

Wer seit Beginn des Ausbaus der Breisgau-S-Bahn mit Vertretern der Bahn zu tun hatte, hörte immer wieder diese Aussage: Das wird fertig, garantiert. Anderslautende Gerüchte kursieren seit Tagen. Und tatsächlich, heißt es nun, sei zwar der Ausbau zwischen Freiburg und Titisee "auf der gesamten Strecke weitgehend abgeschlossen". Damit könne, wie geplant, am 1. November der Zugverkehr zwischen Freiburg Hauptbahnhof und Bahnhof Himmelreich wieder aufgenommen werden. Jedoch nicht weiter.



Die Züge verkehren im Halbstundentakt und sind in Himmelreich an den Schienenersatzverkehr angebunden, dessen Busse in den Hochschwarzwald und retour zu den Zeiten fahren, die sich seit März eingespielt haben. Die Bahn verspricht, dass in Himmelreich weiterhin Mitarbeiter die Fahrgäste unterstützen.

Mit Hochdruck sei auf der Höllentalbahn West gearbeitet worden, sagt ein Bahnsprecher, um den Zeitplan mit rund 30 einzelnen Gewerken auf der rund 46 Kilometer langen Strecke einzuhalten. Mehr als 200 Mitarbeiter verschiedener Baufirmen hätten gemeinsam mit der Bahn an der termingerechten Umsetzung mitgewirkt: Unter anderem wurden die Bahnhöfe barrierefrei ausgebaut, Bahnübergänge und Personenunterführungen um- oder neugebaut, Gleise und Oberleitungen abschnittsweise erneuert und Stellwerke gebaut. Obwohl der Hersteller der elektronischen Stellwerke Sonderschichten eingelegt habe, seien aber noch "einige Restarbeiten bei der Verkabelung auf dem Streckenabschnitt Himmelreich Titisee notwendig".

Mit Hochdruck in die Verlängerung

Projektleiter Peggy Bretfeld stellt fest: "Alle Beteiligten haben Vollgas gegeben, damit der Verkehr pünktlich zum November wieder auf die Schiene gehen kann. Nun geht es mit Hochdruck in eine kurze Verlängerung, um die anstehenden Restarbeiten im Laufe der nächsten vier Wochen zügig abzuwickeln und dann komplett in Betrieb zu gehen."



Ob sich die akuten Verzögerungen auf den östlichen Bauabschnitt auswirken könnten, dazu war am Mittwoch nichts in Erfahrung zu bringen.

Seit 1. Juli laufen die Arbeiten zwischen Neustadt und Donaueschingen, nach dem Rückbau entlang der Strecke werden jetzt die Sohlen der fünf Tunnel tiefergelegt. Gemäß dem Bauzeitenplan der Bahn sollen die Züge von Titisee nach Neustadt vom 1. April 2019 an wieder fahren, von Neustadt über Rötenbach und Löffingen nach Donaueschingen vom 1. November 2019 an.

Die neuen Aufzüge in den Bahnhöfen Freiburg-Wiehre, Kirchzarten, Hinterzarten und Titisee sollen nach Angaben der Bahn nach und nach zwischen Januar und März 2019 in Betrieb genommen werden. Für Neustadt liegt keine Angabe vor.