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31. Mai 2011
Da pfeift der Baum
Premiere für die "Schwarzwälder Baumorgel" in der evangelischen Kirche Waldkirch.
WALDKIRCH. Einen festen Platz im Orgelfest-Programm hat immer das samstägliche Konzert in der evangelischen Stadtkirche, ein Beitrag von Orgelbau Jäger & Brommer und der Waldkircher Orgelstiftung zum Orgelfest. Das Concerto grosso stand in diesem Jahr im Zeichen der ersten öffentlichen Vorstellung der Adrian Oswalt-XXXL-Orgel: Vorgestellt wurde aber noch ein neues Instrument aus der Werkstatt von Jäger und Brommer: Eine Schwarzwald-Baumorgel.
"Leider ist unsere Kirche zu klein für ein so tolles Programm" mit großartiger Musik und hervorragenden Musikern, musste Pfarrer Traugott Schillinger bei seinem Willkommensgruß feststellen, denn die letzten Besucher konnten nicht mehr eingelassen werden.Das Programm begann mit dem "Entrée" aus dem Triptique Saint-Servais (Andreas Wilscher), an der Waldkircher Kirchenorgel gespielt von Ulrich Reinhardt, dem Organisten von St. Josef in Kollnau. Speziell für Drehorgel und Streichquartett hatte Jürgen Braun fünf Sätze aus Georg Friedrich Händels "Wassermusik bearbeitet. Es spielten Berthilde Galosi und Kirsten Vielhaber (Violinen) Günther Wirmingshaus (Viola), Thomas Winkler (Violoncello) und natürlich Jürgen Braun an seiner Drehorgel.
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Dann folgte Adrian Oswalt mit eigenen Klangstudien auf der neuen XXXL-Orgel, die nach ihrer Präsentation im Orgelbauersaal (die BZ berichtete) nun erstmals im Konzert zu hören war. Sie klingt wie eine volltönende Kirchenorgel, bisweilen aber auch in ungewohnten Klangfarben, von denen sich die Zuhörer nun überzeugen konnten.
Wiederum von Jürgen Braun bearbeitet war die Musik von Giuseppe Clemente dall’ Abaco, die die Harmonie und Schönheit den Geist des 18. Jahrhunderts atmet. Annette Bronner, Querflöte, verstärkte hierbei das Streichquartett.
Dann war noch einmal Adrian Oswalt zu erleben, dem die Lust des Experimentierens förmlich im Gesicht stand. War das Publikum zunächst noch etwas zurückhaltend hinsichtlich dieser Klangstudien, so war der Beifall aber am Ende doch sehr groß.
Und noch mehr Ungewöhnliches: Auf dem Podest stand ein recht komisches "Ding". Wolfgang Brommer stellte es als "Schwarzwälder Baumorgel" vor. Sie sieht aus wie ein rundes Holzstück, in das scheinbar wahllos Holzpfeifen hineingesteckt wurden. Und diese klingen tatsächlich gut. Wieder eine Weltneuheit aus Waldkirch.
Klassisch im Instrument, aber witzig in der Entstehungsgeschichte war das folgende Stück, für das Ulrich Reinhardt nochmals an die Kirchenorgel ging: Denis Bédard, Organist an der Kathedrale in Vancouver, schrieb "Cats at Play", ein Scherzo, und beschrieb darin sein 21-jähriges Schmusetier. Die Musik ist sehr "dekorativ" und "französisch angehaucht".
Zum Schluss erklang Antonio Vivaldis Concerto für zwei Trompeten in C-Dur, gespielt von Rudolf Mahni und Marlon Zickgraf auf Bach-Trompeten und Jürgen Braun an seiner wohlklingenden Drehorgel. Die Zuhörer spendeten viel und herzlichen Beifall.
Autor: wß


