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Der BZ-Fragebogen, ausgefüllt von Wolfgang Reuter

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Do, 17. Januar 2019 um 15:08 Uhr

Wiehre

Wolfgang Reuter ist Inhaber der veganen Kochschule Aubergine in er Wiehre. Im BZ-Fragebogen verrät der 50-Jährige, was das Geheimnis guter Küche ist – und was er einmal im Leben machen will.

Wenn Gemüse langweilig schmeckt, sagt Wolfgang Reuter, liege das nicht am Gemüse, sondern am Koch. Der 50-Jährige stammt aus der Nähe von Mönchengladbach, hat Biologie in Aachen und Toxikologie in Leipzig studiert und kam vor 17 Jahren ans Freiburger Ökoinstitut. Die vergangenen zehn Jahre war er als selbständiger Pestizidgutachter tätig. Im Herbst 2018 hat er die vegane Kochschule Aubergine gegründet – um sich "beruflich auch mal mit positiven Themen zu beschäftigen". Reuter ist liiert und lebt in der Wiehre.

Sie leben nicht vegan?
Nein, ich habe ab und an Lust auf Speisen mit Milchprodukten. Mir ist aber aufgefallen, dass ich, ohne das beschlossen zu haben, immer weniger tierische Lebensmittel gekauft habe. Ich habe viele vegane Kochkurse in München, England, Thailand und Sri Lanka besucht und war total fasziniert, wie gut das schmeckt. Ein großes Geheimnis dahinter ist das Abschmecken. Klar, gedämpfter Quinoa mit Lauchgemüse kann öde sein, aber wenn es im Mund knuspert, der Teller bunt aussieht und die Soßen dazu passen, dann schmeckt vegan sehr phantastisch. Das möchte ich gerne vermitteln.

Was überrascht die Kochkursteilnehmer am meisten?
Dass man eine tiefwürzige, sehr komplexe dunkle Bratensoße ganz ohne Fleisch hinbekommt. Die Röstaromen kriegt man nämlich auch übers Gemüse, wenn man weiß, wie.

Was wollten Sie als Kind werden?
Da hatte ich glücklicherweise noch keine Gedanken an den "Ernst des Lebens".

Ihr Lieblingsplatz in Freiburg?
Im Garten in der Wonnhalde, meinem Gemüse beim Wachsen zusehen.

Ihr Lieblingslokal in Freiburg?
Ein veganes Sternerestaurant – ich warte immer noch drauf . . .

Worüber können Sie herzhaft lachen?
Über Sebastian Pufpaff in der Heute-Show.

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Kochen, Mountainbike und Ski fahren, reisen, schwimmen.

Welches Buch hat Sie in jüngster Zeit am meisten beschäftigt?
"The Classical Vegetarian Cookbook" von Ron Pickarski.

Wann waren Sie zuletzt in der Kirche?
Ich kümmere mich lieber um die irdischen Dinge.

Welche Musik hören Sie gerne?

Alternative: New Model Army, Serj Tankian, Rage Against the Machine.

Sie bekommen eine Zeitreise geschenkt – wohin reisen Sie?
50 Jahre in die Zukunft – wo die Menschen nachhaltig leben.


Wovor haben Sie Angst?

Vor der zunehmenden Selbstbezogenheit der Menschen.

Wann waren Sie zuletzt im Kino?
Vergangenes Jahr in "Wilde Maus".

Was mögen Sie an sich selbst?
Meine Begeisterungsfähigkeit für Zukunftsfähiges und meinen Humor.

Was bringt Sie auf die Palme?
Egoistische Ignoranz, wie zum Beispiel SUV-Fahren.

Wo machen Sie gerne Urlaub?

An den oberitalienischen Seen.

Ihr größter Erfolg?
Die Einrichtung der fußgängerfreundlichen Innenstadt in Aachen.

Mit wem würden Sie warum gern mal einen Tag lang tauschen?
Mit Angela Merkel – um zu sehen, ob nicht doch mehr für Bildung und Umwelt getan werden kann.
Ihre Traum-Schlagzeile?
"Bundesregierung beschließt Einführung einer Fleischsteuer."

Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit?
Eine Stiftung für die Förderung nachhaltiger Projekte gründen.

Bitte vervollständigen Sie: Am Herd gelingen mir am besten ...
... vielfältige und tief geschmackvolle Gerichte, die die Tiere in Frieden lassen.

Wer es in meinem Job zu etwas bringen will, der ...
... sollte sich von nachhaltiger Qualität begeistern lassen.

Die Zeit vergesse ich, wenn ...
... ich mit dem Mountainbike fahre.

Einmal im Leben will ich unbedingt ...
... mit einem kleinen Segelschiff durch die Karibik.

Als Oberbürgermeister von Freiburg würde ich ...
... alles dafür tun, den Radverkehr massiv zu fördern – für bessere Luft, mehr Gesundheit, mehr Ruhe und mehr Platz.