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17. März 2010 17:33 Uhr
Umgestaltung
Der lange Weg zum neuen Augustinermuseum
Jahrelang litt das Augustinermuseum unter seinem schlechten Zustand und einer komplexen Umbauplanung. Jetzt wurde es komplett neugestaltet und saniert.
Seit dem Spätsommer 1995 lag ein Planungskonzept der damaligen Museumsleiterin Saskia Durian-Ress vor, die 2002 nach Querelen aus dem Amt schied. Neue Aufbruchstimmung kam mit dem Entwurf des Frankfurter Architekten Christoph Mäckler auf: Er wollte "das schlafende Dornröschen wachküssen". 2002 verabschiedete der Gemeinderat sein Konzept.
Im April 2002 durchbrach der damalige Oberbürgermeister Rolf Böhme kurz vor Ende seiner Amtszeit symbolisch die Mauer. Zu jener Zeit ging man noch davon aus, den ersten Bauabschnitt 2005 abschließen zu können. Doch das Projekt kam nicht in die Gänge. Der damalige Vorsitzende des Freundeskreises des Museums, Henning Rocke, klagte im Januar 2003 über einen "unerträglichen Stillstand". Die Gründe: Die Finanzierung stand nicht, die archäologischen Untersuchungen waren langwierig. Damit nicht genug, meldete sich eine Opposition zu Wort, die den Mäckler-Entwurf scharf kritisierte, die Stadt hielt jedoch daran fest.
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Mitte 2004 war die Finanzierung dann unter Dach und Fach. Im Mai 2006 fand schließlich die Grundsteinlegung statt. Richtig gebaut wurde aber erst ab 2007, das Richtfest wurde im Juli 2008 gefeiert.
Natürlich förderte ein so massiver Eingriff in ein mehr als 700 Jahre altes Gebäude auch Überraschungen zutage, es gab statische Probleme, und anders als geplant musste der barocke Dachstuhl des Kirchenschiffs komplett abgenommen und saniert werden – dabei wurden 20 Prozent morsches Holz ausgetauscht. Ein Vorteil des Museums "oben ohne": Über das offene Dach konnte die Baustelle per Kran versorgt werden.
Die Kosten explodierten: War anfangs von 8,9 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt die Rede, kommt dieser nun auf 13,6 Millionen Euro. Nimmt man noch die Einrichtungskosten für Museum und Café mit Shop hinzu sowie den Aufwand für die energetische Sanierung des Kreuzgangs, die durch das Konjunkturprogramm II ermöglicht wurde, liegt der Bauabschnitt eins bei 16,6 Millionen Euro. Davon finanziert die Stadt 10,3 Millionen, sechs Millionen übernehmen Bund, Land und die Erzdiözese. Groß ist das Engagement der Bürger: Die Hälfte der bisher gespendeten 800 000 Euro ist in den ersten Bauabschnitt geflossen.
Interaktives Modell des Augustinermuseums
- Dossier: Alle Artikel zum Augustinermuseum
Autor: Frank Zimmermann
