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17. August 2012

Der Mann, der Kränen Beine macht

Patrik Kramer aus Bachheim hat ein System entwickelt, mit dem Baukräne besser transportiert und schneller aufgebaut werden.

  1. Patrick Kramer aus Bachheim hat eine Idee. Und die bringt den Kran schneller von A nach B. Foto: Karla Scherer

LÖFFINGEN-BACHHEIM. Der baden-württembergische Erfindergeist wurde wieder einmal unter Beweis gestellt: Der Bachheimer Patrick Kramer, Inhaber der Firma KramerKran, hat für sein Kran-Verlegesystem das nationale Patent erhalten.

Sein Aufbausystem basiert darauf, dass der Kran von einem Tieflader unterfahren werden kann. Deshalb spricht Kramer auch von einem "Underride-Verfahren". An der Baustelle wird der Kran dann einfach auf Pfeilern abgesetzt, die sogenannte Ballastierung erfolgt in einem Schritt per Fernbedienung. Der Tieflader fährt unter dem abgesetzten Kran heraus und "dann ist der Aufbauvorgang bereits abgeschlossen", sagt der Firmeninhaber.

Die neue Idee wächst langsam

Doch wie wird man zum Erfinder und Patentinhaber? Eine neue Idee kommt nicht über Nacht, sondern wächst langsam heran, meint Kramer. Seit 2008 versucht er, den Aufbau seiner Kräne zu optimieren. Veränderungen in der Bauwirtschaft sorgten für zusätzlichen Optimierungsdruck von außen: "Früher wurde ein Kran für sechs bis acht Wochen eingesetzt, heute liegt die durchschnittliche Einsatzdauer gerade einmal noch bei zwei bis drei Wochen." Gerade deshalb muss auch die Regelmontagezeit verkürzt werden, damit Montage- und Einsatzdauer noch in einem Verhältnis zueinander stehen. Humorvoll vergleicht Kramer den Aufbau jetzt mit einem Fußballspiel: "Beides dauert 90 Minuten."

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Es geht bei dem neuen Patent aber nicht nur um den Faktor Zeit. Bei Kramers Aufbausystem wird auch weniger Personal benötigt. "Konventionell brauchte man einen Monteur und zwei Helfer, bei diesem Verfahren reicht ein Mitarbeiter aus, der vielleicht noch von einer zweiten Person unterstützt wird."

Der Aufbau eines Krans soll sicherer werden

Aber auch im Hinblick auf den Personenschutz sei sein System interessant, gestalte sich doch der Aufbau viel sicherer. Und schließlich will das Verfahren auch den Einsatzpunkt optimieren. Die verbesserte Rangierfähigkeit macht es möglich, näher an den Baukörper heranzufahren und damit auch kleinere Kräne einzusetzen. Fünf Modelle sind derzeit mit dem Tieflader kombinierbar. Die Ausladung reicht von 24 bis 40 Meter, Lasten bis zu 1100 Kilogramm können damit bewegt werden.

Die Erfindung muss sich nun auf dem Markt behaupten. Kramer vermietet und verkauft sein System, bietet auch den entsprechenden Kundendienst an. Sein Einsatzgebiet liegt derzeit vor allem in Baden-Württemberg und in der Schweiz. "Wir wollen das System jetzt noch breiter in den Markt streuen." Ein weiterer Schritt steht schon an. Kramer wartet nun auf die Erteilung des international anerkannten Patents.

Autor: Karla Scherer


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