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28. August 2012

Verkehr

Der Rotteckring ist endgültig für Autos gesperrt

Jetzt beginnt der große Stadtumbau. Bisher gibt es keine Probleme auf den Umfahrungsstrecken.

  1. Der Rotteckring ist für den motorisierten Durchgangsverkehr gesperrt: Zwei Bauarbeiter rücken die Absperrgitter zurecht. Foto: Michael Bamberger

Jetzt also gilt’s: Der Rotteckring ist seit Montagnachmittag für den motorisierten Durchgangsverkehr gesperrt. Baubürgermeister Martin Haag hat gemeinsam mit Gemeinderäten die Absperrbake auf die Straße gezogen. Mit der Ringsperrung beginnt der 50-Millionen-Projekt Stadtumbau. "Es entsteht ein neuer Stadtboulevard, das bringt Freiburg weiter nach vorne", meinte Haag. Die neue Verkehrsregelungen haben gestern funktioniert. Es wurden keine größeren Schwierigkeiten gemeldet.

Es war ein historischer Augenblick für Freiburg: Vor ziemlich genau 50 Jahren ist der Rotteckring eröffnet worden, gestern endete seine Geschichte als eine der Freiburger Hauptverkehrsachsen. Als letztes Fahrzeug fuhr das London-Taxi der Badischen Zeitung über den Ring, der künftig Teil der Fußgängerzone sein wird. Dann hoben eine Handvoll Gemeinderäte gemeinsam mit Baubürgermeister Haag und Tiefbauamtschef Frank Uekermann die Absperrgitter auf die Straße. Nach 25-jähriger Planungsgeschichte und vielen Debatten beginne nun der sechs Jahre dauernde Stadtumbau, so Haag. Freiburg könne sich auf einen neuen Stadtboulevard und auf einen wunderschönen Platz freuen. Die Innenstadt werde aufgewertet, auch weil der Colombipark nun besser integriert werde und weil der Bahnhof näher an das Stadtzentrum heranrücke.

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Die Sperrung war bewusst in die Ferienzeit gelegt worden – damit sich die neuen Verkehrsregelungen einspielen können. Schon gestern war deutlich weniger Betrieb auf dem Ring. Größere Probleme gab es bis zum früheren Abend keine. Auch wenn während der kleinen Zeremonie ein Tourist aus Rosenheim fast noch in den schon gesperrten Ring eingebogen wäre. Die Radfahrer kosteten derweil die gewonnenen Freiräume aus.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung postierten sich als Guides an den Kreuzungen und überreichten Info-Flugblätter. Nach und nach wurden alle Kreuzungen am Ring umgestellt. Von Richtung Norden her werden die Autos vom Rotteckring nach rechts in die Eisenbahnstraße geleitet. Nur der Lieferverkehr darf geradeaus weiterfahren. Wenn im Dezember die derzeit wegen Sanierung geschlossene Rotteckgarage wieder öffnet, kann diese von der Eisenbahnstraße und dem Rotteckring (per Kopfwende) angefahren werden. An der Eisenbahn- wie an der Rosastraße kann jetzt auch nach links auf den Rotteckring abgebogen werden. "Die neue Regelung funktioniert, die Autofahrer akzeptieren das", meinte Sandra Beck, Leiterin der städtischen Verkehrsbehörde, die sich an der Kreuzung Eisenbahnstraße postiert hatte. Auch Hermann Hahn, Baustellenkoordinator beim Garten- und Tiefbauamt war zufrieden mit dem Start. In der Sedanstraße musste er allerdings einen Lastwagenfahrer ermahnen, der gerade dabei war, die Absperrbaken wegzuräumen, um die Straße gen Rotteckring passieren zu können.

Energieversorger Badenova hat gestern bereits mit den Kanalarbeiten begonnen, die den ersten Bauabschnitt dominieren werden. Wider mancher Erwartungen wächst derweil um die drei Türme der UB tatsächlich nun der Neubau in die Höhe. Die Unibibliothek soll 2014 fertig sein. Davor werden in jenem Jahr auch die Gleise für die Straßenbahn verlegt. Der neue Platz der Universität soll bis Mitte 2015 angelegt sein.

Videos, Texte und Fotos zum Rotteckring unter http://mehr.bz/rotteckring

Autor: Joachim Röderer