Bundesliga

Der SC Freiburg verliert bei Schlusslicht Fortuna Düsseldorf

dpa / BZ

Von dpa & BZ-Redaktion

Sa, 15. Dezember 2018 um 17:22 Uhr

SC Freiburg

Der SC Freiburg hat es verpasst, die Teams aus dem Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga auf Distanz zu halten. Beim Schlusslicht Fortuna Düsseldorf verliert der SC verdient mit 0:2.

Es bleibt dabei: Der SC Freiburg tut sich gegen die vermeintlich schwächeren Gegner weiterhin schwer. Dank Abwehrchef Kaan Ayhan konnte Fortuna Düsseldorf dagegen zwei Spieltage vor Hinrunden-Ende die direkten Abstiegsplätze in der Fußball-Bundesliga verlassen. Der Aufsteiger und bisherige Tabellenletzte besiegte den SC Freiburg verdient mit 2:0 (0:0). Der türkische Nationalspieler Ayhan, der wegen einer Zehenverletzung zuletzt viermal in Folge nicht eingesetzt wurde, schoss beide Tore (55./79.).
Streichs bemerkenswerte Selbstkritik
Nach der Niederlage in Düsseldorf übte SC-Trainer Christian Streich auf bemerkenswerte Art und Weise Selbstkritik: "Die Mannschaft war schwach. Und ich war es wohl auch. Sonst spielt eine Mannschaft nicht so", sagte der 53-Jährige.

"Ich weiß nicht, warum wir so unsicher waren", rätselte Streich: "Es hat vor der Pause angefangen und danach nicht auf aufgehört mit den Missverständnissen. Wir haben heute einfach viele falsche Entscheidungen getroffen."

Für Ayhan waren es im 43. Bundesliga-Spiel der zweite und dritte Treffer - den ersten hatte er 2014 für den FC Schalke 04 ebenfalls gegen Freiburg erzielt. Die Freiburger verpassten mit 17 Punkten die große Chance, sich vorentscheidend von den Abstiegsplätzen abzusetzen. Christian Streich (seit 2011 im Amt) verlor damit das Duell des dienstältesten Trainers der Liga gegen den ältesten - Düsseldorfs Friedhelm Funkel (65). Durch den dritten Saisonsieg verbesserte sich die Fortuna, bei der am Montag der neue Sportdirektor Lutz Pfannenstiel seinen Dienst antritt, mit zwölf Punkten auf Rang 16.

Kaum Torraumszenen in der ersten Halbzeit

Funkel hatte sein Team gegenüber dem 1:3 in Bremen auf vier Positionen umgebaut und nominell ungewohnt offensiv ausgerichtet. Auf die Bank musste bis zur 86. Minute ausgerechnet Dodi Lukebakio, der mit seinen drei Toren beim 3:3 vor drei Wochen in München für Aufsehen gesorgt hatte. Streich brachte dieselbe Elf, die in der Vorwoche RB Leipzig mit 3:0 besiegt hatte.
Schon in der 6. Minute hatten Streich und sein Team aber mächtig Glück. Einen Freistoß von Kevin Stöger wehrte Freiburgs Kapitän Mike Frantz in der Mauer stehend mit dem Arm ab. Schiedsrichter Harm Osmers hielt kurz Rücksprache mit dem Video-Assistenten in Köln, gab aber keinen Strafstoß.

Ein frühes Tor hätte der Partie vor 39 301 Zuschauern vielleicht etwas Schwung gegeben. Denn beide Teams waren vor allem um Kontrolle bemüht. Und so entwickelte sich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ein Spiel mit extrem wenigen Torraumszenen. Die aufregendste in der ersten Halbzeit war noch ein Schuss von Düsseldorfs Kenan Karaman, den Manuel Gulde knapp über das Tor abfälschte (31.). Karaman, Neuzugang aus Hannover, stand nach zuvor sieben Einwechslungen mit insgesamt nur 111 Einsatz-Minuten erstmals in der Startelf.

Freiburg war im Mittelfeld über Janik Haberer oder Frantz zwar sehr ballsicher, trat offensiv aber kaum in Erscheinung. Nationalstürmer Nils Petersen, der mit seinem 38. Bundesliga-Tor zum alleinigen Freiburger Rekordschützen hätte aufsteigen können, kam erst in der 88. Minute zu seinem ersten Torschuss.

Düsseldorf kommt schwungvoll aus der Kabine

Die Fortuna erhöhte nach der Pause den Druck und präsentierte sich zunächst effektiv: Nach einem Eckball von Takashi Usami köpfte Ayhan den Ball unhaltbar für Alexander Schwolow ein. Zwölf Minuten später vergaben die Düsseldorfer die Riesen-Chance auf die Vorentscheidung: Rouwen Hennings spielte unsauber auf Benito Raman, dessen Schuss Schwolow parierte.In der 79. Minute war es erneut Ayhan im Anschluss an einen Usami-Eckball, dem die Vorentscheidung gelang. Die Freiburger hatten im gesamten Spiel nur eine Großchance durch Luca Waldschmidt (86.). Lukebakio hätte nach seiner späten Einwechslung fast noch auf 3:0 erhöht, der Belgier traf in der Nachspielzeit jedoch nur den Pfosten.
Statistik: Fortuna Düsseldorf - SC Freiburg 2:0 (0:0)
Fortuna Düsseldorf: Rensing - Mat. Zimmermann, Ayhan, Kaminski, Gießelmann - Stöger, Bodzek - Usami, Raman (72. J. Zimmer) - Karaman (70. O. Fink), Hennings (87. Lukebakio)

SC Freiburg: Schwolow - Kübler (66. Niederlechner), Gulde, Heintz, Günter - Haberer, R. Koch - J. Gondorf (56. Ravet), Frantz (79. Höler) - L. Waldschmidt, Petersen

Tore: 1:0 Ayhan (55.), 2:0 Ayhan (79.)

Gelbe Karten: Bodzek (4), Stöger (3) / Gulde (1). Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)
Zuschauer: 39301
Beste Spieler: Ayhan, Stöger / Schwolow, Haberer