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07. Juli 2012

Der Wert der eigenen Produktion

BZ-GASTBEITRAG: Eicke R. Weber meint, Europa müsse schnellstens aufwachen, um eine Abwanderung von Industrie zu vermeiden.

Die Rettung Europas ist das zentrale Thema der augenblicklichen politischen Diskussion: Wie kann aus der Krise eine Stärkung der europäischen Einigung gewonnen werden? Die hitzigen Debatten um dieses Thema übersehen eine weitere, für unsere Zukunft entscheidende Frage: Wie können wir Deutschland und Europa im schwierigen weltweiten Wettbewerb als Produktionsstandort besonders auch für Hochtechnologie erhalten?

Die heutige Situation sieht so aus: Deutschland und Europa sind sehr erfolgreich in der Forschung, selbst in der Umsetzung von Forschung in kleine und mittelständische Unternehmen. Die Arbeit der 60 Fraunhofer-Institute, die sich ihre Forschungsmittel zu einem wesentlichen Anteil von der Industrie verdienen müssen, ist dafür ein ausgezeichnetes Beispiel. Sie ist ein heimlicher Treibsatz der deutschen Wettbewerbsfähigkeit.

Nach erfolgreicher Forschung und Markteinführung kommt aber die Umsetzung in großtechnische Produktion – und hier gibt es einen zunehmend schwieriger werdenden Wettbewerb: Asiatische Länder wie China, aber auch Malaysia, Taiwan und Südkorea haben erkannt, dass der Aufbau von Produktion in Schlüsseltechnologien für die Zukunft ihrer Länder unerlässlich ist. Daher fördern sie ihn durch gezielte Industriepolitik: Hilfe beim Standortkauf, direkte Subventionen, zinsgünstige Kredite oder auch nur Kreditgarantien, die zu zinsgünstigen Krediten von Banken führen. Dazu kommen noch die Vorteile geringer Lohnkosten sowie geringer Preise von Zulieferunternehmen.

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In Europa unterstützen wir dagegen in der Regel nur die Forschung und Entwicklung. Die High-Tech-Strategie 2020 der Bundesregierung ist ein gutes Beispiel: Gut gewählte thematische Schwerpunkte für Forschung in Schlüsseltechnologien, aber leider keine Komponente, wie die Ergebnisse dieser Forschung in eine wettbewerbsfähige Produktion umgesetzt werden sollen.

Das zentrale Problem dabei ist, dass diese Umsetzung mit Risiken verbunden ist und selbst im Erfolgsfall nur Profite im einstelligen Prozentbereich zu erwarten sind. Für ein Unternehmen wie Siemens mit großem Barvermögen stellt sich die Frage, ob dieses Geld in eine derartige Produktion in Deutschland investiert werden soll, oder ob nicht eher zweistellige Profite durch Finanztransaktionen angestrebt werden sollten.

Als Europa eine Luftfahrtindustrie aufbauen wollte, sahen wir uns in einer ähnlichen Situation: Nur aufgrund von staatlich garantierten Milliardenkrediten konnten wir einen so wichtigen Industriezweig aufbauen, der sich heute im internationalen Wettbewerb ausgezeichnet bewährt, aber für Neuentwicklungen nach wie vor gern das Instrument der Kreditgarantien einsetzt.

Die Photovoltaik-Industrie (PV) ist das Gegenbeispiel: Eine wesentlich in Deutschland entwickelte Technologie ist in akuter Gefahr, aus Deutschland abzuwandern. Selbst deutsche PV-Hersteller haben erkannt, dass sie die für eine kostengünstige Fertigung erforderlichen modernen, hochautomatisierten Anlagen im Gigawatt-Bereich nur in asiatischen Ländern aufbauen können, wo es eben staatliche Unterstützung gibt. Auf der anderen Seite besteht Einigkeit in der Branche darüber, dass die drastisch sinkenden Kosten zu einem explodierenden Markt führen werden: von 30 Gigawatt (GW) im Jahr 2012 zu 100 GW 2020 und vermutlich 300 GW 2025 bis 2030. Falls 2050 auch nur zehn Prozent der globalen Stromversorgung aus der PV kommen, benötigen wir einen Zubau auf mehr als 10 000 GW, eine gigantische Größe.

Europa muss schnellstens aufwachen, um eine De-Industrialisierung zu vermeiden. Wir sollten nicht nur Kreditgarantien für marode Banken und Länder geben, sondern einen Kreditgarantietopf von 50 bis 100 Milliarden Euro für Investitionen in global wettbewerbsfähige Produktionsanlagen in Schlüsseltechnologien wie die PV, die Nanotechnologien und die Produktion von modernen Materialien bereitstellen, wie wir es so erfolgreich in der Luftfahrtindustrie machten.

Wir stehen an einem Scheideweg: Wählen wir den langsamen Schwund dieser Industrien, wie es uns England vorgemacht hat, oder wählen wir nicht lieber unseren Weg, der es bisher erfolgreich ermöglichte, auch Produktion im Land zu behalten. Nur durch eigene Produktion können wir auch langfristig die Forschung hier begründen, es geht um eine wahrhaft essentielle Frage für die Zukunft des Kontinents.

– Der Autor ist Direktor des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg.

Autor: eiw


16 Kommentare

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Detlef Wolters

Registriert seit: 25.07.2009

Kommentare: 449

07. Juli 2012 - 09:22 Uhr

"Europa muss schnellstens aufwachen, um eine De-Industrialisierung zu vermeiden."

Ja, genau so ist es !

Der sozialistische Traum, Subventionierung von Forschung, Produktion und Betrieb von PV, und alles noch schön staatlich gelenkt, dabei gleichzeitige Belastung der sich noch am freien Markt behauptenden Unternehmen und der Buerger, besonders der einkommenschwachen, durch immer schneller steigende PV-Kosten, das führt tatsächlich zur De-Industrialisierung.

Die USA machen gerade vor, wie durch die Schiefergasfoerderung der CO2 Ausstoß um über 15% Prozent in weniger als 5 Jahren gesenkt wurde und die Verbraucher gleichzeitig um 100 Mrd. $ Energiekosten ENTLASTET werden.

Erfolg wird eben am Ergebnis gemessen, nicht an schoenen Absichten.

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Rainer Adolf  

Rainer Adolf

Registriert seit: 04.02.2011

Kommentare: 92

07. Juli 2012 - 12:26 Uhr

Lüder Gerken beschreibt hier eine typische Grünen-Ideologie. Er vergleicht den deutschen Industriestandort u.a. mit China und wünscht sich staatliche Investitionen oder staatliche Hilfen anderer Art (=Subventionen) in den Aufbau deutscher Industrien. Nur, der Vergleich mit China hinkt, denn er ist unvollständig. China stützt die eigene Wirtschaft nicht nur mit Subventionsmilliarden sondern betreibt auch Raubbau an der Umwelt und vor allen Dingen an der meschlichen Arbeitskrat. Um einen regulären Vergleich zu bestehen, müssen beide Volkswirtschaften gleiche Voraussetzungen haben. Und ich kann mir nicht vortstellen, daß die Menschen in Deutschland unter den Bedingungen in China arbeiten bzw. leben wollen. Deshalb ist es eher angebracht China aufzufordern die Umwelt- und Arbeitsstandards von Deutschland zu übernehmen. Dazu gibt es von Herrn Gerken leider keine Aussage. Er ist ein Gefangener seiner Ideologie!

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Detlef Wolters

Registriert seit: 25.07.2009

Kommentare: 449

07. Juli 2012 - 12:28 Uhr

Deutschland hat 2011 übrigens 917 Mio. to CO2 ausgestoßen und damit etwas mehr als 1998 (915 Mio. to).
Salopp könnte man sagen: Mrd. Euro für nichts.

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Detlef Wolters

Registriert seit: 25.07.2009

Kommentare: 449

07. Juli 2012 - 12:37 Uhr

@Adolf
"daß die Menschen in Deutschland unter den Bedingungen in China arbeiten bzw. leben wollen."
Herr Adolf, in Führungspositionen wird mittlerweile in China genauso verdient wie in Deutschland. Und die Lebensbedingungen ? Zum Beispiel in Shanghai SEHR gut.
Der Fortschritt ist rasant und auch für die Arbeiter werden sich die Bedingungen weiter verbessern. Ich verfolge das seit über 20 Jahren vor Ort.
Eines wird allerdings gleich bleiben: schlechte Ausbildung = Armut.

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Rainer Adolf  

Rainer Adolf

Registriert seit: 04.02.2011

Kommentare: 92

07. Juli 2012 - 12:45 Uhr

Und wie sieht´s mit der Ausbeuterei der Menschen in den Fabriken aus: soziale Standards etc. und der Umwelt?

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Detlef Wolters

Registriert seit: 25.07.2009

Kommentare: 449

07. Juli 2012 - 14:55 Uhr

@Adolf

......besser als in Deutschland in den 60ern.

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Rainer Adolf  

Rainer Adolf

Registriert seit: 04.02.2011

Kommentare: 92

07. Juli 2012 - 17:34 Uhr

Erstens mal kann ich mir das nicht vorstellen und zweitens sind wir heute nicht mehr in den 1960ern sondern 50 Jahre weiter

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Detlef Wolters

Registriert seit: 25.07.2009

Kommentare: 449

07. Juli 2012 - 18:26 Uhr

@Adolf
Herr Adolf, fliegen Sie doch mal nach Shanghai und schauen sich dort eine moderne Produktionsstätte an:
Erstklassiger Maschinenpark, keine "Sklavenarbeit", mit Studium mindestens der Lebensstandard von Südeuropa.
Fußgängerzone in Shanghai auf deutschem Niveau, gut ausgebautes U-Bahnnetz, Bahnhof und "Bullet-Trains" deutlich ueber westeuropaischem Niveau und keine Benzin- sondern Elektroroller. Die Großen Städte im Osten, von Peking bis zum Pearl-Delta bei Hong-Kong, alle ähnlich.
Je weiter nach Westen und je weiter auf dem Land, desto mehr wie Deutschland in den 60ern. Aber es geht hier auch bergauf.
Deutschland profitiert von dieser Entwicklung ganz besonders: Maschinenbau, Chemie, Auto- und Elektroindustrie. Und das seit fast 30 Jahren.

"Was jeder kann" ist eben nicht wettbewerbsfähig und wenn wir PV mit Mrd. fördern, dann dürfen wir nicht jammern, wenn die Chinesen das auch machen.
Das Wehklagen über Arbeits- und Umweltstandards ist dabei sehr heuchlerisch: kaufen sollen sie unsere Produkte, aber wir kaufen nur mit unseren Standards hergestellte Waren (wie z.B. Erdöl aus Saudi-Arabien, Palmöl aus Indonesien, Gold aus Südafrika, .....) ?

Die großen Verlierer im Moment: Wanderarbeiter und Landbevölkerung. Das sind die, die tatsächlich ausgebeutet werden.

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Rainer Adolf  

Rainer Adolf

Registriert seit: 04.02.2011

Kommentare: 92

07. Juli 2012 - 19:37 Uhr

Ich beklag das ja nicht, nur ich finde den Vergleich von Gerken nicht passend. Und was in Shanghai ist und in anderen Metropolen glaube ich ja gerne. Nur muß Gerken hier Äpfel mit Äpfel vergleichen. Erst dann haben seine Aussagen einen Sinn. Ein Vergleich Deutschland in den 60ern und heute ist nicht realistisch. Nur darauf wollte ich hinweisen
Und was die sozialen Standards betrifft: Ich bin in China nicht unterwegs, aber haben die "einfachen" Fabrikarbeiter Kranken-, Renten- oder Arbeitslosenversicherung. In Deutschland hat man damals mit einer Art Elterngeld angefangen. Meine Eltern und Großeltern waren "einfache" Fabrikarbeiter und konnten in den 60ern ein Haus bauen, in dem meine Mutter heute noch lebt. Haben die "einfachen" chinesischen Fabrikarbeiter diese Möglichkeiten. Wie gesagt, ich war nicht dort und hab´s nicht gesehen. Wenn mir jemand etwas anderes sagt dann werde ich das auch gerne akzeptieren. Aber bitte nicht Shanghai oder Hongkong als Vergleich nehmen, wie gesagt daß dort die Verhältnisse so sind, wie sie sie beschreiben das glaube ich gerne!

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Thomas Bender

Registriert seit: 04.02.2010

Kommentare: 2548

07. Juli 2012 - 23:50 Uhr

FYI: http://www.heise.de/tp/artikel/37/37226/1.html

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Martin Burster

Registriert seit: 31.01.2010

Kommentare: 1358

08. Juli 2012 - 00:29 Uhr

Herr Wolters, überlassen sie so komplexe Sachen wie Energieerzeugung und Treibhausgase doch lieber Herrn Weber.
Seit 1990 gehen die CO2-Emissionen in Deutschland kontinuierlich zurück. Sie lagen 1998 tatsächlich bei 915 Millionen Tonnen, lagen aber 2009 "nur" noch bei 789 Millionen Tonnen. Die CO2-Emissionen gingen 2011 nochmals um 2,4% zurück. Ganz wesentlich auch aufgrund des Ausbaus erneuerbarer Energien.
http://www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=2842
Die 917 Mio. Tonnen, die sie zitieren, ist nicht die Menge an CO2, sondern an Treibhausgasen insgesamt, zu denen noch weitere Gase zählen:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/c02-methan-lachgas-deutschland-stoesst-2011-weniger-treibhausgas-aus-a-827174.html

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Michael Krenn

Registriert seit: 17.07.2011

Kommentare: 223

08. Juli 2012 - 01:24 Uhr

Nun ja, Deutschland emittiert weniger, andere dafür mehr. Alles subventioniert vom deutschen Steuerzahler.

"Der Beitrag des EEG zur Reduktion des Kohlendioxidausstoßes ist gleich Null. Der Grund: Das EEG steht in Wechselwirkung mit dem europäischen Emissionshandel. Werden in einem Land durch Förderung von erneuerbaren Energien die Kohlendioxidemissionen reduziert, so steigt das Angebot an freien Emissionsrechten - dadurch fällt ihr Preis. Das wiederum führe dazu, dass nun in den Großanlagen der Industrie mehr Kohlendioxid emittiert wird oder frei werdende Emissionslizenzen an das europäische Ausland verkauft werden. Schmidts Fazit: Über das EEG werden Kohlendioxidemissionen in Deutschlands Nachbarländern subventioniert."
http://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/0,2828,790101-2,00.html

Ebenso sollte man wissen, dass das "Beschäftigungswunder" in der PV-Industrie teuer erkauft wurde:

"Den im Jahr 2009 nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft 48.000 in der Fotovoltaikbranche Beschäftigten, stünden rund 8,4 Milliarden Euro an allein in 2008 gezahlten Subventionen gegenüber. Daraus errechnet Schmidt einen durchschnittlichen Subventionsbetrag von 175.000 Euro pro Jahr und Arbeitsplatz."
http://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/0,2828,790101-2,00.html

Um so bitterer, dass die deutschen Solarfirmen gerade der Reihe nach in die Insolvenz gehen. Die Subventionen sprudeln indes weiter, was einhergeht mit weiter steigenden Strompreisen und einem dadurch unattraktiveren Produktionsstandort Deutschland, der wertvolle Industriearbeitsplätze verliert und bei Fortsetzung dieser unverantwortlichen Energiepolitik auch weiterhin verlieren wird.

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Detlef Wolters

Registriert seit: 25.07.2009

Kommentare: 449

08. Juli 2012 - 14:17 Uhr

@Burster
" Sie lagen 1998 tatsächlich bei 915 Millionen Tonnen, lagen aber 2009 "nur" noch bei 789 Millionen Tonnen"

126 Mio. to in D eingespart und dabei Subventionen in Höhe von über 150 Mrd. von den Bürgern abkassiert.
In den USA 1000 Mio. to CO2 eingespart und dabei 100 Mrd. $ eingespart.

Der Vergleich zeigt, dass man eben nicht Lobbyisten wie Herrn Weber, nennen Sie in ruhig den "Exxon-Mobile" der PV, das Feld überlassen darf.

Zitat Herr Weber: "Die Arbeit der 60 Fraunhofer-Institute, die sich ihre Forschungsmittel zu einem wesentlichen Anteil von der Industrie verdienen müssen"
Darum geht es also wirklich. Subventionen für die PV Industrie, um das eigene Überleben zu sichern und alles auf Kosten der Allgemeinheit. Alles natürlich wieder mit moralischem Zeigefinger.
Abstoßend durchschaubar !

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Detlef Wolters

Registriert seit: 25.07.2009

Kommentare: 449

08. Juli 2012 - 14:41 Uhr

@Burster
"Herr Wolters, überlassen sie so komplexe Sachen wie Energieerzeugung und Treibhausgase doch lieber Herrn Weber."

Herr Burster, Ihre Autoritatetsglaeubigkeit ist ja legendär, aber was bitte macht den beruflichen Werdergang von Hr. Weber zum Experten für Energieerzeugung und Treibhausgase (und Ökonomie) ?
Wikipedia über Hr. Eike:
Er promovierte 1976 an der Universität zu Köln in Physik mit dem Thema Point Defects in Deformed Silicon. Seine Habilitation folgte 1983 mit dem Thema Transition Metals in Silicon.

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Martin Burster

Registriert seit: 31.01.2010

Kommentare: 1358

08. Juli 2012 - 23:29 Uhr

Herr Wolters, ihre Vergleiche sind so schlecht wie ihre Beiträge. Die USA haben pro Kopf immer noch den höchsten CO2-Ausstoß weltweit und leiden aufgrund der inkompetenten, autolobby- und öllobby-getriebenen Politik viel stärker unter dem Ölpreisanstieg als Deutschland. Und für die 150 Milliarden Euro konnte Deutschland "über Nacht" acht der gefährlichsten Kernkraftwerke ausschalten.

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Lisa Werle

Registriert seit: 13.07.2012

Kommentare: 1

13. Juli 2012 - 23:44 Uhr

@Wolters
Wollen Sie wirklich hier allen weismachen, das es den Leuten in China, oh pardon, nein, in Shanghai, soooo gut geht ? besser als hierzulande, ach ja aber in den 60er ...
Glauben Sie denn als einziger jemals dort gewesen zu sein ? und denken sie so hier ihre einseitigen aber doch recht süffisanten Ansichten den Lesern hinkritzeln zu können ?

Also, auch wenn es ein bisschen simpel ausgedrückt ist : Tatsache ist, das es so ca. auf einer Landbreite von 100 km an der Küste von China vom Süden bis Norden entlang, und insbesonders um Shanghai und anderen Grossstädten herum sowie in Richtung Hong Kong herum, einer Vielzahl von Einwohnern besser geht weil sie Arbeit haben und dafür bezahlt werden, im Moment, und zwar verhältnismässig so gut das sie über den anderen stehen. Da befinden sich nämlich die Fabriken, die mit viel Geld vom Staat und Darlehen wofür der Staat auch bürgt, seit 20-25 Jahren entstanden sind und weiter entstehen. Es sind die grössten Fabriken der Welt und sie gehören meistens entweder nur Chinesen, oder Joint-ventures von Ausländer mit Chinesen-Partner (mit mehrheitlichem Anteil, ohne lokalem Partner ist es sehr schwierig dort zu produzieren weil man eben nicht die gleichen finanziellen "Vorteile" bekommt, und dann auf dauer eben auch dort nicht konkurrenzfähig ist). Die Maschinen dafür wurden zum Grossteil anfangs von westlichen Firmen geliefert, mit der Zeit gibt es dann auch lokale Zulieferer. Die Arbeiter dafür leben auch meistens direkt auf dem Werksgelände, in grossen Gebäuden mit Schlafsälen, so wie es bei uns vor 50 bis 100 Jahren in Arbeitslager oder Krankenhäuser ausgesehen hat. 10 bis 12 Stunden-Arbeitstage sind auch ganz normal, meistens 6-Tage die Woche. Und dafür gibt es, ja wieviel denn ? 200 - 300 euros im Monat, und damit kann man auch leben. Noch ...

Aber : das Gelände wo die meisten dieser Fabriken jetzt stehen, war früher mal Agraland. Das wurde den Bauern abgekauft mit genug Geld damit sie ihr Dasein fristen können, und dies in Reihenhäuser die für sie extra gebaut wurden. Ihre Kinder werden also in Zukunft keine Landwirtschaft mehr betreiben (und auch nie mehr können, das ist übrigens auch schon langsam ein Problem, denn China das sich sehr lange versorgen konnte, ist auch dazu nicht mehr in der Lage). Dafür haben sie jetzt die Jobs in den Fabriken, und verdienen richtig Geld. Wie lange ? und danach ? der soziale Zusammenbruch ist nur eine Frage der Zeit (aber sie werden's wohl nicht mehr erleben)

Aber, da sie ja Shanghai erwähnen und sicher auch dort gewesen sind, empfehle ich ihnen, doch mal an den Shanghaier Bahnhof zu gehen. Das machen die Wenigsten wie sie. Dort würden sie aber sehen/erleben, wie die Leute vom Hinterland, manchmal von sehr weit entfernt, ankommen, nachdem sie ihre Familien und Grundstücke hinter sich gelassen haben in der Hoffnung (aufgrund solchen Aussagen wie ihre : es geht den Leuten ja doch richtig gut) in der Grosstadt ihr Glück zu finden. Sie kommen meistens morgens mit irgendeinem Nachtzug an. Versuchen den ganzen langen Tag sich auf den Beinen zu halten und den ersehnten Job zu ergattern. Am Abend und in der folgenden nacht hängen sie am Bahnhof rum, oder schlafen auf Notunterkünften. Und verzweiflen vontag zu Tag mehr. Sagt ihnen das nicht vielleicht doch etwas ?

Und die Luft ist ungeniessbar. Ich möchte nicht wissen welche Lebenserwartung die Leute dort heute haben, denn das mit den Elektroroller stimmt nicht. Es gibt natürlich welche, und auch in immer grössere Zahlen. Aber es ist noch lange nicht so eine schöne saubere Welt wie sie es versuchen darzustellen.
Ich nehme hier nur Shanghai als Beispiel.

Tja, und was das Schiefergas angeht, da haben sie auch weggelassen, das es dort auch zwei Seiten gibt. Fragen sie dochmal die Leuye direkt vor Ort, die gesundheitlich darunter leiden.
Als Beispiel die USA zu nehmen, ist doch wohl auch nicht ihr Ernst ? De-Industrialisierung ohne Gleichen ... Schönes Beispiel !
Sie sehen nur eins, das schnelle Geld und was es damit auf sich hat. Und übrigens ist auch das Schiefergas irgendwann zu Ende. Nur die Energie die von natürlichen unendlichen Quellen erschaffen wird, ist tragbar. Je schneller das umgesetzt wird, desto besser. Es ist allemal besser, das die Bürger, und zwar alle die Energie konsumieren, auch für diesen Ausbau bezahlen, als das diejenigen die jetzt so laut schreien irgendwann die Waffen in die Hand nehmen um sich die fossilen Energien für sich zu sichern wenn alle daran knabbern wollen und es aber nicht mehr für alle langt.

Erfolg wird am Ergebnis gemessen ... ja, fragt sich nur an welchem !

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