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21. Juni 2012

Designierter Messechef springt ab

Der am Freitag vom Aufsichtsrat gekürte Nachfolger von Werner Bock hat am Montag überraschend zurückgezogen / Neue Suche.

  1. Chef gesucht: Die am Freitag besetzte Nachfolge des Offenburger Messeleiters ist wieder offen. Foto: Seller

OFFENBURG. Eben erst beendet, muss die Suche nach einem neuen Offenburger Messechef von vorne beginnen. Der am vergangenen Freitag vom Aufsichtsrat der Messe gekürte Nachfolger von Werner Bock, der Ende März 2013 in den Ruhestand geht, hat am Montag abgesagt. Die Absage kam überraschend, wie die Stadtverwaltung gestern mitteilte. Jetzt gibt es ein komplett neues Ausschreibungsverfahren.

Er kam aus dem hohen Norden, hat sich unter 15 Bewerbern durchgesetzt und mit seiner Erfahrung im Messegeschäft auch in Offenburg gepunktet: Der promovierte Bewerber, der im knapp vierstündigen Kandidatenfinale am Freitagnachmittag im Offenburger Rathaus den Aufsichtsrat überzeugen konnte, hatte den Job als künftiger Messechef sicher in der Tasche. Er sollte noch in diesem Jahr in einer gemeinsamen Übergangszeit vom amtierenden Messechef eingearbeitet werden. Doch am Montag zog der designierte Nachfolger zurück – aus persönlichen Gründen, wie es hieß. BZ-Informationen zufolge soll die Familie dem Umzug in den Süden noch einen Strich durch die Rechnung gemacht haben.

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"Wir sind natürlich enttäuscht, auch weil es ein klares Votum des Aufsichtsrats war", sagte Oberbürgermeisterin Edith Schreiner gestern auf Anfrage. Jetzt müssten die Karten neu gemischt werden. Einfach den Zweiten aus der Endrunde zu nehmen, das sei nicht zielführend: "Man kann nicht sagen ’Der ist es’ und dann nehmen wir einfach den nächsten und arbeiten uns die Rangliste runter", so die Oberbürgermeisterin.

Folglich gibt es ein ganz neues Auswahlverfahren. Über den externen Personalberater, der die bisherige Kandidatenkür begleitet hat, soll nach geeigneten Personen gesucht werden.

Dass sich die Stadt bei der Besetzung hochkarätiger und ansehnlich dotierter Stellen wie der des Messechefs der Hilfe von außen bedient, macht aus Sicht von Schreiner durchaus Sinn: "In einem solchen Verfahren ist externe Begleitung wichtig." Der Personalentwickler könne gezielt auch das Interesse bei geeigneten Kandidaten ausloten, die in fester Anstellung sind und sich möglicherweise gar nicht von sich aus auf die Stelle in Offenburg bewerben würden.

Dass ein bereits ausgewählter Kandidat abspringt, obwohl er den Job bereits sicher in der Tasche hat, ist nichts Ungewöhnliches: "Es ist halt Pech, aber außergewöhnlich ist es nicht", sagt ein Kenner der Personalentwickungsbranche. Natürlich nutze mancher Bewerber die Situation, um seine bisherige Position zu verbessern.

Die zweite Wahl müsse freilich am Ende keine schlechte Wahl sein – auch in der Ortenau gebe es Beispiele dafür, dass Bewerber in einer ersten Runde nicht einmal bis zum Vorstellungsgespräch kamen, beim zweiten Anlauf aber aber den Chefsessel eroberten.

Autor: Helmut Seller