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18. August 2012

Deutsch-Türken fühlen sich zerrissen

Studie zur Integration.

BERLIN (dpa). Türken in Deutschland haben laut einer repräsentativen Umfrage weniger starke Heimatgefühle für die Bundesrepublik als noch vor drei Jahren. Von rund 1000 Befragten über 15 Jahren mit und ohne deutschen Pass empfanden nur 15 Prozent eher Deutschland als ihre Heimat. 2009 war es noch ein gutes Fünftel gewesen. Die Türkei sahen in dieser Zeit dagegen konstant rund 40 Prozent eher als ihre Heimat an. Der Rest hatte für beide Länder Heimatgefühle. Mehr Menschen als früher würden aber gern in den nächsten Jahren in der Türkei leben.

46 Prozent der befragten Türken in Deutschland wünscht sich, dass in Deutschland irgendwann mehr Muslime als Christen wohnen. Für 72 Prozent ist der Islam die einzig wahre Religion. Mehr als die Hälfte stimmt der Aussage zu: "Ich bin am liebsten mit Türken zusammen." 16 Prozent sagen, dass sie wegen ihrer türkischen Abstammung körperliche Angriffe erlebt haben. 2010 waren es die Hälfte. Und ein gutes Drittel glaubt, wegen einen türkischen Namens keinen Ausbildungsplatz bekommen zu haben.

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Die Hälfte hält Homosexualität für eine Krankheit

Andererseits sagt eine deutliche Mehrheit der Befragten mit türkischen Wurzeln (78 Prozent), dass sie sich ohne Abstriche in die deutsche Gesellschaft integrieren und zu ihr dazugehören möchten. Mehr als 80 Prozent sehen die deutsche Sprache als Schlüssel dazu. Und stolze 95 Prozent der Befragten wollen ihre Kinder in deutschen Kindertagesstätten anmelden – nur eine Minderheit interessiert sich für das Betreuungsgeld.

Berlins ehemalige Ausländerbeauftragte Barbara John sieht in den oft widersprüchlichen Antworten keine Radikalisierung oder wachsende Gegenkultur von Türken in Deutschland. Sie hält die Hinwendung zur Religion und die Besinnung auf traditionelle Werte eher für Abgrenzungsversuche: "Es sind meist junge Leute zwischen zwei Welten." Wenn die Identitätssuche in Deutschland nicht funktioniere, werde nach einer anderen Identität gesucht. Mit praktiziertem Islam habe das wenig zu tun. Trotzdem können einige Antworten erschrecken. Fast ein Fünftel der Interviewten empfindet Juden als "minderwertige Menschen". Rund die Hälfte hält Homosexualität für einen Krankheit. Und deutlich mehr Befragte als 2009 (63 zu 56 Prozent) finden, dass Frauen vor der Ehe keinen Sex haben sollten.

Autor: Ulrike von Leszczynski (dpa)


2 Kommentare

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Bert Pavel

Registriert seit: 19.07.2012

Kommentare: 342

18. August 2012 - 14:42 Uhr

Liest man den Artikel sehr aufmerksam und selektiert man die sich
wechselnden Prozentzahlen je nach Befragung dann komme ich
zwangsläufig zu folgendem Ergebnis:
1. Die türkische Wirtschaft brummt, also nix wie weg zu besseren Ufern.
Deutschland war so lange gut genug bei besserem Einkommen.
2. Der Wunsch nach mehr Muslimen als Christen zeigt, dass nicht wir
fremdenfeindlich sind sondern umgekehrt und unterwandert werden
sollten.
3. Die Beschuldigungen, dass ein kleiner Prozentsatz sich angegriffen
fühlte und fühlt müsste mit Ursachenforschung erstmal belegt werden,
denn ein Muslim glaubt, dass er den wahren Glauben besitzt und
vielleicht war seine Reaktion inkl. Überheblichkeit der Grund.
4. Die Aussage, dass sie am liebsten unter sich seien begründet sich in
der Tatsache der Wohnsituationen. Ihr Verhalten und das Ausleben
ihrer Kultur betrieben und betreiben sie so nachhaltig, dass deutsche
Mitbewohner fluchtartig neuen Wohnraum suchten und so entsatnden
die türkischen Getthos.

Was heißt das alles: Deutschland, aber auch die anderen wirtschaftlich
gut stehenden EU Staaten werden benutzt um alle Vorteile eines Sozialstaates zu erhaschen, jetzt mit der Eurokrise und dem Wirtschaftswachstum in der Türkei wird das alles in Frage gestellt.

Das gesamte Ergebnis der Umfrage zeigt: Sarrazin hat doch RECHT!

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Charles David  

Charles David

Registriert seit: 19.07.2012

Kommentare: 68

19. August 2012 - 13:46 Uhr

"46 Prozent der befragten Türken in Deutschland wünscht sich, dass in Deutschland irgendwann mehr Muslime als Christen wohnen. Für 72 Prozent ist der Islam die einzig wahre Religion." Sehr bedenklich! Das geht so gar nicht. Die Trennung von Kirche (Religion) und Staat ist ja bei uns schon schwierig genug.

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