Ermittler sehen falsche Gerüchte

afp

Von afp

Do, 13. September 2018

Deutschland

Todesfall in Köthen.

HALLE (AFP). Die Ermittler in Sachsen-Anhalt sind Spekulationen entgegengetreten, der in Köthen nach einer Auseinandersetzung mit zwei Afghanen gestorbene 22-Jährige könnte durch Schläge und Tritte gestorben sein. "Die Todesursache ist auch entgegen mancher Behauptungen ein Herzinfarkt", sagte der leitende Oberstaatsanwalt Horst Nopens am Mittwoch in Halle.

Der Direktor des bei der Obduktion des Leichnams federführenden Instituts für Rechtsmedizin der Universitätsklinik Halle, Rüdiger Lessig, sagte, der Tote sei schwer krank gewesen. Bei dem Mann hätte es wegen seiner Vorerkrankung des Herzens jederzeit zu einem tödlichen Infarkt kommen können. Oberstaatsanwalt Nopens ging auch auf eine Audiodatei ein, in der eine Zeugin die Todesumstände so schildert, dass der Getötete bei der Auseinandersetzung Tritte gegen Kopf und Bauch erlitten habe. Nopens sagte, die Frau sei ermittelt und vernommen worden. Dadurch habe sich ihre Schilderung massiv relativiert. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte Nopens nicht näher darauf eingehen. Es hätten sich aber keine Anhaltspunkte ergeben, dass der Mann durch Tritte zu Tode gekommen sei. In Köthen hatte es eine Auseinandersetzung zwischen mindestens zwei Afghanen und zwei Deutschen gegeben. Der gestorbene Mann soll schlichtend eingegriffen haben. Dann sei er durch einen Schlag ins Gesicht zu Boden gegangen und an dem Infarkt gestorben.