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08. Dezember 2010 08:21 Uhr
Bildungspolitik
Pisa-Studie zeigt: Deutsche Schüler holen auf
Bildungspolitiker aus Bund und Ländern haben sich dafür ausgesprochen, die Leseförderung systematisch zu verbessern. Sie reagieren damit auf die neueste Pisa-Studie.
Die 15-jährigen Schüler in Deutschland konnten nach der Studie der der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zwar beachtliche Fortschritte in den Disziplinen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften erzielen. Die Lesekompetenz ist aber nach wie vor nur durchschnittlich ausgeprägt, im Teilbereich Reflexion und Bewertung erkennen die Forscher deutliche Schwächen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) regte deshalb an, die 17 Leseförderprogramme in Bund und Ländern auf ihre Effizienz hin zu überprüfen. Auch Baden-Württemberg kündigte entsprechende Initiativen an.
Gleichwohl erntet Deutschland von den Pisa-Forschern Lob. Der Leiter des OECD-Centers Berlin, Heino von Meyer, sagte, Deutschland sei aufgestiegen "von der zweiten in die erste Liga". Allerdings sei man von der Champions League noch weit entfernt. Der Abstand zu Spitzenländern wie Finnland oder Korea sei nach wie vor beträchtlich.
Der Sprecher der deutschen Pisa-Forscher, Eckhard Klieme, sagte, der Leistungsstand der Schüler habe sich überraschend deutlich verbessert. So sei der Anteil besonders schwacher Leser von 22,6 Prozent auf 18,5 Prozent gesunken. Bemerkenswert sei, dass die Verbesserung vor allem auf Leistungssteigerungen bei schwächeren Schülern und bei Jugendlichen mit ausländischen Wurzeln zurückzuführen ist. Klieme attestierte Deutschland deshalb mehr Gleichheit bei der Bildung als noch vor zehn Jahren. Allerdings hänge der Bildungserfolg nach wie vor stark von der sozialen Herkunft ab. Außerdem sei es entscheidend, an welcher Schule die Eltern die Kinder unterbringen können. Schulen mit schwierigem sozialen Umfeld seien deutlich schlechter ausgestattet als Schulen in gut situierten Gegenden.
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International erreichen die Schüler aus der chinesischen Region Schanghai, der Region Hongkong und aus Korea absolute Spitzenwerte. Von den westlichen Industrieländern belegen Finnland und Kanada Spitzenplätze. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft warnte vor Euphorie. Es mangele an systematischer Leseförderung. Außerdem müsse die Ausbildung der Lehrer weiter verbessert werden. Der Deutsche Philologenverband führte die mäßigen Leseleistungen auf eine gescheiterte Integrationspolitik zurück.
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Autor: Thomas Maron
