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10. Januar 2014

Wie Südbaden Plätze sucht und meist findet

Leerstehende Häuser, ehemaliges Militärgebäude, frühere Kurklinik, Container – die Lösungen vor Ort sind unterschiedlich.

  1. Containerunterkunft in Lörrach Foto: peter Gerigk

Die BZ-Lokalredaktionen haben sich vor Ort umgehört, wie sich die Lage der Asylbewerber in Südbaden darstellt.

Freiburg: Die Stadt betreut zur Zeit 947 Flüchtlinge. 778 Personen sind dabei in Wohnheimen, 169 in Wohnungen untergebracht. Das Regierungspräsidium rechnet zudem mit monatlich mindestens 40 bis 50 Neuzugängen. Deren Unterbringung sei durch die beiden neuen Standorte "Schlangenweg" und Mooswaldallee 10 a für das 1. Quartal 2014 gesichert, so Martina Schickle von der Stadtverwaltung. Ferner steht die Stadt in Verhandlungen mit der Erzdiözese zwecks Anmietung einer im Eigentum der Kirche stehenden Immobilie.

Ortenau: Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der Flüchtlinge im Ortenaukreis um fast 50 Prozent gestiegen. Sie liegt gegenwärtig bei knapp 750. Derzeit befinden sich 210 Flüchtlinge in der vorläufigen Unterkunft im Offenburger Asylbewerberheim des Kreises in der Lise-Meitner-Straße. Allein 2014 werde mit 600 weiteren Flüchtlingen gerechnet, so Alexandra Roth vom Landratsamt. Neuerdings sind fast alle Gemeinden im Kreis in der Pflicht, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Ob alle Kommunen der Forderung nachkommen, ist noch nicht klar.

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Emmendingen: Zwischen 1,5 und 1,6 Prozent der Flüchtlinge, die in Baden-Württemberg ankommen, werden dem Landkreis Emmendingen zugeteilt. Im Jahr 2010 waren es 72 Menschen, 2011 stieg die Zahl auf 79, 2012 auf 120 und 2013 auf 197. Derzeit leben 259 Flüchtlinge im Kreis, ihre Unterbringung ist gesichert. Etwa Mitte Januar werden 40 Menschen in den Eichhof der ehemaligen Kurklinik in Simonswald einziehen. Die meisten Zwischenlösungen müssen aber im Juni wieder geräumt werden. Deshalb plant der Kreis in Emmendingen eine zweigeschossige Containerlösung mit 60 Plätzen und ein zweites Gebäude in Köndringen mit 35 Plätzen.

Bonndorf: Anfang Dezember kamen 18 Flüchtlinge an, weitere acht Personen werden erwartet. Die Unterbringung ist gewährleistet. Ein Gebäude wurde im Laufe des Jahres eigens für die Asylbewerber vom Landkreis saniert, insgesamt können in Bonndorf 40 Personen untergebracht werden.

Lörrach: Bürgermeister Michael Wilke teilt mit, dass die Stadt sich "in Gesprächen mit dem Landkreis für eine mögliche zentrale Unterkunft in Lörrach" befinde. Gesucht werde ein Grundstück. Eine Container-Lösung werde abgelehnt.
Müllheim: Im Oktober hat die Stadt ein ehemaliges Hotel am Bahnhof gekauft, das für 800 000 Euro zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut werden soll. Wie viele Menschen dort untergebracht werden, ist offen. Das Landratsamt spricht von mindestens 50. Seit Mitte des Jahres leben zehn Flüchtlinge aus Gambia in einer Obdachlosenunterkunft (Dekan-Doleschal-Haus). Die Stadt Neuenburg stellt dem Landkreis ein Grundstück zur Verfügung, auf dem Unterkünfte mit Platz für 40 Personen entstehen sollen.

Rheinfelden: Die staatliche Asylbewerberunterkunft in Rheinfelden hat zu Beginn 2013 rund 300 Flüchtlinge beherbergt. Inzwischen hat der Landkreis mehrere Wohncontainer installieren lassen, laut Arbeitskreis Asyl in Rheinfelden sollen sich 400 Flüchtlinge dort aufhalten. Es handelt sich dabei zu 60 Prozent um Menschen, die über den Balkan nach Ende der Visumspflicht eingereist sind. Syrer und Afghanen sind zuletzt nicht mehr zugewiesen worden. Für Anfang Januar ist geplant, dass weitere 40 Flüchtlinge in die Unterkunft kommen sollen.

Titisee-Neustadt: Derzeit und mindestens bis Ende 2016 sind in zwei Quartieren 34 und 70 Flüchtlinge untergebracht, in Altglashütten sind es gegenwärtig 45.

Breisach: In Breisach wohnen 69 Flüchtlinge. 15 Frauen und Kinder leben im ehemaligen Schwesternwohnheim auf dem Münsterberg, 54 Männer in einem ehemaligen Militärgebäude an der Elsässer Allee. Beide Unterkünfte wurden zuvor modernisiert. Mehr Flüchtlinge muss Breisach nicht aufnehmen. Um die Betreuung und Integration kümmert sich das Landratsamt sowie Breisacher Bürger, die sich im Aktionskreis Flüchtlinge engagieren. Diese Betreuung wird vom Runden Tisch für Mitmenschlichkeit, Breisach-Ihringen-Vogtsburg und seinem Förderverein koordiniert.

Autor: BZ