Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

01. März 2009 13:03 Uhr

Dr. Pops DSDS-Sprechstunde (III)

Deutschland sucht den Superstar: Menschen, die anders sind

RTL und Chefjuror Dieter Bohlen suchen Deutschlands nächsten Superstar. Dr. Pop seziert die Castingshow für Badische-Zeitung.de. Heute: Die Top Ten – oder: Krankenakten, schwere Schicksale und Publikumslieblinge.

  1. Auf dem Weg in die Top Ten: Dominik Büchele Foto: dpa

Der Befund:
Dominik Büchele, Daniel Schumacher, Holger Göpfert, Sarah Kreuz und Vanessa Neigert sind unter den letzten zehn Kandidaten von Deutschland sucht den Superstar. Vom Publikum in der Telefonabstimmung direkt durchgewunken. Vorbei an Dieter Bohlen und den Drehbuchautoren der musikalisch umrahmten Seifenopfer. Wie ist das möglich – so ganz ohne dramatische, die Massen mobilisierende Lebensgeschichten?

Gut. Die Kandidaten haben es wenigstens versucht. Daniel Schumacher gibt halbherzig das Mobbingopfer. Dominik Büchele hat sich in die Rolle von Deutschlands berühmtestem Tellerwäscher drängen lassen. Vanessa Neigert ("Ich bin ein Mensch, wo anderster ist”) lässt sich ein Foto ihrer toten Oma nebst Tränen abluchsen. Holger Göpfert muss sich von der Bild-Zeitung eine Frau suchen lassen. Am schwersten aber hat es Sarah Kreuz. Durch die Show ist sie ihren Verlobten los geworden, einen konservativen Macho mit Kuranyi-Wangenspoiler – und muss diese glückliche Fügung nun als schweren Schlag verkaufen.

Die zehn Konkurrenten haben da mehr zu bieten: Koma, Kinderheim oder Mütter mit erblichen Krankheiten. Im einen Fall handelt es sich um den sogenannten Sprechkrampf. Im anderen um die Mitgliedschaft in der ersten Mädchenband der DDR – echte Hypotheken für junge Menschen, die ins Musikgeschäft wollen. Warum sie gegen die Top 5 trotzdem keine Chance haben? Vielleicht ist das Publikum doch schlauer als RTL denkt.

Werbung


Das Büchele Bulletin: Dominik Büchele aus Kappel-Grafenhausen hat den Tipp der DSDS-Crew ernst genommen: "Mach, was Du am besten kann.” Sang wieder James Blunt. Ärgert damit die Jury. Die fragt sich, wie Büchele auf so eine Idee kommt, kann den Durchmarsch aber auch nicht verhindern.

Exitus: Platz 6 bis 10 vergeben die Juroran nach eigenem Gutdünken an Marc Jentzen, Annemarie Eilfeld, Vanessa Civiello, Benny Kieckhäben und Cornelia Patzlsberger.
Für fünf Kandidaten ist dagegen Schluss. Fausta Giordano muss sich nicht länger von Moderator Marco Schreyl angraben lassen. Schuhvertreter Roshan Paul bekommt seine Sneakers weiter zum EK. Tobias Rößler hat gegen Benny Kieckhäbens toupierten Haare keine Chance. Florian Ehlers ist die Rolle des Schoßhündchen los. Den Abgang der rheumakranken Michelle Bowers nimmt der Chef dann persönlich in die Hand. "Mein Hamster mit Asthma singt besser”, lässt Dieter Bohlen die Bewerberin wissen. Bei so viel Feingefühl bleibt selbst Dr. Pop die Luft weg.

Sprechstunde: Sie haben noch Fragen an Dr. Pop? Dann schicken Sie eine E-Mail an community@badische-zeitung.de

Das DSDS-Kompendium: Dr. Pops gesammelte Diagnosen

Fotos: Deutschland, deine Castingstars