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03. Juli 2009
Badens Weinkrone für Katja Bohnert
19-Jährige aus der Ortenau zur 60. Badischen Weinkönigin gewählt / Nur vier Bewerberinnen im Jubiläumsjahr.
FREIBURG. Baden hat eine neue Weinkönigin: Die 19-jährige Katja Bohnert aus Achern-Fautenbach wurde gestern in Freiburg zur Nachfolgerin von Isabell Kindle gewählt. Der 60. Amtsträgerin zur Seite stehen die Weinprinzessinnen Michaela Baldinger (21) aus Gottenheim und Sabrina Seitz (20) aus Lauda-Königshofen. Sie werden ein Jahr lang im In- und Ausland den badischen Wein repräsentieren und für ihn werben.
Gewählt wurden die Drei von einer 30 Mitglieder zählenden Fachjury. Entscheidend sind Fachwissen und Auftreten. Zur Prüfung gehörte, dass sie in einem feierlichen Rahmen im Historischen Kaufhaus in Freiburg vor 200 geladenen Gästen Fachfragen beantworten mussten. Katja Bohnert überzeugte durch Sachkompetenz und Souveränität. Üben konnte sie dafür bereits als amtierende Ortenauer Bereichsprinzessin. Ihre Königskrone bekam sie von der Deutschen Weinkönigin Marlies Dumbsky überreicht. Ihre erste Amtshandlung bestand gestern darin, das Freiburger Weinfest zu eröffnen.Vor einem Jahr hat die neue Weinkönigin Abitur gemacht, derzeit lässt sie sich in der Ortenau zur Winzerin ausbilden. Nach ihrer Amtszeit will sie auf der Fachhochschule in Geisenheim Weinbau studieren. Ihre Eltern betreiben Weinbau im Nebenerwerb. Michaela Baldinger ist kaufmännische Angestellte bei der Winzergenossenschaft Jechtingen, und Sabrina Seitz arbeitet als Hotelfachfrau in Bad Mergentheim.
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Als Hobby gab die neue Königin Reiten an. Da wird sicherlich noch Reisen dazu kommen. Denn ihre Termine werden sie in alle Welt führen. Vorgängerin Isabell Kindle warb beispielsweise auch in Thailand und Japan für das Produkt ihrer Heimat, indem die Studentin dort Seminare über den badischen Wein abhielt – in englischer Sprache.
Damit die Repräsentantinnen ihre Termine in Deutschland besser wahrnehmen können, stellen das Freiburger Autohaus Gehlert und Volkswagen ihnen für die Amtszeit drei Autos zur Verfügung. "So schwer das auch gefallen ist in der derzeitigen Situation", sagte Gehlert-Chef Franz-Xaver Grünwald.
Insgesamt waren nur vier Kandidatinnen angetreten. Gerhard Hurst, der Präsident des Badischen Weinbauverbands, hatte Verständnis: Für viele potenzielle Bewerberinnen sei es nicht einfach, ein Jahr lang die beruflichen Ziele zugunsten des Ehrenamtes zurückzustellen. Nicht selten würden auch Arbeitgeber früh Veto einlegen. Immerhin kommen etwa 200 Termine im Jahr auf die Weinkönigin zu.
Bei der Veranstaltung fielen auch kritische Worte Richtung EU-Kommission. Verbandspräsident Hurst sagte, die "arrogante Kommissarin" in Brüssel dürfe sich nicht über die geschlossene Meinung des gesamten europäischen Weinbaus hinwegsetzen und den Weinanbau völlig frei geben. Bislang ist festgelegt, wo angebaut werden darf. Das Verhalten der dänischen EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel entspreche nicht demokratischen Gepflogenheiten.
Autor: Klaus Rütschlin
