Entwarnung

Die Bombensuche in Lahr ist beendet

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Mi, 08. August 2018 um 18:00 Uhr

Lahr

Die beiden Fliegerbomben am Hohbergweg sind entschärft. Nach weiteren wird nicht mehr gesucht. Die Imolar GmbH will noch in diesem Jahr mit den Vorarbeiten für die Wohnbebauung beginnen.

Entwarnung in doppelter Hinsicht: Die beiden Fliegerbomben am Hohbergweg sind entschärft. Nach weiteren wird nicht mehr gesucht. Die Imolar GmbH will noch in diesem Jahr mit den Vorarbeiten für die Wohnbebauung beginnen.

Die Entschärfer
Ralf Vendel hatte sich den ersten Arbeitstag nach dem Urlaub vermutlich anders vorgestellt. Prompt wurde der Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdiensts aus Stuttgart nach Lahr beordert. Mit vier Mann waren die Experten am Hohbergweg im Einsatz, um die 250 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe unschädlich zu machen.

Vendel koordinierte oben, zwei Kollegen arbeiteten in vier Meter Tiefe an der Bombe, ein weiterer war am Bagger im Einsatz. "Ein Kopfzünder war durch den Aufprall beschädigt", sagt Vendel. "Da mussten die Kollegen etwas kämpfen." Auch das Wetter habe ihnen zu schaffen gemacht. "Das ist manchmal schon ein Knochenjob." Am Ende lief alles glatt, in flotten 30 Minuten. Routine? "Routine sollte es nie werden. Man darf den Respekt vor der Munition nie verlieren", sagt Vendel, der seit 32 Jahren beim Kampfmittelbeseitigungsdienst arbeitet.

Zwei Funde an einem Standort in einer Woche sind ungewöhnlich. Zwischen 15 und 25 Bomben (ab 50 Kilogramm aufwärts) entschärfen die Experten im Schnitt pro Jahr in Baden-Württemberg. Hinzu kommen rund 900 Munitionsfunde jährlich. Hätte man nach dem ersten Fund in Lahr nicht warten können, um eine erneute Evakuierung zu vermeiden? "Je länger wir warten, desto höher das Risiko", erklärt der Experte. Luft, Sauerstoff und Feuchtigkeit könnten zu sogenannten Ausblühungen am Zünder führen: Kristalle, die sehr reibungsempfindlich sind.

Maximal ein oder zwei Tage Spielraum hätten die Experten freigeräumt, falls sich das Herzzentrum im Evakuierungsradius befunden hätte. Das war in Lahr nicht der Fall. Die Bombe wird nun gereinigt, eingelagert und vernichtet. Den Einsatz bezahlt das Land.

Die Eigentümer
Minh Hoang Ha ist erleichtert. Der Geschäftsführer der Imolar GmbH hatte eine private Firma mit der Suche auf dem Grundstück beauftragt. "Wir haben unsere Pflicht getan", sagt er.

Schon im November 2017 sei die Firma beauftragt worden, erst jetzt habe sie Zeit gehabt. Die Eigentümer haben die Suche bezahlt. "Das ist teuer", sagt Ha, "es wäre aber noch teurer, wenn wir während der Bauphase etwas finden würden."

Mit speziellen Geräten haben die Experten den Untergrund auf Metall untersucht. Dabei wurden beispielsweise auch Eimer gefunden. Bei der letzten Verdachtsfläche stießen sie doch noch auf einen Blindgänger. "Jetzt ist das Gelände bombenfrei", sagt Ha.

"Nach derzeitigem Sachstand ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich auf dem Gelände noch weitere Kampfmittel befinden" Lucia Vogt von der Stadtverwaltung

Nach einem abschließenden Gespräch habe die Firma das Areal verlassen. "Wir gehen die Arbeiten jetzt mit gutem Gewissen an", sagt der Eigentümer. Der Bauantrag sei in Vorbereitung, noch in diesem Jahr soll der Wohnungsbau beginnen. Nur der Einfahrtsbereich des Areals ist laut Kampfmittelbeseitigungsdienst noch nicht untersucht worden. Dort liegen Leitungen, die bei der Suche ein Störfeld darstellen. Hier ist eine baubegleitende Überwachung geplant.

Die Stadt
Lucia Vogt ist zufrieden. Zügig und vollkommen reibungslos sind die beiden Aktionen aus Sicht der Stadt verlaufen. "Nach derzeitigem Sachstand ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich auf dem Gelände noch weitere Kampfmittel befinden", sagt die Leiterin der Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung. "Mit hundertprozentiger Sicherheit kann dies aber nicht ausgeschlossen werden."