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08. Januar 2009

Der Baum für den Klimawandel

Gutes Holz, rasches Wachstum: Forstämter setzen auf Douglasien.

FREIBURG. Sturm, Trockenheit, Insektenfraß – schon jetzt setzen sie dem Wald im Südwesten zu. Durch den vorausgesagten Klimawandel könnten die Stürme noch heftiger, die Sommer trockener und die Insekten zahlreicher werden. Eine Nadelbaumart scheint all diesen Widrigkeiten besser gewachsen zu sein als die anderen: die Douglasie. Sie gilt der Forstdirektion Freiburg deshalb als Baum der Zukunft.

"Ein Baum, der heute gepflanzt wird, muss sich auch in 150 Jahren am selben Standort noch wohl fühlen", sagt Forstpräsident Meinrad Joos. Am ehesten traut er das der Douglasie zu: Sie kommt besser als andere Nadelbäume mit Trockenheit zurecht. Wegen der starken Harzbildung ist der Baum weitgehend resistent gegen Schädlinge. Und selbst starker Sturm kann der Douglasie wenig anhaben, denn ihre Wurzeln reichen tiefer in den Boden als die einheimischer Nadelbäume.

Auch im Wachstum ist die Douglasie überdurchschnittlich. Sie produziert schneller Holz als die einheimischen Nadelbäume, alle drei Jahre wächst ein Meter nach. Mit der Holzqualität sind diejenigen, die die Stämme verarbeiten, sehr zufrieden. Das wiederum hat zur Folge, dass Douglasien auf dem Markt höhere Erlöse erzielen als Fichten und Tannen.

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Vorteile über Vorteile. Aber nicht allein der wirtschaftliche Aspekt darf beim Forst den Ausschlag geben. Umweltschützer kritisieren immer wieder die Ausbreitung der Douglasie als fremdländische Baumart. Denn die Douglasie war zwar einst in Mitteleuropa heimisch, starb aber im Verlauf der Eiszeit hierzulande aus und wurde aus Nordamerika wieder eingeführt. Naturschützer befürchten, dass die Douglasie einheimische Bäume verdrängen könnte. "Der Stadtwald Freiburg zeigt, dass diese Ängste nicht begründet sind", sagt Hans Burgbacher, Leiter des Freiburger Forstamts. Hier kommen die Douglasien in Mischung mit Fichten, Tannen, Buchen oder Eichen vor. Forstpräsident Joos nennt die Douglasie gar "ein Musterbeispiel der Integration".

Auch mit Douglasien-Zapfen lässt sich Geld verdienen

Aber Joos sagt auch: "Es gibt Stellen, an denen die Douglasie nicht stehen sollte." Nämlich an zu exponierten Standorten oder dort, wo ihre Konkurrenzkraft zu groß ist. Die Mischung und damit die Vielfalt werde durch Pflege auch in jüngeren, noch dichten Douglasienforsten gesichert. Im Bereich der Forstdirektion Freiburg (die die Regierungsbezirke Freiburg und Karlsruhe umfasst) hat die Douglasie derzeit einen Flächenanteil von drei Prozent – und ist damit die einzige bedeutende Fremdbaumart im badischen Wald.

In der Region finden sich übrigens die ältesten Douglasien: Im deutschen Durchschnitt sind sie 47 Jahre alt, um Freiburg und Lörrach werden die Bäume bereits seit 1900 gepflanzt. Eine Douglasie in Freiburg ist auch der höchste Baum Deutschlands: "Waldtraut" ist 63 Meter hoch. Die alten Riesen haben einen weiteren Vorteil: Sie können 100 Kilogramm Zapfen oder mehr haben. Und seit viele Waldbesitzer wegen des Klimawandels auf den Baum setzen, ist Saatgut knapp. Zapfenpflücker haben in Baden 2008 fast 40 Tonnen Douglasien-Zapfen gepflückt. Daraus können etwa neun Millionen Pflanzen herangezogen werden.

Autor: Silke Kohlmann