Flugplatz Freiburg

Die ersten Testflüge auf der neuen Grasbahn am Flugplatz beginnen

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Mi, 18. April 2018 um 08:50 Uhr

Freiburg

Die Segelflieger können am Flugplatz Freiburg bleiben. Am Dienstag haben die Testflüge auf der neuen Grasbahn begonnen, die wegen des geplanten neuen SC-Stadions verlegt worden ist.

Die neue Start- und Landebahn liegt auf der Ostseite des Flugplatzes zwischen der Asphaltpiste und dem Taxiway, auf dem Flugzeuge zum Start rollen oder nach der Landung zurückkommen. "Die neue Grasbahn bedeutet eine Verbesserung, weil sie länger ist als die alte Bahn", sagte Horst Rieker vom Referat Luftverkehr und Luftsicherheit des Regierungspräsidiums.

Erstmal wird mit einer Ausnahmegenehmigung geflogen

Lange hing die Zukunft der Segelflieger am Flugplatz Freiburg in der Luft. Doch nun scheint eine Lösung gefunden, mit der alle Seiten zufrieden sind. Beim Ortstermin am Dienstagnachmittag haben die Testflüge begonnen. Die rund 1000 Meter lange Grasbahn ersetzt die zwei Vorgängerbahnen, die nur 650 und 400 Meter lang waren. Maßgeblich entwickelt hat die Lösung der luftfahrttechnische Sachverständige Rieker, der selbst Verkehrspilot ist. Die Länge der Bahn sei vor allem für den Start von Segelfliegern mit einem sogenannten Flugzeugschlepp von Vorteil, so Rieker beim Ortstermin auf dem Flugplatz.

Die Stadt Freiburg hat in die Grasbahn-Verlegung rund 300 000 Euro investiert, wie Michael Broglin, der Geschäftsführer der Flugplatz GmbH berichtete. Der offizielle luftrechtliche Antrag für die neue Landebahn sei im Dezember beim zuständigen Regierungspräsidium Stuttgart eingereicht worden, mit einer offiziellen Genehmigung wird noch in der ersten Jahreshälfte gerechnet. Bis dahin können die Segelflieger die neue Bahn aber schon mit einer Ausnahmegenehmigung nutzen.

Weil bei der Bahnverlegung auch der geschützte Magerrasen betroffen war, gab es auch ökologische Baubegleitung. Laut Frank Uekermann, Prokurist bei der Flugplatz GmbH, sind weitere Investitionen in den Verkehrslandeplatz geplant. Es soll eine Anflugbefeuerung geben und ein sogenannter GPS-Approach installiert werden, was das Starten und Landen noch sicherer mache.

"Wir haben eine gute Lösung für den Segelflugsport" Udo Harter
Die Flugplatznutzer zeigten sich mit der gefundenen Lösung mehr als zufrieden. Udo Harter, Flugschulbetreiber und CDU-Stadtrat, lobt die Kreativität von Regierungspräsidiums-Mitarbeiter Rieker und die gute Zusammenarbeit mit der städtischen Flugplatz GmbH. "Wir haben eine gute Lösung für den Segelflugsport", so Harter. Er nannte noch einen weiteren Vorteil. Bei Südwestwind könne nach dem Stadionbau die neue Grasbahn auch durch den Motorflug mitgenutzt werden. Denn: Diese Bahn liege weiter vom Stadionkörper entfernt, somit könne man den Windverwirbelungen besser ausweichen. Zugelassen ist die Bahn für Flugzeuge von bis zu 5,7 Tonnen. Das heißt: Auch eine zehnsitzige Maschine könnte damit auf der Graspiste starten und landen. Harter machte aber deutlich, dass die Flieger weiter die Spiegelvariante favorisieren. Dabei würden Stadion und Flugplatzinfrastruktur die Seite tauschen. Die neue Piste wäre nicht betroffen.

"Wir freuen uns, dass es mit dem Segelflug hier weitergeht", sagte Gerhard Lehmann, der Vorsitzende des Vereins Aka Flieg. Der größte Verein am Platz ist der Breisgauverein für Segelflug. Als dritter Verein nutzt der Sportfliegerverein C. F. Meerwein den Platz. Insgesamt gibt es in Freiburg rund 400 aktive Segelflugsportler, darunter auch viele junge Flieger.

Luftfahrtexperte Rieker unternahm mit Fluglehrer Helge Loschan in einem Ultraleichtflugzeug erste Testflüge. Bei einer Probelandung bemerkten die Segelflieger durchaus noch Unebenheiten im Untergrund.